Zehntausende protestieren im Iran gegen Gottesstaat
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Regime unter Druck:Zehntausende protestieren im Iran gegen Gottesstaat

In Spital eingedrungen
Mehr als 12'000 Tote bei Aufständen im Iran – die meisten unter 30 Jahre

Berichten zufolge sollen bei den Protesten über 12'000 Menschen getötet worden sein, die Angaben sind jedoch unbestätigt. Die iranische Regierung erklärt die Lage für unter Kontrolle und kündigt an, Sicherheit und Unabhängigkeit kompromisslos zu verteidigen.
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Bei Protesten im Iran sollen über 12'000 Menschen getötet worden sein.
Foto: Elvis Takahashi Mantello/SIPA

Darum gehts

  • Über 12'000 Tote bei Protesten im Iran, Zahlen unbestätigt
  • Sicherheitskräfte drangen in Spital ein, attackierten Patienten
  • Bundeskanzler Merz sieht Ende des Regimes nach Gewaltanwendung
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Einigen Schätzungen zufolge könnten bei den Protesten mehr als 12'000 Menschen getötet worden sein, hauptsächlich in den Nächten vom 8. und 9. Januar. Dies berichtet der persische Nachrichtensender «Iran International» am Dienstag. Offenbar seien Sicherheitskräfte auch in ein Spital eingedrungen und haben dort Patienten attackiert und einige festgenommen. 

Die Zahlen sind unbestätigt. Am Montag erklärte der iranische Aussenminister Abbas Araqchi, dass die Lage unter Kontrolle sei. 

Der Kommandant der iranischen Armee, Mousavi, hatte mehrfach betont, dass das Land seine «Unabhängigkeit und Sicherheit» kompromisslos verteidigen werde. Am Dienstagmittag beziffert der Iran laut der Nachrichtenagentur Reuters die offizielle Todeszahl mit 2000. 

Deutscher Bundeskanzler Merz rechnet mit baldigem Ende des Mullah-Regimes

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (70) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. «Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen», sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru. 

Merz (CDU) hatte die Gewalt iranischer Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten bereits am Montag als «unverhältnismässig» und «brutal» verurteilt. «Ich rufe die iranische Führung auf, ihre Bevölkerung zu schützen, statt sie zu bedrohen», sagte er. Merz würdigte ausdrücklich den Mut der Demonstranten. Sie würden friedlich für Freiheit in ihrem Land demonstrieren und das sei ihr gutes Recht. 

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