Darum gehts
- Trump und Meloni trafen sich Montag in Évian nach öffentlichem Streit.
- Streit wegen Trumps Kritik an Papst Leo XIV und Hormus-Mission beigelegt.
- Meloni: «Es lief gut mit Trump», Einigung auf westliche Einheit erzielt.
Sie galten als Traumpaar der Konservativen und betonten mehrfach ihre Freundschaft. Im April ging das gute Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump (80) und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in die Brüche. Nun trafen die beiden Staatschefs erstmals wieder aufeinander.
Streit um den Papst eskalierte öffentlich
Zur Erinnerung: Trump attackierte die Italienerin im Frühling heftig. Ein Grund war die Kritik Melonis an Trumps Äusserungen über Papst Leo XIV. «Papst Leo ist SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Aussenpolitik», schrieb der US-Präsident in einer Schimpftirade auf «Truth Social».
Trump behauptete, der Papst sei nur seinetwegen in das Amt des Pontifex gewählt worden. «Wenn ich nicht im Weissen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan», schrieb Trump und fügte hinzu: «Er sollte sich als Papst zusammenreissen.» Meloni verteidigte den Pontifex anschliessend und bezeichnete Trumps Aussagen als «inakzeptabel».
«Es lief gut mit ihm»
Daraufhin zeigte sich Trump enttäuscht von Meloni. «Ich bin wirklich schockiert von ihr», kommentierte er die Äusserungen. Nun also der Showdown im französischen Évian-les-Bains am Genfersee.
«Es lief gut mit Trump», soll Meloni nach dem Treffen mit Trump am Montagabend gegenüber ihren Mitarbeitern gesagt haben. Die Premierministerin stimme zwar nicht mit allen mit Trump besprochenen Themen überein, stellte aber klar, dass die Auseinandersetzungen der letzten Monate – einschliesslich persönlicher Angriffe – bald der Vergangenheit angehören werden, berichtet die italienische Zeitung «Corriere della Sera» unter Berufung auf diplomatische Kreise.
«Klarstellung» in Frankreich
Die beiden Seiten hätten eine «Klarstellung» eingeleitet, nach der offenen Konfrontation der letzten Wochen und den scharfen Anschuldigungen Trumps. Man sei sich einig, dass in einer Zeit, in der Spaltungen bei der Bewältigung der schweren, anhaltenden Krisen nicht tragbar seien, «westliche Einheit» notwendig sei.
Das Zerwürfnis im Frühling drehte sich übrigens nicht nur um den Papst. Auch einer Unterstützung in der Strasse von Hormus erteilte die italienische Regierung eine Absage. In diesem Punkt ist eine kleine Annäherung passiert. In einer G7-Erklärung im Vorfeld des Gipfels hat sich auch die Regierung von Giorgia Meloni verpflichtet, «eine rein defensive und unabhängige Mission in die Strasse von Hormus zu entsenden, um den Handelsverkehr zu sichern und Minenräumungsmassnahmen durchzuführen».