Das Wichtigste in Kürze
- Am frühen Samstagmorgen haben Israel und die USA dem Iran mit einem gemeinsamen Angriff den Krieg erklärt
- Innerhalb einer Minute löschten die USA nach eigenen Angaben 40 hochrangige Generäle und Beamte aus – darunter den obersten iranischen Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei (†86)
- Eine Übersicht, was am Wochenende im Nahen Osten passiert ist, findest du hier
- Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Israel, US-Militärbasen in der Region und überzieht zudem die Arabischen Emirate mit Raketenangriffen
- In der Nacht auf Montag hat der Iran Unterstützung von der libanesischen Hisbollah-Miliz erhalten – sie griff Ziele in Israel an
Video zeigt F-15-Absturz in Kuwait
Im Golfstaat Kuwait ist Berichten zufolge ein US-Kampfflugzeug abgestürzt. In sozialen Medien kursierten mehrere Videos, die den Vorfall zeigen sollen. Der Pilot des Kampfjets vom Typ F-15 sowie ein Waffenoffizier sollen sich örtlichen Berichten zufolge rechtzeitig aus der Maschine befreit haben. Weitere Videos sollen auch zeigen, wie Anwohner einen US-Kampfpiloten im Kofferraum ihres Autos in Sicherheit bringen. Bilder vom Absturzort zeigen auch einen Fallschirm.
Der US-Nachrichtensender CNN lokalisierte die Videos und berichtete, der Absturz habe sich wenige Kilometer vom US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salam entfernt ereignet. Es handle sich um ein Kampfflugzeug des Typs F-15 oder F/A-18. Allerdings hätten auch Kuwaits Streitkräfte solche Flugzeuge im Einsatz.
Eine offizielle Bestätigung des Absturzes gibt es noch nicht. Das US-Militär, das in dem kleinen Staat am Persischen Golf rund 13'500 Truppen stationiert hat, äusserte sich zunächst nicht. Unklar war auch, ob es sich um einen Unfall, einen Abschuss etwa durch eine iranische Rakete oder um versehentlichen Beschuss durch eigene Truppen handelte.
Klinik in der iranischen Hauptstadt von Rakete getroffen
Bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen im Iran ist in der Hauptstadt eine Klinik beschädigt worden. Das Gandhi-Krankenhaus in der Millionenmetropole Teheran sei am späten Sonntagabend von einer Rakete getroffen worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend.
«Meine Kollegen sind gerade dabei, das Krankenhaus zu evakuieren», schrieb der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X. Er veröffentlichte ein Video, das einen beschädigten Eingangsbereich zeigte.
Landesweit seien seit Kriegsbeginn sieben medizinische Einrichtungen attackiert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. In Teheran seien neben der Gandhi-Klinik zwei weitere Krankenhäuser getroffen worden. Beschädigt wurde demnach auch ein Krankenhaus in der südwestlichen Provinzhauptstadt Ahwas. Ausserdem seien landesweit drei Rettungswachen angegriffen worden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.
Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen stehen unter besonderem Schutz des humanitären Völkerrechts. Als zivile Einrichtungen dürfen sie nicht angegriffen werden.
Iran droht mit neuem Drohnen-Video
Iranische Flaggen und Bilder des getöteten Religionsführers Ali Chamenei (†86) zieren die Wände, die Message ist eindeutig: DIe iranische Nachrichtenagentur Fars hat ein Video auf Telegram veröffentlicht, das die militärische Stärke des Landes demonstrieren soll.
Drohnen, die bereit sind, abgefeuert zu werden, warten in unterirdischen Tunneln auf ihren Einsatz. Die Fars News Agency gilt als Sprachrohr der iranischen Revolutionsgarden.
Hunderte Tote in mehreren Ländern gemeldet
Nach Angaben des US-Senders CNN werden aus mehreren Ländern im Zusammenhang mit den aktuellen Militärschlägen hohe Opferzahlen gemeldet. Die Informationen beruhen auf offiziellen Mitteilungen und lokalen Quellen, sind teilweise jedoch nicht unabhängig überprüfbar.
Iran
- Laut iranischen Staatsmedien: über 100 getötete Schülerinnen bei einem Angriff auf eine Mädchengrundschule
- Laut Human Rights Activists News Agency (HRANA): mindestens 133 getötete Zivilisten landesweit
- Die Gesamtzahl der Todesopfer ist widersprüchlich
Israel
- Mindestens 10 Tote seit Beginn der Militäroperationen gegen den Iran
- Mehr als 200 Verletzte
- Angaben laut Rettungsdienst Magen David Adom
- 9 Todesopfer aus Beit Schemesch – dort traf eine Rakete einen Schutzraum
Libanon
- Mindestens 31 Tote
- Betroffen: Südlibanon und die Hauptstadt Beirut
- Angaben laut libanesischem Gesundheitsministerium
Irak
- 4 getötete Mitglieder der irakischen Volksmobilisierungskräfte
- Vom Iran unterstützte paramilitärische Gruppe
- Laut eigener Mediendirektion nach einem US-israelischen Angriff auf ein Hauptquartier
Vereinigte Arabische Emirate
- 3 Tote durch iranische Vergeltungsschläge
- Angaben laut Verteidigungsministerium
Kuwait
- 3 getötete US-Soldaten
- Bestätigung durch das US-Zentralkommando
Vorläufige Bilanz
- Addierte Mindestzahlen: mindestens 184 Tote
- Mehrere Angaben sind widersprüchlich
- Die tatsächliche Opferzahl könnte höher liegen
Rauch in der Nähe der US-Botschaft in Kuwait
In der Nähe der US-Botschaft in Kuwait ist Rauch aufgestiegen, berichten Al Jazeera und Augenzeugen. Ursache sind offenbar erneute iranische Luftangriffe auf die Region.
