Timmys Odyssee im Video
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Bibbern um seine Freiheit:Der ganze Krimi um Timmy im Video

Tracker-Chaos um Wal
Ist Timmy tot?

Wal Timmy ist Experten zufolge tot – vier Tage nach seiner Freilassung in der Nordsee gibt es kein klares Lebenszeichen mehr. Ein ungetesteter GPS-Tracker sorgt für Verwirrung.
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Timmys letztes Lebenszeichen: Am Samstag verabschiedete sich der Wal mit einer Fontäne.
Foto: Screenshot

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wal Timmy ist nach Freilassung in Nordsee vermutlich gestorben
  • Tracker sendet Daten, aber keine Position – Signal fehlt seit Samstag
  • Nordsee: Durchschnittliche Wassertiefe 200 Meter, tiefste Stellen über 700 Meter
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Janine EnderliRedaktorin News

Wo Timmy steckt, weiss momentan niemand. Vier Tage nach der Freilassung des Wals in der Nordsee ist sich das deutsche Meeresmuseum sicher: Das Tier ist tot. 

«Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besass, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt», heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung. 

Streit um Tracker

Seit der Freilassung des Meeressäugers gibt es widersprüchliche Aussagen über allfällige Timmy-Daten. Dabei rückt ein kleines Gerät in den Mittelpunkt der Diskussionen: der Wal-Tracker. Die Verwirrung ist gross, denn Timmys Sender sendet offenbar Vitalparameter, aber keine Position. 

Laut der Geldgeberin des Rettungsversuchs, Karin Walter-Mommert, deuten die aktuellen «Vitaldaten» darauf hin, dass der Wal rund 150 Meter tief getaucht ist. Bislang habe sich der Sender offenbar mehr als 20 Mal gemeldet. Eine exakte Ortung sei weiterhin nicht möglich. 

«Wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit»

Trifft diese Behauptung zu, ist dies ein positives Zeichen. Denn: Der Wal müsste weit genug aus dem Wasser auftauchen, damit das Gerät überhaupt ein Signal senden kann. Der Tracker funktioniert laut «Bild» nur dann, wenn sich die Flosse oberhalb der Wasseroberfläche befindet. 

Der dänische Meeresbiologe Peter Madsen und auch das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sind jedoch skeptisch. «Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wals liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit», so Madsen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. GPS-Tracker zeichnen demnach keine Vitalparameter in medizinischem Sinne auf. 

Unklar, welcher Sendertyp

Der Tracker wurde offenbar nicht richtig getestet. Eine Tierärztin erklärte nach der Rettungsaktion, sie habe sich lediglich ein paar Tage mit dem Sender beschäftigt und habe keine Erfahrung. Welcher Sendertyp zum Einsatz kam, ist also unklar. Er sei an der Flosse des Tiers festgeschraubt worden. 

Wal-Tracker sind in der Forschung bereits seit Jahren im Einsatz und liefern verlässliche Daten über Position und Verhalten. Experte Fabian Ritter erklärt gegenüber «Bild»: «Im besten Fall senden sie über Tage, Wochen oder sogar Monate Daten.» Die Daten werden meist über Satelliten übertragen. 

Taucht der Wal regelmässig auf, können aus den Daten Atemrhythmen und regelmässiges Verhalten über Orientierung und Zielrichtung abgelesen werden. 

Falls Timmy tatsächlich ertrunken ist, dürfte es äusserst unwahrscheinlich sein, ihn jemals wiederzufinden. In dem betroffenen Gebiet der Nordsee liegt die durchschnittliche Wassertiefe bei etwa 200 Metern, während die tiefsten Stellen sogar über 700 Meter erreichen.

Timmy prustet zum Anschied
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