Darum gehts
- Seit Dezember 2025 Proteste im Iran mit mindestens 5000 Toten
- Regime spricht von 500 getöteten Sicherheitskräften und keinen Hinrichtungen bisher
- Menschenrechtsorganisation schätzt 3500 bis 4500 Todesopfer während Protesten
Die Protestwelle gegen die Regierung hat den Iran weiterhin fest im Griff. Ein Offizieller des Regimes bestätigt nun gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass bei den Demonstrationen mindestens 5000 Menschen gestorben sind. Unter den Toten sollen sich auch rund 500 Sicherheitskräfte der Regierung befinden, heisst es weiter. Das Regime gehe aktuell nicht davon aus, dass diese Todeszahlen noch weiter steigen werden.
Diese Angaben konnten von einer unabhängigen Instanz bisher allerdings nicht überprüft werden. In vergangenen Berichten zur Protestwelle war von über 12'000 Toten die Rede. Die «Sunday Times» schreibt sogar von 16'500 bis 18'000 toten Demonstranten. Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists in Iran geht derweil von etwa 3500 bis 4500 Todesopfern aus.
Die Anzahl der verletzten Menschen dürfte derweil noch deutlich höher sein. Mitarbeiter in acht grossen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Iran haben eine Schätzung zusammengestellt. Demnach sollen bis zu 360'000 Menschen verletzt worden sein. Vor allem die Augen der Demonstranten würden bei den Protesten zu Schaden kommen. Allein in der Noor-Klinik, einem Augenkrankenhaus in Teheran, seien 7000 Augenverletzungen dokumentiert worden.
Bislang keine Hinrichtungen
Todesurteile im Zusammenhang mit der jüngsten Protestwelle wurden aktuell noch keine ausgesprochen. Das bestätigte ein Sprecher des Regimes der staatlichen Nachrichtenagentur Iribnews. Der Sprecher sprach in Bezug auf die Demonstranten von angeblichen amerikanischen und israelischen «Söldnern». Er erklärte weiter, die Justiz bemühe sich, zwischen getäuschten Demonstrierenden und den eigentlichen Anstiftern zu unterscheiden. Erst wenn ausreichend Beweise vorlägen, würden gegen die Anstifter harte Strafen verhängt. Die iranische Regierung behauptete bereits mehrfach, die laufende Protestwelle werde vom Ausland gesteuert.
Das Regime in Teheran hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, Demonstranten hinrichten zu lassen. US-Präsident Donald Trump (79) hatte der iranischen Regierung daraufhin eine Intervention angekündigt. «Wir werden sehr hart reagieren. Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln», sagte er gegenüber CBS News.
Intensive Proteste im Nordwesten
Die aktuelle Protestwelle im Iran startete Ende Dezember. In allen 31 Provinzen des Landes wird demonstriert, Reuters zufolge am intensivsten in den kurdischen Gebieten im Nordwesten. Die Proteste entstanden ursprünglich aus Frust über die aktuelle Wirtschaftskrise im Iran. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings mehr gesellschaftliche Freiheit und den Sturz der Islamischen Republik.