Leservideos zeigen überfüllte Tankstellen
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Chaos in Dubai:Leservideos zeigen überfüllte Tankstellen

Schweizer in Dubai fühlen sich vom EDA im Stich gelassen
«Wir wünschen uns mehr Unterstützung»

Über 4000 Schweizer Touristen sind zurzeit in den Vereinigten Arabischen Emirate und erleben die Angriffe des Irans hautnah mit. Sie berichten von Chaos und Panik und kritisieren die Reaktion des Bundes.
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Die Baslerin Sera (27) sitzt mit ihrer Familie in Dubai fest. In den sozialen Medien kritisiert sie das EDA.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 4300 Schweizer Touristen im Nahen Osten gestrandet wegen Eskalation seit Samstag
  • EDA wird für unzureichende Unterstützung kritisiert, viele fühlen sich allein
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind 3000 Schweizer Touristen registriert
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Die Situation im Nahen Osten bleibt geprägt vom Krieg im Iran. Anhaltende Explosionen und gesperrte Lufträume sind seit Samstag Realität für die Menschen vor Ort. Viele Touristinnen und Touristen stecken fest.

Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag in einer Medienkonferenz bekannt gab, befinden sich aktuell rund 4300 Schweizer Touristen in der Krisenregion. In den Vereinigten Arabischen Emiraten seien zurzeit 3000 Reisende über die Travel-Admin-App des Bundes registriert. 

«Wir arbeiten mit den Mitteln, die wir haben», sagte Marianne Jenni, Chefin der Konsularischen Direktion im EDA, vor den Medien. Das EDA führe keine organisierten Rückreisen durch. Andere Länder in Europa, etwa Deutschland oder Österreich, führen dagegen Rückreise-Flüge durch. 

EDA-Reaktion sorgt für Kritik

Einige Blick-Leserinnen und Leser vor Ort kritisieren die Unterstützung des EDA. Sie fühlen sich «im Stich gelassen». Aus Dubai meldet ein Schweizer, dass ihm bei der EDA-Notfallnummer über das Wochenende nur eine automatische Stimme geantwortet habe. «Das Ganze hilft absolut nichts», so der Leser.

«Es ist mühsam, dass man vom EDA keine Informationen bekommt ausser einer SMS», sagt Leser Abdi (37), der aktuell seine Tante in der Stadt Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht. In dieser SMS schrieb das EDA, dass die Rückreise selbst organisiert werden muss. «Wir wünschen uns mehr Unterstützung. Zum Beispiel extra Flugzeuge der Swiss, die uns in die Schweiz fliegen – auf unsere eigenen Kosten.» Der 37-Jährige betont: «Wir hören jeden Tag Detonationen, wir fühlen uns unsicher.»

Baslerin übt Kritik auf Social Media

Auch in den sozialen Medien wird die Bundesbehörde kritisiert. Unter anderem von Sera (27) aus Basel, die mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in Dubai ist. 

Baslerin Sera (27) ist mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in Dubai.
Foto: zVg

«Ich gebe offen zu, dass wir uns vor der Reise nicht ausreichend über die Lage informiert haben», sagt sie und bezeichnet dies als «Fehler».

Doch die EDA-Reaktion habe sie enttäuscht: «Während unsere österreichischen Freunde bereits konkrete Informationen und einen Evakuierungsplan von ihrem Konsulat erhalten hatten, bekamen wir von der Schweizer Botschaft nur den Hinweis, die Airline anzurufen.» Ihre Freunde aus Österreich seien später von einem Bus abgeholt und über Oman ausgeflogen worden.

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Sie selbst hätten die Nacht von Samstag auf Sonntag in der Empfangshalle des Hotels verbracht. «Die Lobby war voller Menschen, die Angst hatten. Überall schrillten Handys mit Notfallmeldungen, und Busse brachten gestrandete Passagiere vom Flughafen zurück», schildert die zweifache Mutter die chaotischen Szenen. 

«Dieses Warten, diese Unsicherheit und nicht zu wissen, ob und wann wir mit den Kindern nach Hause kommen, ist unglaublich beängstigend», so die 27-Jährige. Am Montag sei es ihnen gelungen, einen neuen Flug für Freitag zu buchen. «Ob wir diesen wahrnehmen können, wissen wir nicht.»

«Haben Kapazitäten erhöht und sind mit Swiss in Kontakt»
1:30
Marianne Jenni vom EDA:«Haben Kapazitäten erhöht und sind mit Swiss in Kontakt»

Schweizer verpasst Job-Start in Bern

Das Schweizer Paar Paul Trüssel (60) und Brigitte Zwahlen (67) wäre eigentlich am letzten Samstag zurück in die Schweiz geflogen. Denn der 60-Jährige hätte am Montag einen neuen Job in Bern antreten sollen. Doch statt in der Schweizer Hauptstadt sitzen die beiden am Montag noch immer in Dubai fest. 

Immerhin: «Wir sind in einem guten Hotel.» Als sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag ins Untergeschoss evakuiert worden seien, habe sie das Hotelpersonal mit Decken, Getränken und Sitzgelegenheiten versorgt. «Es lief alles sehr ruhig und professionell ab», so Zwahlen. 

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Trotzdem ist der Frust gross: «Wir wissen nicht, wie es weitergeht.» Sie hätten bisher keine EDA-Informationen erhalten. «Für uns, aus der reichen Schweiz, ist das nicht wirklich nachvollziehbar.» Auch bei der Reiseagentur, über die sie die Ferien gebucht haben, herrsche Funkstille: «Sie sollten da sein, wenn es Probleme gibt. Wir haben schliesslich dafür bezahlt.» 

Aargauer vor geschlossener Botschaft in Dubai

Percy T.* (53) aus dem Kanton Aargau wollte schon lange einmal nach Dubai. Also legte er auf seiner Reise nach Bangkok (Thailand) einen Halt in der arabischen Wüstenstadt ein. Geplant war eine Woche, doch sein Weiterflug nach Thailand am Montag wurde annulliert. 

Percy T. (53) aus dem Kanton Aargau ist alleine in Dubai.
Foto: zVg

Es sei «mühsam» nicht zu wissen, wie es weitergeht. «Am Montagmorgen wollte ich mich am Flughafen am Schalter der Fluggesellschaft Emirates erkundigen. Doch das komplette Flughafengebäude war geschlossen. Es war wie ausgestorben», sagt er. 

Auch beim Schweizer Konsulat in Dubai stand er vor verschlossenen Türen. «Ein Zettel wies darauf hin, dass nur noch die Schweizer Botschaft in Abu Dhabi geöffnet ist.» Die beiden Orte sind rund 140 Kilometer voneinander entfernt. Dafür hat der Aargauer kein Verständnis: «In solchen Notfall-Situationen sollte das EDA besser für Schweizer Staatsangehörige erreichbar sein – auch über Internet-Anbieter wie Whatsapp, um Kosten zu sparen.»

Angst hat Percy T. nicht. Mehr Sorgen bereiten ihm die finanziellen Schäden. «Meine TCS-Reiseversicherung übernimmt maximal 1000 Franken.» Er hofft, dass die Behörden den gestrandeten Touristen bald unter die Arme greifen. «Wir können schliesslich nichts dafür, dass wir nicht von hier wegkönnen», so Percy T.

* Name geändert 

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