29 Prozent für die AfD!
Mit diesem Plan will Weidel in Deutschland an die Macht

Die jüngsten Umfragewerte in unserem nördlichen Nachbarland sind nichts weniger als ein Schock für die etablierten Parteien. Bundeskanzler Merz macht eine schlechte Falle. Will er politisch überleben, muss er schleunigst umdenken.
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Die AfD kommt unter ihrer Parteichefin Alice Weidel in bundesweiten Umfragen auf 29 Prozent. Das ist Rekord!
Foto: imago/Mike Schmidt

Darum gehts

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Samuel SchumacherAusland-Reporter

Umfragehammer in Deutschland: Auf satte 29 Prozent kommt die AfD in der jüngsten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA. Damit liegt die Rechtspartei ganze sieben Prozentpunkte vor der CDU/CSU (22 Prozent) und meilenweit vor der SPD (12 Prozent). So deutlich hat die «Alternative» ihre Kontrahenten noch nie abgehängt.

Vertreter der Regierungsparteien reagieren alarmiert. CSU-Chef Markus Söder (59) warnt mit Blick auf die Regierungskrise bereits vor dem «Weimarer Weg», der Deutschland bevorstünde, wenn sich die aktuelle Regierung nicht zusammenraffe. Zur Erinnerung: Die Weimarer Republik endete 1933 mit der Machtergreifung der Nazis. Geradezu euphorisch ist die Stimmung hingegen bei der AfD. Und: Parteichefin Alice Weidel (47) hat einen radikalen Plan, wie sie in Berlin endlich an die Schalthebel der Macht kommen könnte.

Weidel setzt auf drei Säulen:

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AfD-Parteichefin Alice Weidel darf sich freuen. Die Partei kommt in bundesweiten Umfragen auf 29 Prozent.
Foto: imago/Mike Schmidt
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Die Unzufriedenen aufschrecken

Davon gibt es in Deutschland schockierend viele. 84 Prozent der Deutschen machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Landes. Weidel schürt diese Ängste, indem sie Kanzler Friedrich Merz (70) vorwirft, Deutschland mit einem «finanzpolitischen Staatsstreich» in die Zahlungsunfähigkeit zu bugsieren.

Die Zahlen machen Angst. Genau wie die Russen, denen Weidel mit besorgniserregender Naivität die Hand entgegenstrecken will. Die «Kriegsführung seitens der Ukraine» halte sie für ein «hohes sicherheitspolitisches Risiko», sagte Weidel diese Woche und warnte davor, dem «grossen Bären die ganze Zeit mit dem heissen Eisen im Auge rumzustochern».

Übersetzt heisst das: Weidel wünscht sich, dass Kiew endlich den Widerstand gegen den russischen Aggressor aufgibt. Sobald sie «am Ruder» sein werde, werde sie sich für eine «Ausgleichspolitik» einsetzen. Viele kriegsmüde Deutsche würden das bejubeln. Kritiker wie der «Bild»-Sicherheitsexperte Julian Röpcke sehen darin allerdings nicht weniger als «Kollaboration mit einem fremden Aggressor».

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Merz ins Messer laufen lassen

Einen Grossteil seiner politischen Demontage nimmt der Amtsinhaber im Kanzleramt gleich selbst vor. Weidel braucht nur zuzusehen, wie Merz durchs Land tingelt und mit seiner kommunikativen Unart aneckt. Nicht nur bei seinen linken Koalitionspartnern der SPD, die ihm bei vielen Reformvorhaben stur im Weg stehen, sondern je länger je mehr auch bei der breiten Bevölkerung, die sich von ihm missverstanden fühlt.

Bestes Beispiel dafür war ein Auftritt vor zwei Wochen in der Stadt Salzwedel, wo Merz eine todkranke Krebspatientin wegen ihrer holprig formulierten Frage zurechtwies, statt ihr sein Mitgefühl auszudrücken. Die leidende Frau hatte den Kanzler nur Minuten zuvor zu ihrer Beerdigung eingeladen, die unausweichlich bevorstehe.

Markus Knall (42), Chefredaktor der deutschen Ippen.Media, sagt bei Welt TV, Merz sei noch immer der «Attackekanzler»: Ein brillanter Analyst zwar, der Probleme rasch erkenne, der aber noch nicht verstanden habe, dass er die Sorgen der Deutschen von Amtes wegen ernst nehmen müsse. «Er hört den Schmerz der Menschen nicht», analysiert Knall.

Hier wird Merz ausgelacht und ausgebuht
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Bei Rede vor der Gewerkschaft:Hier wird Merz ausgelacht und ausgebuht
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Die Amis ins Boot holen

Weidel pflegt beste Kontakte zur US-Führungsriege. Donald Trump (79) lud die AfD-Parteispitze zu seiner Amtseinsetzung ein. Elon Musk (54) pushte die Partei im Wahlkampf 2025 mit Video-Auftritten vor vollen Hallen und interviewte Weidel persönlich. Musk, hofft die AfD-Chefin offenbar, könnte die AfD mit seinen publizistischen und monetären Mitteln bald erneut unterstützen. Weidel teilt fleissig seine X-Posts – etwa jenen zur Tesla-Meldung über den 750’000. E-Wagen, der in Berlin ab Band lief. 

Zudem zapft die AfD – genau wie Trumps Republikaner – proaktiv Motorsportfans an. Was Nascar in den USA für die Republikaner ist, soll das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring für die AfD werden. Weidel wünschte den Fahrern für das dieses Wochenende stattfindende Rennen alles Gute und postete den Slogan: «Für Grüne die Hölle. Für uns Tradition.» Trump und seinem Sondergesandten für europäische Polit-Intervention, J. D. Vance (41), wird das gefallen.

AfD-Chefin Weidel will die Umfrage-Erfolgswelle zum Polittsunami anschwellen lassen. Das ist verständlich. Statt das Regierungsschiff in Fahrt und auf Kurs zu halten, setzt die Bundesregierung aber weiter auf Damm- (oder eben Brandmauer-) Politik. 41 Prozent der Deutschen wollen, dass die Brandmauer fällt und die anderen Parteien mit der AfD mindestens reden.

Noch ist Deutschland nicht so weit. Sich einfach nur vor dem drohenden Sturm von rechts wegzuducken: Diese Strategie funktioniert ganz offensichtlich keine Minute länger.

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