Darum gehts
- Israel greift Teheran und Hisbollah-Milizen im Libanon an
- IAEA sieht kein strukturiertes iranisches Atomwaffen-Programm
- Drei US-Kampfflugzeuge durch «friendly fire» in Kuwait abgestürzt
Die Meldungen überschlagen sich. Bei uns in der Redaktion laufen über verschiedene Kanäle viele Informationen rein. Den Überblick zu behalten, ist nicht leicht. Damit du trotzdem weisst, was wichtig war, liefern wir dir die wichtigsten Nachrichten zum Iran-Krieg. Das ist an Tag 3 passiert.
Neue Angriffswelle auf den Iran
Die israelische Luftwaffe hat in den Mittagsstunden einen neuen Angriff auf Ziele im Iran gestartet. Gestützt auf Geheimdienstinformationen ziele der Angriff «im Herzen von Teheran» auf Sicherheitseinrichtungen des Landes, teilte das israelische Militär mit.
Angriffswelle im Libanon
Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat in der Nacht auf Montag an der Seite des Irans Israel mit Raketen angegriffen. Damit reagiert sie nach eigenen Angaben auf die Tötung des obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei (†86). Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel im November 2024, dass die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angegriffen hat.
Israel reagierte wiederum mit Gegenangriffen. Dabei soll Hussein Makled, der Chef des Geheimdiensthauptquartiers der Hisbollah Miliz, getötet worden sein, teilte die israelische Armee mit. Tausende Zivilisten flohen vor allem aus dem Südlibanon gen Norden.
Pentagon über Epic Fury
Das Pentagon äusserte sich am Montag in einer Pressekonferenz zum ersten Mal zu Operation Epic Fury. Ziel der US-Streitkräfte sei es, den sogenannten iranischen Schutzschild zu zerstören. «Der Iran hat jahrelang versucht, sich eine Atombombe zu erlügen», sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth (45). «Im letzten Sommer haben die USA und Israel das iranische Nuklearprogramm vernichtet. Jetzt werden wir dafür sorgen, dass dieses islamistische Terrorregime nie mehr die Möglichkeit haben wird, ein solches Programm aufzubauen.»
Wenn du mehr über die Operation im Detail wissen willst: Mein Kollege Mattia Jutzeler hat dazu einen ausführlichen Bericht geschrieben.
Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm im Iran
US-Präsident Donald Trump (79) und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (76) haben das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den gemeinsamen Angriff auf das Land genannt. Teheran bestreitet den Vorwurf, mit seinem Programm Atomwaffen entwickeln zu wollen.
Tatsächlich konnte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) keine Anzeichen für ein Kernwaffen-Projekt finden. «Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen», sagte der IAEA-Chef Rafael Grossi (65) am Montag.
Ehefrau von Chamenei offenbar getötet
Die Ehefrau des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei soll ihren Verletzungen erlegen sein, die sie bei dem jüngsten US-israelischen Angriff erlitten hat. Das berichtet Quds News auf der Plattform X.
Chamenei war bereits am Samstag bei einem Angriff auf seine Residenz getötet worden. Am Sonntag bestätigte der Iran den Tod des geistlichen und politischen Oberhaupts.
Mehrere US-Militärflugzeuge abgestürzt
Inmitten der militärischen Eskalation in Nahost sind im Golfstaat Kuwait mehrere US-Militärflugzeuge abgestürzt.
Die Besatzungen hätten überlebt, teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Zu den Absturzursachen und der Art der US-Flugzeuge machte der Sprecher keine Angaben.
Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) teilte mit, drei Kampfflugzeuge des Typs F-15E seien durch einen offensichtlichen Fall von «friendly fire», also versehentlichem Beschuss, abgestürzt.
Kuwaits Behörden hätten die Besatzungsmitglieder der US-Flugzeuge entdeckt und ins Spital gebracht, hiess es aus Kuwait. Ihr Zustand sei stabil, teilte der Sprecher der Staatsagentur Kuna mit. Man stimme sich direkt mit den US-Truppen im Land über die Umstände des Vorfalls ab, dessen Hintergründe nun untersucht würden.
Tausende Schweizer sitzen fest
Wegen der Situation im Nahen Osten sitzen Tausende Schweizer derzeit in der Golfregion fest. Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag in einer Medienkonferenz bekannt gab, befinden sich aktuell rund 4300 Schweizer Touristen in der Krisenregion. In den Vereinigten Arabischen Emiraten seien zurzeit 3000 Reisende über die Travel-Admin-App des Bundes registriert.
«Wir arbeiten mit den Mitteln, die wir haben», sagte Marianne Jenni, Chefin der Konsularischen Direktion im EDA, vor den Medien. Das EDA führe keine organisierten Rückreisen durch. Andere Länder in Europa, etwa Deutschland oder Österreich, führen dagegen Rückreise-Flüge durch. Dieser Entscheid sorgt bei Reisenden für Kritik. Der Tenor: «Wir fühlen uns im Stich gelassen.»
Iranische Botschaft in Bern
Die iranische Botschaft in Bern hat sich am Montag zu den Angriffen im Iran geäussert. «Die Vereinigten Staaten und das zionistische Regime Israels haben in grober Verletzung der territorialen Integrität und nationalen Souveränität des Iran eine neue Reihe unprovozierter und ungerechtfertigter Aggressionen gegen die Islamische Republik Iran verübt», erklärt die Botschaft gegenüber Blick.
In diesem Zusammenhang macht die Botschaft geltend, dass auch zivile Einrichtungen betroffen gewesen seien. Insgesamt seien 555 Zivilisten ums Leben gekommen.
Neuer Verteidigungsminister ernannt
Präsident Massud Peseschkian (71) hat Madschid Ebn-ol-Resa, derzeit Brigadegeneral der mächtigen Revolutionsgarden, mit der kommissarischen Leitung des Ministeriums beauftragt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh war am Samstag bei einem der israelisch-amerikanischen Luftangriffe ums Leben gekommen.