Die irrsten Bussen aller Zeiten
Autofahrer wird mit 7 km/h zu viel geblitzt – die Geldstrafe macht ihn fassungslos

Der Strassenverkehr ist voller Regeln und Vorschriften. Manchmal erscheinen sie absurd, manchmal kommt es auch zu Auslegungs-Pannen. Ein Autofahrer in Deutschland hat nun eine irre Busse erhalten, nachdem ein Blitzer sein Auto als Lastwagen erfasst hat.
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Auf der deutschen Autobahn A3 wurde ein Autofahrer mit 131 km/h statt der erlaubten 120 km/h geblitzt. (Symbolbild)
Foto: IMAGO/Andreas Haas

Darum gehts

  • Fahrer auf deutscher Autobahn im September 2025 mit 131 km/h geblitzt
  • Auto fälschlicherweise als Lastwagen eingestuft, Busse von 960 Euro
  • In Schaffhausen ging ein Deutscher zwei Tage in den Knast, weil er vom Velo stürzte
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Etwas zu viel aufs Gaspedal getreten, schon blitzt es. Auf der deutschen Autobahn A3 bei Windhagen fuhr ein Autofahrer im September 2025 mit seinem Ford-Kleinwagen in Richtung Frankfurt, berichtet «Bild». Dann blitzte es. 131 km/h statt der erlaubten 120 km/h erfasste das Radargerät. Nach Abzug der Toleranz eine Geschwindigkeitsübertretung von 7 km/h. 

Der Autofahrer rechnete deshalb mit keiner allzu hohen Busse. Doch er sollte sich täuschen. Der Bussgeldbescheid flatterte in sein Haus und sorgte für einen mächtigen Schock. Denn unterm Strich standen plötzlich über 1000 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot! 

Geschwindigkeitsübertretung wird für Lastwagen berechnet

Doch wie kam es zu der irren Busse? Der Grund liegt in der behördlichen Einstufung des Fahrzeugs. Statt als Personenwagen wurde das Auto des Mannes als Lastwagen erfasst. Und für Lastwagen gilt auf deutschen Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Die Folge: Nach Abzug der Toleranz wurde dem Autofahrer durch die Erfassung als Führer eines Lastwagens eine Geschwindigkeitsübertretung von 47 km/h zugeschrieben. 

Die Busse: 960 Euro (etwa 880 Franken). Zusätzlich wurden noch Gebühren und Auslagen für den Strafprozess verlangt, wodurch sich die Gesamtsumme der Forderung auf 1011,50 Euro (rund 927 Franken) belief. Zusätzlich wurde ein einmonatiges Fahrverbot verhängt. 

Der Autofahrer legte Einspruch ein. Denn schliesslich zeigte auch das beigefügte Blitzer-Foto, dass er mit einem Auto und keinem Lastwagen unterwegs gewesen war. Noch läuft das Verfahren, berichtet «Bild». 

Immer wieder kommt es zu irren Bussen im Strassenverkehr. Blick stellt besonders kuriose Sanktionen vor. 

Knast, weil er vom Velo stürzte

Sigi Suhr aus Freiburg (D) verbrachte zwei Tage im Schaffhauser Knast, weil er vom Velo stürzte. Was nach einem schlechten Witz klingt, wurde für den Deutschen im Sommer 2019 zur bitteren Realität. Sein Plan, den Bodensee zu umrunden, fand bereits in Schaffhausen ein jähes Ende. Denn der Rentner übersah in der Innenstadt eine Schwelle, stürzte und brach sich dabei mehrere Rippen. 

Im Spital bekam er schliesslich Besuch von der Polizei. Der Deutsche ging von einem Routinevorgang aus, doch Wochen später erhielt er dicke Post. Die Staatsanwaltschaft Schaffhausen hatte ihn per Strafbefehl verurteilt. Der Vorwurf: «Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs». Dafür sollte der Rentner 150 Franken Busse zahlen. Suhr weigerte sich und ging lieber für zwei Tage ins Gefängnis. 

Zu langsam den Julier hinuntergefahren

Wer zu fest aufs Gaspedal tritt, wird gebüsst – das ist klar. Doch auch wer zu langsam fährt, kann mit einer Busse rechnen. So wurde der Berner Jürg Hirschi im Mai 2022 gebüsst, weil er angeblich zu langsam den Julierpass hinuntergefahren war. Am 20. Februar 2022 wollte er gemeinsam mit seiner Partnerin von Samedan GR nach Kappelen BE fahren. Sie kamen vom legendäre White Turf in St. Moritz GR, hatten ein Pferd im Anhänger. 

Doch in Tiefencastel GR wartete die Polizei und winkte Hirschis Ford Ranger aus dem Verkehr. Der Vorwurf: Er habe die Verkehrsregeln missachtet. Als Beweis führte die Polizei auf, 175 Autos hinter ihm gezählt zu haben. Die Busse: 780 Franken. 

Töff-Busse für Schweizerin ohne Töff

Eine damals 68-jährige Frau aus dem Kanton Zürich erhielt im Juni 2023 Post aus Frankreich. Sie soll mit über 90 km/h statt der erlaubten 50 km/h durch den Ort Evreux im Westen Frankreichs gerast sein, berichtet SRF im Konsumentenmagazin «Espresso». Doch die Frau sei niemals in Evreux gewesen. Und auch ihr Auto habe zu jener Zeit in der Garage gestanden. 

«Mein ganzer erster Lohn ging für eine Busse drauf»
2:39
So teuer sind Blitzer-Bussen:«Mein ganzer erster Lohn ging für eine Busse drauf»

Gegen Bezahlung von knapp 70 Euro (rund 64 Franken) erhielt die Zürcherin schliesslich das Blitzer-Foto. Und das zeigte einen Töff. «Ich fahre schon lange kein Motorrad mehr», sagte die Frau gegenüber «Espresso». Kurios: Der Töff trug exakt die gleiche Nummer wie ihr Auto. In der Schweiz ist das möglich und daher der Grund für die Verwechslung. Über die Rechtsschutzversicherung des TCS legte die Frau Einsprache gegen die Busse ein. 

Busse, weil er sich im Stau die Nase putzte

Nichts ging mehr, als der Brite Michael Mancini im Oktober 2009 mit seinem Auto in der schottischen Stadt Ayr im Stau stand. Da er unter einer schweren Erkältung litt, griff er zum Nastuch und putzte sich die Nase, berichtet der Sender BBC. Zur Sicherheit stellte er zusätzlich die Handbremse ein. Doch ein Polizist beobachtete das Nasenputzen und winkte den Autofahrer heraus. Mancini erhielt eine Busse von 60 Pfund (rund 63 Franken). Er weigerte sich jedoch, diese zu zahlen. Im Februar 2010 stellte die Staatsanwaltschaft den Fall ein, berichtet BBC. 

Achtung bei Pfützen in Grossbritannien

Die britische Höflichkeit scheint keine Grenzen zu kennen. Denn wer in Grossbritannien durch eine Pfütze fährt, muss aufpassen. Wird ein Passant mit Wasser bespritzt, droht eine Busse in Höhe von bis zu 5000 Pfund (rund 5313 Franken).

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