Ein AFP-Korrespondent vor Ort in der Hauptstadt Kuwait-Stadt beobachtete eine deutliche Rauchsäule über dem Botschaftskomplex. Die US-Botschaft warnte Bürgerinnen und Bürger, sich nicht in die Nähe des Gebäudes zu begeben. Zuvor waren in Kuwait-Stadt Warnsirenen ausgelöst worden, und die US-Behörden riefen ihre Staatsangehörigen dazu auf, sich in Deckung zu begeben und nicht ins Freie zu gehen.
31 Tote im Libanon nach israelischen Luftangriffen
Bei den israelischen Angriffen im Libanon sind nach örtlichen Angaben bereits Dutzende Menschen getötet worden. Wie das libanesische Gesundheitsministerium am Morgen mitteilte, kamen nach vorläufigen Angaben in den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut sowie im Süden des Landes mindestens 31 Menschen ums Leben. 149 weitere Menschen seien verletzt worden. Israels Militär begann am Morgen eine neue Angriffswelle. Ziel seien Stellungen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz, teilte die Armee mit.
Die Hisbollah hatte in der Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Eine wurde laut Israels Militär abgefangen, mehrere weitere Geschosse seien auf offenem Gelände niedergegangen. Die Miliz begründete den nächtlichen Angriff auf Israel mit der Tötung des obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Irans Hauptstadt Teheran.
Neue Explosionen in Dubai, Abu Dhabi und Doha
Die Emirate werden offenbar aktuell von einer neuen Angriffswelle überzogen. Reporter von CNN, die sich vor Ort befinden, berichten von Explosionen in Abu Dhabi, Doha und Dubai. Auch in Bahrain heulen wieder die Sirenen.
Ob und wie viele Raketen oder Drohnen abgefangen werden konnten, ist aktuell noch unklar. Wir halten dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.
Iran will nicht mit den USA verhandeln
Im Iran-Konflikt scheint sich keine Beruhigung abzuzeichnen. Ein ranghoher Vertreter der iranischen Führung hat Verhandlungen mit den USA ausgeschlossen. «Wir werden nicht mit den Vereinigten Staaten verhandeln», schrieb der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, auf der Plattform X.
Seine Reaktion folgte auf einen Medienbericht des «Wall Street Journal», wonach er sich über den Vermittler Oman trotz der laufenden Angriffe um neue Gespräche mit den USA bemüht haben soll. US-Präsident Donald Trump habe den Nahen Osten ins Chaos gestürzt, schrieb Laridschani weiter. «Die Streitkräfte des Iran haben die Aggression nicht begonnen. Heute verteidigt sich die iranische Nation», schrieb er.
Trump hatte sich am Sonntag gegenüber dem Iran gesprächsbereit gezeigt. «Sie wollen reden, und ich habe zugesagt, also werde ich mit ihnen sprechen», zitierte ihn die Zeitschrift «The Atlantic». Dabei warf Trump den Iranern vor, zu lange gezögert zu haben. Er nannte keine Details zu möglichen Gesprächen.
Iran feuert erneut zurück
In der Nacht auf Montag hat der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Israel ruft die Bevölkerung dazu auf, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen – Schutz zu suchen und auf weitere Informationen zu warten.
In der Nacht hatte sich die libanesische Hisbollah-Miliz in den Iran-Konflikt eingeschaltet und mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Israel reagierte mit Bombardements in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut und anderen Teilen des nördlichen Nachbarlandes. Am Montagmorgen teilte das israelische Militär mit, dass es begonnen habe, «weitere Ziele» der Hisbollah, darunter Waffenlager, in mehreren Gebieten des Libanon anzugreifen.
USA haben mehr als 1000 Ziele angegriffen
Das US-Militär hat in den ersten 24 Stunden seiner Angriffe im Iran nach eigenen Angaben mehr als 1000 Ziele angegriffen. Dazu gehörten unter anderem das Hauptquartier der Revolutionsgarden, Luftabwehrsysteme, Kriegsschiffe, U-Boote, militärische Kommunikationseinrichtungen, Kommandozentren sowie Stellungen mit ballistischen Raketen. Das teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des Militärs (Centcom) mit.
Eine bisherige Bilanz zur neuen Eskalation im Nahen Osten findest du hier.