Darum gehts
- Giorgia Meloni kritisiert Donald Trump wegen beleidigender Aussagen über sie
- Trump behauptete, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein Foto gebeten
- Aussenminister Tajani sagte USA-Besuch ab
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) ist sauer auf US-Präsident Donald Trump (80). Die Beziehung der beiden galt lange als eng. Nun distanzieren sich jedoch beide klar voneinander. Insbesondere Meloni scheint sichtlich sauer auf Trump zu sein.
Grund dafür sind die jüngsten Aussagen des 80-Jährigen über die italienische Regierungschefin. In einem Interview mit dem italienischen Sender La7 behauptete Trump, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel in Évian «angebettelt», ein Foto mit ihr zu machen. «Ich habe dieser Bitte zugestimmt, weil sie mir leidgetan hat», sagte er.
Kein Verständnis für derbe Aussage
In einem Videostatement äussert sich Meloni zu der demütigenden Aussage. «Ich bin fassungslos», sagt sie. «Die Aussagen von Donald Trump sind völlig erfunden. Ich und Italien betteln niemals.» Sie hinterfragt zudem, warum ein Verbündeter sich zu derartigen Äusserungen hinreissen lasse.
In der italienischen Politiklandschaft sorgten Trumps Worte für breite Kritik. Selbst die oppositionelle Demokratische Partei (PD) stellte sich hinter Meloni. Senator Filippo Sensi verurteilte den «inakzeptablen» Ton Trumps und stellte klar: «Niemand kann sich einen derart arroganten Ton gegenüber der italienischen Regierung erlauben.»
Aussenminister streicht USA-Besuch
Die jüngsten Wortentgleisungen Trumps haben auch unmittelbare Konsequenzen. Aussenminister Antonio Tajani (72) sagte seinen geplanten Staatsbesuch in den USA umgehend ab. «Die schweren und beleidigenden Worte von Präsident Trump beleidigen ganz Italien», schrieb Tajani auf der Plattform X.
Zuletzt kriselte es in den Beziehungen, weil Italien den USA die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für Operationen gegen den Iran verweigerte. Trump kritisierte daraufhin Italiens mangelnde Unterstützung. Auch Melonis Verteidigung von Papst Leo XIV. gegen Trumps Vorwürfe sorgte für Unstimmigkeiten. Trump warf dem Kirchenoberhaupt Schwäche in Sicherheitsfragen und Fehlurteile vor.
Nach dem G7-Gipfel betonte Meloni aber noch, dass die Beziehung zu Trump unverändert gut sei. Bei einem Treffen scherzten die beiden noch und Trump meinte, er sei von Meloni «verlassen» worden. «Nein, wurdest du nicht», sagte diese lachend. Die neusten Vorwürfe findet die Italienerin aber nicht zum Lachen.