Darum gehts
- Maria R. (21) stirbt in Brasilien bei ungesichertem Bungee-Sprung von 40 Metern
- Verschwundene GoPro-Kamera könnte wichtige Beweise für Ermittlungen liefern
- Drei Verdächtige in Haft; widersprüchliche Aussagen und verdächtige Videoaufnahmen
Die tragische Geschichte erschütterte die ganze Welt. Maria R. (†21) suchte in Brasilien den puren Nervenkitzel. Anstelle eines Abenteuers fand sie den Tod. Zwei Mitarbeiter einer nicht lizenzierten Bungee-Jumping-Firma stiessen sie von der Brücke «Ponte Torta» – ohne, dass sie an einem Seil gesichert war. Die junge Frau überlebte den 40 Meter hohen Sturz nicht.
Bei den Ermittlern verdichten sich nun die Hinweise, dass die drei festgenommenen Mitarbeiter der Firma etwas vertuschen wollen. So ist auf Videos von Marias Todessprung zu erkennen, dass die junge Frau einem Selfiestick in der rechten Hand hielt. Laut den Behörden handelte es sich dabei um eine spezielle GoPro. Diese 360-Grad-Kamera ist jedoch spurlos verschwunden.
Einer der drei Männer wird jetzt verdächtigt, die Kamera gestohlen zu haben. Ein Zeuge behauptet gesehen zu haben, wie ein Bungee-Mitarbeiter die GoPro von Marias leblosen Körper entfernte und an sich nahm. Das berichtet die brasilianische Zeitung «O Globo». Die Aufnahmen der Kamera könnten den Ermittlern wichtige Einblicke in den Ablauf des Todessprungs geben.
«Ich kann mich nicht mehr erinnern»
Das Fehlen der Kamera ist aber nicht der einzige Grund, weshalb die drei Verhafteten den Ermittlern verdächtig vorkommen. Der «Bild» liegt eine Mitschrift des Polizeiverhörs von zwei der Verdächtigen vor, die sich angeblich an fast nichts mehr erinnern können.
«Einer bringt normalerweise das Seil an, der andere kontrolliert», erklärte einer der Männer im Verhör. «Manchmal macht es der eine, manchmal der andere.» Wer am Tag von Marias Sturz wofür zuständig war, wisse niemand mehr so genau. «Ich bin zuerst nach vorn gegangen. Danach kann ich mich nicht mehr erinnern», behauptete der zweite Verdächtige.
Auch sollen den Ermittlern verdächtige Videoaufnahmen vom Tatort vorliegen. Zwei der verhafteten Mitarbeiter tragen beim Eintreffen der Rettungskräfte andere Kleidung als beim Sturz der Studentin. «Auf Nachfrage nach dem Grund machten sie keine Angaben», erklärte ein Sprecher der Behörden.