Darum gehts
- 1500 Schweizer in 15 Ländern wegen Nahost-Krieg gestrandet, Flüge gestrichen
- TCS meldet Betroffenheit durch iranische Angriffe auf Drehkreuze
- EDA plant keine organisierten Ausreisen, Medienkonferenz um 12.30 Uhr
Rund 4300 Touristen sind derzeit in der Krisenregion
Jenni gab an der Medienkonferenz Einblick in die Präsenz von Schweizer Staatsangehörigen in der Krisenregion. Insgesamt sind rund 4300 Schweizerinnen und Schweizer via Travel Admin App in der Krisenregion registriert.
Israel: 25300 wohnhafte Personen, zusätzlich sind 150 Reisende via App registriert
Vereinigte Arabische Emirate: 5200 wohnhafte Personen, 3000 Reisende via App registriert
Libanon: 1000 wohnhafte Personen, 60 Reisende via App registriert
Kuwait: 110 wohnhafte Personen, 10R Reisende via App registriert
Katar: 350 wohnhafte Personen, 400 Reisende via App registriert
Bahrain: 100 wohnhafte Personen, 12 Reisende via App registriert
Oman: 120 wohnhafte Personen, 600 Reisende via App registriert
Jemen: 20 wohnhafte personen, 2 Reisende via App registriert
Saudi Arabien: 540 wohnhafte Personen, 25 Reisende via App registriert
Iran: 180 wohnhafte Personen, 10 Reisende via App registriert
Ende der Medienkonferenz
Die Fragerunde ist beendet, damit auch die Medienkonferenz.
«Wir hoffen, dass sich bald eine Möglichkeit ergibt, alle Leute wollen nach Hause»
Wenn der Krieg über Wochen andauert, gibt es da eine Planung? «Es sind nicht nur Schweizer die gestrandet sind. Der Druck wird zunehmen, dass sich Möglichkeiten zur Rückreise eröffnen. Wir hoffen, dass sich bald eine Möglichkeit ergibt, alle Leute wollen nach Hause.» Man beobachte die Situation und sei in Kontakt mit Partnerländern.
«Die Leute sind sehr verständnisvoll»
«Die Leute sind sehr verständnisvoll», sagt Jenni über die Anrufer und Anruferinnen der Helpline. Es gebe keine verzweifelten Personen am Telefon. Man solle sich auf jeden Fall auf der Travel Admin App registrieren.
«Schweizer Vertretungen haben keine Glaskugel»
«Wir können uns nur auf die Informationen von unserem Vertretungsnetz stützen – aber auch die haben keine Glaskugel.» Man wisse auch nicht, wann der Luftraum wieder geöffnet werde.
«In einem Hotel kann man beispielsweise die Hotelrezeption konsultieren.»
Was sollen Touristen jetzt tun? «Man soll sich an die Anweisungen der lokalen Behörden halten», so Jenni. «In einem Hotel kann man beispielsweise die Hotelrezeption konsultieren.» Die Reisetätigkeit sei generell sehr eingeschränkt.
«Die meisten Reisenden sind in Dubai und Doha blockiert», sagt Jenni. «Die Anweisungen der Behörden seien dort zentral.
«Man wusste nicht, dass der Angriff kommt»
Hat das EDA zu wenig eindringlich gewarnt? «Man wusste nicht, dass der Angriff kommt», so Jenni. Am Donnerstag hätte man noch eine Koordinationssitzung gehabt. Ausserdem gab es auf den Reisehinweisen eine Information, dass bald eine Krise ausbrechen könnte.
«Wir stehen eng in Kontakt mit der Botschaft in Teheran»
«Wir stehen eng in Kontakt mit der Botschaft in Teheran», so Jenni. Im Moment sind zehn Mitarbeitende vor Ort. Die Situation werde ständig evaluiert, es könne sein, dass sich diese Zahl dann ändere.
«Das Bedürfnis ist gross, dass die Leute heimreisen können»
«Das Bedürfnis ist gross, dass die Leute heimreisen können. Wir arbeiten mit den Mitteln die wir haben», so Jenni. Das EDA habe kein Transportflugzeug, man sei aber mit der Fluggesellschaft Swiss in Kontakt. Solange der Luftraum gesperrt sei, gebe es aber keine Möglichkeit. «Wenn sich der Luftraum wieder öffnet, haben die Leute die Möglichkeit, wieder nach Hause zu fliegen. Die meisten haben ja ein Ticket.»
Partnerländer, vor allem europäische Länder, könnten bei der Ausreise von Schweizer und Schweizerinnen allenfalls helfen. Es komme aber immer darauf an, wie viele eigene Bürger ausreisen müssten. In erster Linie seien für Schweizer Staatsbürger die kommerziellen Flüge zu nutzen.
Keine Anfragen für Ausreisen
Bisher gab es keine Anfragen für Ausreisen von Personen, die in der Krisenregion leben, sagt Jenni. Man habe keine Kenntnis von verletzten Personen.
Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind seit Samstag zahlreiche Flüge annulliert worden. Von den iranischen Angriffen auf wichtige Drehkreuze in der Region sind auch rund 1500 Schweizerinnen und Schweizer betroffen, wie der TCS am Sonntag mitteilte. Die festsitzenden Reisenden befinden sich demnach in 15 verschiedenen Ländern.
Das Aussendepartement (EDA) von Bundesrat Ignazio Cassis (64) organisiert derzeit keine Ausreisen für Schweizer Staatsangehörige. Wie sollen sich die Betroffenen verhalten? Und welche Unterstützung erhalten sie vor Ort? Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion im EDA, informiert dazu um 12.30 Uhr an einer Medienkonferenz. Blick berichtet live.