«Die Menschen haben Angst vor Ihnen»
«Man hat das Gefühl, nicht mehr in einem freien Land zu leben»

Mit einer 18-minütigen Tirade gegen Wladimir Putin sorgt die russische Influencerin Wiktorija Bonja für Aufsehen. Sie ist nicht allein mit ihrer Kritik, wie weitere prominente Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen.
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Das Video von Wiktorija Bonja erreichte Millionen.
Foto: Instagram @victoriabonya

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Influencerin Wiktorija Bonja kritisiert Putin in viralem Video mit 26 Mio. Aufrufen
  • Bonja nennt Missstände wie Überschwemmungen, Steuerlast, Internet-Ausfälle und Angstkultur
  • Kreml-Sprecher reagiert zurückhaltend, Bonja lebt in Monaco
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Marian NadlerRedaktor News

Bringt ein Reality-TV-Star Kremlchef Wladimir Putin (73) zu Fall? Wohl kaum. Dennoch ist der russische Machthaber in den sozialen Medien aktuell einer Welle der Kritik ausgesetzt, nachdem die bekannte Influencerin Wiktorija Bonja mit ihrer Meinung über die russische Führung viral ging.

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Laut einem Bericht des «Guardian» hat der Clip, den Bonja am 13. April 2026 auf Instagram veröffentlichte, bereits 26 Millionen Aufrufe, 78'000 überwiegend unterstützende Kommentare und 1,3 Millionen Likes erzielt. In dem 18-minütigen Video spricht Bonja Klartext. «Die Menschen haben Angst vor Ihnen, Blogger haben Angst vor Ihnen, Künstler haben Angst vor Ihnen, Gouverneure haben Angst vor Ihnen. Und Sie sind der Präsident unseres Landes», sagt Bonja. «Man hat das Gefühl, nicht mehr in einem freien Land zu leben.»

Bonja lebt in Monaco

Sie zählt Missstände auf, die ihrer Meinung nach niemand direkt bei Putin ansprechen würde. Sie erwähnt Überschwemmungen in Dagestan, Ölverschmutzungen an der Schwarzmeerküste, Massentötungen von Vieh in Sibirien, Internet-Ausfälle sowie die Belastungen kleiner Unternehmen durch steigende Preise und Steuern. «Wisst ihr, was das Risiko ist? Dass die Menschen aufhören werden, Angst zu haben», warnt sie die Kreml-Elite.

Der Kreml reagierte ungewöhnlich zurückhaltend. Sprecher Dmitri Peskow (58) sagte, man habe das Video «gesehen» und die angesprochenen Themen seien «nicht ohne Bedeutung». Statt die Vorwürfe zu entkräften, rechtfertigte er Einschränkungen mit dem Krieg und erklärte, vieles werde sich «nach dem Ende der militärischen Spezialoperation normalisieren».

Bonja muss Putin eher nicht fürchten. Sie lebt in Monaco. Da sich die Kommentare der Influencerin jedoch nicht direkt gegen Putin oder den Krieg in der Ukraine richteten, kamen zugleich Spekulationen auf, ob die Aktion möglicherweise mit dem Kreml koordiniert worden sein könnte, so der «Guardian». Vor den diesjährigen Parlamentswahlen könnte darin ein Signal erkannt werden, dass der Kreml die Beschwerden der Öffentlichkeit höre. 

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Es ist nicht das erste Mal, dass eine prominente russische Person Kritik in Richtung Putin äussert. Drei weitere wichtige Promis, die sich ebenfalls gegen Putins Politik äusserten:

Ex-Propagandist Ilja Remeslo

Ilja Remeslo wandte sich im März 2026 überraschend gegen Putin. Remeslo, bisher bekannt als scharfer Gegner der russischen Opposition, erklärte auf Telegram, Wladimir Putin sei als Präsident illegitim und gehöre vor ein Kriegsgericht. In einem fünfteiligen Manifest, wie es der «Spiegel» ausdrückte, warf er dem Kremlchef vor, Russland mit dem Ukrainekrieg in eine Sackgasse geführt zu haben. Zudem lastete Remeslo Putin an, die Wirtschaft zu zerstören, die Medienfreiheit zu ersticken und das Internet zu zensieren.

Sängerin Monetotschka

Kombiniert man ihre Followerzahlen bei Tiktok, Instagram und Spotify kommt man auf mehr als 6 Millionen Follower: Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs verliess die Sängerin Monetotschka (27) Russland. Bis heute ist sie nicht zurückgekehrt. Schriftlich erklärte sie, dass sie den «monströsen und unehrlichen Krieg gegen die Ukraine» ablehne und sammelte Hunderttausende für ukrainische Flüchtlinge.

Sie sorgt sich auch um die jungen Russinnen und Russen. «Die junge Generation wird mit vollem Programm bearbeitet», sagte sie der «Süddeutschen Zeitung» über Putins Bildungspolitik mit Fokus auf patriotische Erziehung.

Ex-General Leonid Iwaschow

Leonid Iwaschow, ein pensionierter russischer General und Militärexperte, bezeichnete den russischen Angriffskrieg in der Ukraine in einem Ende des vergangenen Jahres veröffentlichten Video als «extrem dummes Ereignis» und «Verbrechen». Er rechnete mit Putin ab, indem er wie Bonja massive systemische Missstände unter Putins Ägide anprangerte: sinkendes Bildungsniveau, kollabierende Wissenschaft, korrupte Justiz, fehlende Sicherheitsstrategie und katastrophale Demografie.

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