Video zeigt Wucht der Sturzflut in Nepal
1:44
Nichts hält ihr Stand:Video zeigt Wucht der Sturzflut in Nepal

2015 rettete er 13 Touristen
Sturzflut weckt bei Ang Kami Sherpa böse Erinnerungen

Mindestens 95 Tote und fast 400 gestrandete Touristen. Verheerende Sturzfluten haben Nepal erschüttert. Bergführer Ang Kami Sherpa spricht über die dramatische Lage und seine Erfahrungen mit früheren Naturkatastrophen.
Kommentieren
1/7
Bei den aktuellen Sturzfluten und Schlammlawinen in Nepal kommen bei Bergführer Ang Kami Sherpa Erinnerungen an das Erdbeben 2015 hoch.
Foto: Matterhorn Treks and Expedition

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sturzfluten in Nepal fordern 95 Tote, 400 Pilger sind isoliert
  • Bergführer Ang Kami erinnert sich an Erdbeben 2015 mit 9000 Toten
  • Erdbebenstärke damals 7,9, Rettung mit Helikoptern und 13 Touristen gerettet
Mattia_Jutzeler_Redaktor News_Blick_1.jpg
Mattia JutzelerRedaktor News

Bei den aktuellen Sturzfluten und Schlammlawinen in Nepal kommen bei Ang Kami Sherpa schlimme Erinnerungen hoch. Es ist nicht die erste Naturkatastrophe in seiner Heimat, die der Bergführer hautnah miterleben muss.

«Als das grosse Erdbeben 2015 passierte, war ich in Kathmandu», erzählt Ang Kami Blick am Telefon. Die Katastrophe forderte vor mehr als zehn Jahren über 9000 Menschenleben. Das Erdbeben traf Nepal mit einer Stärke von 7,9. Laut der Welthungerhilfe gilt es als eine der tödlichsten Katastrophen in der Geschichte des Landes.

«Ich durfte damals keine Angst haben»

Ang Kami, der seit über 20 Jahren als Bergführer in Nepal aktiv ist, war damals direkt in die Rettung mehrerer Touristen involviert. «Ich half dabei, 13 Touristen aus verschiedenen Teilen Nepals zu retten und sie zurück nach Kathmandu zu bringen», erzählt er. «Wir haben damals unter anderem Helikopter eingesetzt, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.»

Trotz der Zerstörung, die Ang Kami vor über zehn Jahren gesehen hat, erzählt er gefasst mit ruhiger Stimme von den Rettungsaktionen. «Ich durfte damals keine Angst haben und auch nicht nervös sein», schildert der Bergführer. «Wenn ich nervös gewesen wäre, hätte ich meinen Job nicht richtig machen können. Ich muss immer selbstbewusst sein.»

Solche Naturkatastrophen seien für Bergführer in Nepal leider Teil des Berufs. «Wir müssen uns vor jeder Tour mental auf so ein schlimmes Ereignis vorbereiten. Wenn wir in die Berge gehen, müssen wir für jede mögliche Situation eine Lösung finden.»

Abgebrochene Kommunikationskanäle erschweren Situation

Die aktuellen Sturzfluten und Schlammlawinen haben in Nepal bereits mindestens 95 Menschenleben gekostet. Ausserdem sind fast 400 Touristen auf einer Pilgerreise wegen der Naturkatastrophe von der Aussenwelt abgeschnitten.

Ang Kami weiss, dass die Rettung dieser Menschen höchstwahrscheinlich eine extrem heikle Mission werden wird. «Was die Situation erschwert, ist, dass alle Kommunikationskanäle in dieser Region abgebrochen sind. Morgen werden wir wahrscheinlich mehr über ihre Lage wissen.»

Obwohl er selbst diesmal deutlich weniger nahe an der Naturkatastrophe ist, nimmt Ang Kami die Lage in Nepal persönlich stark mit. «Es ist natürlich immer extrem traurig, wenn so etwas passiert. Die Naturkatastrophe wird viele Leben kosten und eine Menge Einheimische werden obdachlos sein.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen