Darum gehts
- Wladimir Solowjow beleidigt Italiens Premier Meloni in russischer TV-Show heftig
- Solowjow nennt Meloni unter anderem eine «Verräterin» und kritisiert ihre Iran-Position
- Italien zitiert den russischen Botschafter ins Aussenministerium, Meloni reagiert gelassen und bestimmt
Zur besten Sendezeit erwartet man in Politshows Debatten, nicht Beschimpfungen. Doch schaltet man in Wladimir Solowjows (62) Propagandashow «Polnyj Kontakt», prasselt statt Argumenten ein Schimpfwortregen auf die Zuschauer nieder. Ziel der Schimpftirade war nun Italiens Ministerpräsidentin Giorgio Meloni (49), wie bild.de berichtet.
So fielen Beleidigungen wie «Puttameloni», in Verwendung des abwertenden italienischen Worts «Putta» für Prostituierte, aber auch «Vollidiotin», «kleine böse Frau» oder «Verräterin». Putins Propagandist kritisierte damit Melonis Äusserungen gegen Trump und ihre Haltung gegenüber dem Iran-Krieg. Die öffentliche Diffamierung liess Meloni nicht auf sich sitzen.
So reagiert Solowjow auf Meloni-Replik
Italien reagierte, indem Aussenminister Antonio Tajani (73) den russischen Botschafter Alexej Paramonow ins Aussenministerium zitierte. Tajani berichtet auf X: «Ihr gilt meine volle Solidarität und Unterstützung.» Meloni selbst reagiert gelassen: «Wir haben nur einen Kompass: das Interesse Italiens. Und wir werden ihm weiterhin mit Stolz folgen, ganz zum Leidwesen der Propagandisten aller Couleur», sagt die Ministerpräsidentin.
Solowjow reagierte auf Melonis Aussagen im Russen-TV mit einer weiteren Schimpftirade und warf der italienischen Regierungschefin Faschismus vor. Wirklich geistreich war diese Replik nicht.
Wer ist Solowjow?
Solowjow ist immer wieder vorne dabei, wenn gehetzt wird. Seine Person ist umstritten. Er gilt als russischer Propagandist und Aushängeschild der Staatspropaganda, daher sein Beruf als Fernseh- und Radiomoderator. Seit 2012 wird im Staatssender «Rossija 1» am Sonntagabend seine Talkshow ausgestrahlt. In diesen Zeiten dient sie insbesondere als Plattform für Kreml-Propaganda zum Ukraine-Krieg.
Solowjows Villa am Comer See
Der verbale Angriff Solowjows hat auch eine persönliche Dimension: Solowjow hatte seine auf unerklärliche Weise angehäuften Millionen am liebsten in Italien verprasselt. So am Comer See, wo er sich Luxusimmobilien geleistet hatte. Kurz nach Ausbruch des Ukraine-Krieges wurden diese konfisziert.
Immer wieder machen die Ausraster von Putins Scharfmacher Schlagzeilen. Ein Blick in die Vergangenheit.
Zerstörung europäischer Städte angedroht
Der Kriegsbefürworter richtete bereits 2025 Drohungen gegen den Westen, wie der «Kölner Stadtanzeiger» berichtete. Besonders Deutschland und Frankreich hatte er im Visier. So beispielsweise auch in seiner Talkshow im Staatssender Rossija 1: «Ja, es ist wahr. Wir werden euch alle zerstören, wir werden eure Städte zerstören, wenn ihr euch in diesen Krieg einmischt.» Er drohte weiter: «Eure Städte werden brennen und leiden, so wie die Städte im Donbass gelitten haben.»
Wutanfall wegen Boris Pistorius
Als der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius ankündigte, die Ukraine mit den modernen Leopard-Panzern zu unterstützen, platzte Solowjow der Kragen, wie der «Münchner Merkur» berichtete. Putins Sprachrohr forderte, man solle «den Kadaver von Pistorius in die Kanone eines Leopard-Panzers rammen». Solowjow bezeichnete Pistorius als «Drecksack» und «Nazi» und beendete den Wutausbruch mit der Drohung: «Sie werden alle Elchlippen essen!»
Solowjow will «Berlin einnehmen»
Deutschland wurde ein weiteres Mal die Zielscheibe von Solowjows Wutausbrüchen. «Wir werden es zu Ende bringen, wir werden Berlin noch einmal einnehmen, und dieses Mal werden wir nicht gehen», droht er in seiner Hetzrede in einer Show Anfang November 2023, wie der «Münchner Merkur» berichtete.
Russland im «heiligen Krieg»
Doch nicht immer ist der Westen das Ziel. Der Hetzer nutzt seine Plattform, um Russland als Heiligtum zu inszenieren: Russland befinde sich im «heiligen Krieg» gegen die «Teufel in Kiew», sagte er im Staats-TV.