Weisses Haus vs. Vatikan
Warum Trump und der Papst im Clinch liegen

Nun ist es doch passiert! Der ewige Zwist zwischen dem Weissen Haus und dem Vatikan ist eskaliert. US-Präsident Donald Trump attackierte Leo XIV. in einem Post direkt und bezeichnete ihn als schlechten Papst. Doch wie konnte es so weit kommen?
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Die Beziehung zwischen Papst Leo XIV. und Donald Trump war noch nie gut.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Trump nennt Papst Leo XIV. eine «Katastrophe in der Aussenpolitik»
  • Papst kritisiert US-Kriege und warnt vor «Trugvorstellung der Allmacht»
  • Trump veröffentlichte ein KI-Bild von sich als messianischer Figur
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Daniel MacherRedaktor News

Dass der Papst und der amtierende US-Präsident in diesem Leben keine engen Verbündeten mehr werden, liess Leo XIV. (70) bereits in seiner ersten Ansprache nach seiner Wahl durchblicken. Für Donald Trump (79) dürfte das eine Enttäuschung gewesen sein – schliesslich verbinden die beiden zwei wesentliche Dinge: Leo XIV. ist US-Amerikaner, und Trump bezeichnet sich selbst als tief religiös.

Doch schon früh zeigten sich Spannungen. Aus anfänglichen Differenzen entwickelte sich rasch ein tiefer Graben zwischen Washington und dem Vatikan. Mit einem nächtlichen Post am Montag eskalierte die Lage endgültig: Trump bezeichnete den Papst als «Katastrophe in der Aussenpolitik» und behauptete, ohne seine Unterstützung im Weissen Haus hätte Leo XIV. den Stuhl Petri womöglich nie erreicht.

Der Online-Ausbruch kommt allerdings nicht aus dem Nichts. Vielmehr hat sich der Konflikt über Monate hinweg Schritt für Schritt zugespitzt.

Mai 2025: Einladung ins Weisse Haus

Zwei Wochen nach seiner Wahl erhält der Pontifex eine persönliche Einladung von Vizepräsident JD Vance (41): Er soll 2026 anlässlich des 250. Geburtstags der USA ins Weisse Haus kommen. Der Vatikan prüft die Einladung zunächst, verschiebt den Besuch aber später auf unbestimmte Zeit. Gründe sind innenpolitische Spannungen in den USA, Kritik der US-Bischöfe an Trumps Migrationspolitik sowie die Sorge, im Vorfeld der Zwischenwahlen 2026 politisch instrumentalisiert zu werden. Ein erster stiller Bruch.

Januar 2026: Konfrontation im Pentagon

Leo XIV. zeigt sich in einer Grundsatzrede besorgt über die wachsende Gewaltbereitschaft in der Welt. «Krieg ist wieder in Mode gekommen, und eine kriegerische Stimmung breitet sich aus.» Zudem prangert er an, wie weltweit Gewalt eingesetzt werde, um die eigene Herrschaft durchzusetzen. Das US-Verteidigungsministerium lädt daraufhin den vatikanischen Botschafter Kardinal Christophe Pierre ins Pentagon. Das Treffen gilt als ungewöhnlich scharf. In Washington wächst die Ansicht, der Papst untergrabe die US-Strategie. Die Botschaft: Die Kirche solle sich klarer an der Linie des Weissen Hauses orientieren.

Februar 2026: Widerstand aus der Kirche

Parallel dazu formiert sich in katholischen Kreisen Widerstand gegen die US-Regierung. Der Leiter der US-Militärseelsorge, Timothy Broglio (74), erklärt, Soldaten dürften Befehle verweigern, wenn diese mit dem Gewissen unvereinbar seien – etwa im Fall eines möglichen Angriffs auf Grönland. Der Vatikan lehnt zudem eine Beteiligung am von Trump geplanten «Friedensrat» für Gaza ab. White-House-Sprecherin Karoline Leavitt (2u) nennt es einen «zutiefst bedauerlichen Entscheid».

März 2026: Kritik am Iran-Krieg

Nach US-Luftangriffen auf den Iran Ende Februar meldet sich der Pontifex deutlich zu Wort: Frieden und Stabilität könnten «nicht durch Drohungen oder Waffen geschaffen werden, die Zerstörung und Leid säen». In Washington wird die Aussage als direkte Kritik an der eigenen Kriegsführung verstanden.

Karwoche 2026: Deutliche Worte gegen Machtpolitik

In der Karwoche verschärft das katholische Oberhaupt seine Rhetorik weiter. Leo XIV. warnt vor einer «imperialistischen Besetzung der Welt» und ruft Christen auf, sich der Kriegslogik zu widersetzen. Mit Sätzen wie «Schluss mit der Machtdemonstration!» setzt er ein klares Zeichen – ohne die USA explizit zu nennen.

Ostern 2026: Warnung vor «Allmachtsfantasie»

Am Ostersonntag fordert Leo XIV. einen Waffenstillstand: «Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!» Wenige Tage später spricht er von einer «Trugvorstellung der Allmacht» – eine Formulierung, die als indirekte Spitze gegen Trumps Macht- und Ego-Rhetorik gelesen wird.

12. April 2026: Trump eskaliert auf Social Media

Am Montag spitzt Donald Trump den Konflikt auf seiner Plattform Truth Social weiter zu. Er nennt Leo XIV. «schwach im Umgang mit Kriminalität» und eine «Katastrophe in der Aussenpolitik». Trump fordert zudem einen Papst, der den Iran nicht gewähren lasse, Atomwaffen zu entwickeln. Kurz darauf veröffentlicht er ein KI-generiertes Bild, das ihn selbst in einer Messias-ähnlichen Darstellung zeigt.

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Inzwischen reagierte auch Papst Leo auf die Trump-Tirade: «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung oder davor, die Botschaft des Evangeliums lautstark zu verkünden», sagte er gegenüber Reporterinnen und Reportern auf einem Flug nach Algier. «Denn genau dafür bin ich hier.»

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