Darum gehts
- Buckelwal Timmy befindet sich seit Dienstag auf einer Barge, unterwegs Richtung Nordsee
- Retter wollen Timmy zu Buckelwal-Herde im Atlantik bringen
- Transportgeschwindigkeit konstant bei 8 km/h, bereits 60 Kilometer zurückgelegt
Am Dienstagabend war es endlich geschafft! Mehr als vier Wochen lang sass Buckelwal Timmy auf einer Sandbank in der Bucht vor der Insel Poel fest. Nach vielen gescheiterten Versuchen schaffte es die private Rettungstruppe schliesslich, den Wal in eine Barge zu lotsen.
Diese Barge, auch Lastkran genannt, wird eigentlich für den Transport von kleineren Schiffen verwendet. Der innere Teil des Schiffes ist mit Wasser gefüllt, Timmy kann sich darin also relativ frei bewegen. So ist er aktuell auf dem Weg in die Freiheit.
Timmy hat einen langen Leidensweg hinter sich. Über einen Monat lang strandete er an mehreren Orten in Norddeutschland. Zwar konnte er sich wiederholt freischwimmen, sass aber jedes Mal kurze Zeit später wieder fest. Wie wollen die Retter nun eine weitere Strandung des Buckelwals verhindern? Blick klärt die wichtigsten Fragen zu Timmys Reise in die Freiheit.
Was ist Timmys Reiseroute?
Wie die «Bild» berichtet, soll Timmy vom deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aus an der dänischen Ostküste vorbei nach Norden transportiert werden. In der Nacht von Freitag auf Samstag soll der Waltransport Skagen erreichen, den nördlichsten Punkt Dänemarks.
Dort angekommen ist für Timmy ein erneuter Gesundheitscheck vorgesehen. Sollte alles in Ordnung sein, geht es für den Buckelwal weiter in die Nordsee und schliesslich in den offenen Atlantik.
Stand Mittwochmorgen befindet sich der Timmy-Transport östlich der Insel Fehmarn, rund 60 Kilometer haben die Walretter also bereits zurückgelegt.
Wie wird Timmy transportiert?
Die Barge des Buckelwals wurde in der ersten Nacht vom Schlepper «Robin Hood» gezogen. Am Mittwochmorgen gab es allerdings einen Wechsel und die «Fortuna B» übernahm das Ruder. Im Gegensatz zur «Robin Hood» ist die «Fortuna B» hochseetauglich. Auch die Wasserschutzpolizei begleitete Timmy eine Weile lang.
Der Buckelwal ist laut der «Bild» konstant mit einer Geschwindigkeit von etwa 8 km/h unterwegs. Beim Schlepperwechsel musste das Tempo allerdings kurzzeitig gedrosselt werden.
Was passiert mit Timmy im Atlantik?
Die Rettungstruppe will den Wal im Atlantik nicht einfach seinem Schicksal überlassen. «Timmy soll zu einer Herde Buckelwale gebracht werden», erklärt der technische Leiter der Walinitiative gegenüber RTL.
Das Sorgenkind soll also eine neue Familie finden. Eine schöne Idee. Einige Experten stehen der Rettungsaktion jedoch noch skeptisch gegenüber.
«Der Zustand des Wals ist nach wie vor auch prekär», sagte etwa Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter zum Norddeutschen Rundfunk (NDR). Seine lange Leidensgeschichte habe Timmy nachhaltig geschädigt. «Das tut so einem riesigen Organismus nicht gut.» Auch würde die Rettungsflotte eine Menge Lärm verursachen, die den Buckelwal zusätzlich belastet. Es sei deshalb fraglich, ob sich Timmy je wieder ganz von seinen Strapazen erholen wird.