Darum gehts
- Wal Timmy wurde nach wochenlangem Feststecken an der Ostsee befreit
- Schlepper und Boote brachten ihn Richtung Nordsee, Ziel: Freiheit
- Aktuell ist Timmy mit 7,5 Knoten nahe dänischer Gewässer unterwegs
Hier befindet sich Timmy gerade
Krimi um Timmy: Rettung geht weiter
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es war ein Herzschlag-Finale! Am Dienstag blieb vor der Ostsee-Insel Poel fast kein Auge trocken. Wal Timmy konnte nach 30 Tagen endlich in eine Barge verladen werden, die ihn zurück in seine Heimat bringen soll. Seit den Abendstunden tuckert er Richtung offenes Meer. Inzwischen befindet sich der Wal schon fast in dänischen Gewässern.
Ob das Happy End weitergeht, werden wir heute sehen. Derzeit läuft alles nach Plan. Die Fortuna B. hält stets Kurs und wurde durch keine unerwarteten Ereignisse aufgehalten.
Ob Timmy überleben wird, ist nach wie vor ungewiss. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Tier bereits vor seiner Strandung wiederholt flache Gewässer angesteuert hatte. Die Vermutung der Tierärzte: Der Wal suchte Ruhe. Experten der internationalen Walfangkommission (IWC) glauben, dass der Wal in tiefem Wasser kaum überleben dürfte.
Neben dem eigentlichen Rettungsversuch haben auch Nebengeräusche immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Verschiedene Walretter kriegten sich in die Haare, weil sie sich über die Rettungsmassnahmen uneins waren.
Auch eine Schweizerin legte einen Vorschlag vor und stellte gar einen Eilantrag beim zuständigen Ministerium. Nathalie von Arx (39) aus Chur arbeitete ein Konzept aus, wonach eine Blache unter den Wal gezogen werden soll. Diese hätte als flächige Trage dienen sollen. Mehr zu der Idee findest du hier.
Er steckte wochenlang an der Ostseeküste fest. Seit Dienstag befindet sich Timmy nun endlich auf dem Weg in die Freiheit. Am frühen Abend wurde Timmy erfolgreich in einen mit Wasser gefüllten Lastkahn (Barge) gebracht. Dieser fährt nun erstmals Richtung Nordsee.
Der Tag war für alle Beteiligten emotional. Als sich die Barge gegen 20 Uhr erstmals zu bewegen begann und kurz darauf die Insel Poel verliess, kamen einigen sogar die Tränen.
Kleine Boote brachten den Lastkahn aus dem flachen Gewässer hinaus in die Wismarbucht. Dort übernahm der Schlepper «Robin Hood» den Transport.
Timmy erreicht bald dänische Gewässer
In der Nacht setzte sich der Transport in Richtung offenes Meer fort. Die Wasserschutzpolizei aus Wismar begleitete das Gespann zunächst, musste den Einsatz jedoch aufgrund starken Windes abbrechen. Zu diesem Zeitpunkt war der Verband bereits auf Kurs in Richtung Fehmarn.
In den frühen Morgenstunden passierte Timmy die Höhe von Fehmarn und setzte seine Reise mit etwa 7,5 Knoten in Richtung Nordsee fort. Später am Vormittag übernahm schliesslich ein anderes Schiff, die «Fortuna B», den Weitertransport des Lastkahns mit dem Wal an Bord.
Inzwischen hat Timmy schon fast dänische Gewässer erreicht.