Darum gehts
- Mindestens 22 Tote durch Sturzfluten in Nepals Rasuwa-Region nahe Tibet
- 41 Sicherheitskräfte und 14 Zollbeamte vermisst, Ursache noch unklar
- Frühere Flut am 15. Juni 2025 tötete neun Menschen
Bist du in Nepal und von den Überschwemmungen betroffen?
Nahe eines beliebten Wandergebietes in der nepalesischen Region Rasuwa ist es zu verheerenden Überschwemmungen gekommen. Bist du derzeit selbst in Nepal oder im betroffenen Gebiet? Melde dich bei uns schriftlich oder telefonisch per Whatsapp auf die Nummer 079 813 8041 oder via Mail an redaktion@blick.ch.
Nepal-Reisende aus der Schweiz bei EDA registriert
Wie das EDA am Nachmittag schreibt, sind in Nepal rund 20 reisende Personen aus der Schweiz registriert. Weiter sind im Auslandschweizerregister rund 120 Personen angemeldet.
«Es können keine Angaben dazu gemacht werden, wie viele Personen sich aktuell in der betroffenen Region aufhalten», so EDA-Mediensprecher Jonas Montani. Über Opfer mit Schweizer Staatsangehörigkeit liegen nach wie vor keine Informationen vor.
Premierminister bestätigt 95 Todesopfer
Die Zahl der Todesopfer scheint minütlich zu steigen. Nun informiert die nepalesische Polizei, dass bereits 95 Todesopfer bestätigt sind. Der Premierminister von Nepal bestätigt diese Zahl.
Zahl der Todesopfer steigt rasant
Wie das Newsportal «Ekantipur» berichtet, ist die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf 72 gestiegen. Zuletzt war von 22 Todesopfern die Rede.
Ein Sprecher der örtlichen Behörden sagte gegenüber BBC, dass das Ausmass der Zerstörung «jenseits aller Vorstellungskraft» liege. Die Dämmerung wird für die Einsatzkräfte zusätzlich zur Herausforderung und erschwert Such- und Rettungsaktionen. Für sie beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Bereits jetzt gilt die Katastrophe als die verheerendste seit dem Erdbeben von 2015. Dabei kamen fast 9000 Menschen ums Leben.
Hunderte Pilger von Aussenwelt abgeschnitten
Bei den fast 400 vermissten Reisenden handelt es sich um Pilger, die sich auf den Weg zum Kailash gemacht hatten. Das «kostbare Schneejuwel», wie der 6638 Meter hohe Berg im Transhimalaya genannt wird, gilt als der heiligste Berg der Welt.
Das Besteigen des Gipfels ist aus Respekt vor seiner tiefen religiösen Bedeutung streng verboten. Jedes Jahr aber umrunden Tausende Gläubige den Berg zu Fuss auf einem etwa 52 Kilometer langen Pilgerweg. Sie hoffen, spirituelles Glück und Erleuchtung zu erlangen.
Der Reiseveranstalter Touch Kailash Travels & Tours sagt, dass 390 Pilger, darunter 93 Nepalesen, am Mittwoch die Grenze überqueren sollten. Diese sind nun komplett von der Aussenwelt abgeschnitten. Seit 15 Uhr Ortszeit habe man keinen Kontakt mehr zu ihnen herstellen können.
Klimaforscher vermuten Eislawine als Auslöser
Die Flutkatastrophe beschäftigt auch Menschen aus der Wissenschaft. Der Klimaforscher Rijan Bhakta Kayastha von der Kathmandu University erklärte gegenüber der «Kathmandu Post», dass vermutlich eine Eislawine den Fluss Lhende blockiert und so die plötzliche Überschwemmung des Bhotekoshi-Flusses in Nepal auslöste.
Laut einer Einschätzung, die auf Gesprächen mit Experten aus Nepal und China basiert, staute sich das Wasser im Lhende, bis es flussabwärts ausbrach. «Es gibt Informationen, dass eine Eislawine von der nepalesischen Seite den Lhende-Fluss blockiert hat», so Kayastha.
Zeitgleich ereignete sich auf tibetischer Seite ein Erdbeben der Stärke 4,4, wie der US Geological Survey meldet. Die Möglichkeit eines Gletscherseeausbruchs wird geprüft, da ähnliche Vorfälle bereits am 8. Juli 2025 in der Region Rasuwa gemeldet wurden. «In diesem Gebiet gibt es grosse Gletscherseen», sagte Kayastha. Regenfälle sind als Ursache ausgeschlossen, heisst es.
Die Folgen der Flutwelle sind verheerend, wie aktuelle Bilder aus Nepal zeigen.
Schlammlawinen mit verheerendem Ausmass
Ganze Dörfer wurden durch die Schlammlawinen zerstört oder weggeschwemmt. Unzählige Menschen wurden von den Erdrutschen und Sturzfluten erfasst. Zahlreiche sind noch weiterhin vermisst.
Verzweifelt befreien Retter Verschüttete aus den Schlammfluten. Bagger sind im Einsatz. Helikopter können aufgrund des hohen Wasserstandes an vielen betroffenen Stellen gar nicht landen.
Hier liegt das betroffene Gebiet in Nepal
Überschwemmungen und Schlammlawinen betreffen die Region Rasuwa in Nepal. Entlang des Flusses Bhotekoshi erstreckt sich hier auch ein beliebtes Wandergebiet.
EDA meldet bislang keine Schweizer Opfer
Unter den zahlreichen Vermissten sind laut dem nepalesischen Tourismusverband auch 291 ausländische Touristen.
Auf Blick-Anfrage erklärt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), dass bislang keine Informationen über Schweizer Opfer vorliegen. Entsprechende Abklärungen seien hierzu im Gang. EDA-Mediensprecher Jonas Montani betont: «Schweizerische Staatsangehörige vor Ort sind gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.»
Die Schweizer Vertretung in Kathmandu stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort.
Verheerende Sturzfluten nahe der Grenze zu Tibet
In der nepalesischen Region Rasuwa nahe der Grenze zu Tibet, haben Sturzfluten und Schlammlawinen verheerende Schäden angerichtet. Mindestens 22 Menschen sind bereits verstorben, zahlreiche Menschen werden vermisst. Ganze Dörfer wurden von den Schlammfluten weggeschwemmt, grosse Teile der Infrastruktur wurden zerstört.
Der Fluss Bhotekoshi trat aufgrund von Überschwemmungen über seine Ufer hinaus. Die Ursache für die Sturzflut ist noch unklar. 32 Sicherheitskräfte und 15 Mitarbeiter des Zollamts Rasuwa werden vermisst, wie «Nepal News» berichtet. Weiter berichtet das Nachrichtenportal «Nepal Views» von mindestens 384 vermissten Touristen und Wanderern. Nach Angaben des nepalesischen Tourismusverbandes sind darunter 291 ausländische Staatsangehörige und 93 nepalesische Staatsbürger.
Auch auf der tibetischen Seite meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua «schwere Verluste» in Gyirong, einer grenznahen Region. Dort verursachte ein Murgang den Abbruch der Verkehrsverbindung sowie Störungen bei Strom- und Kommunikationsleitungen. Chinas Präsident Xi Jinping forderte «alle Anstrengungen», um Vermisste zu finden, und rief zu verstärkter Überwachung und Frühwarnsystemen auf, um weitere Katastrophen zu vermeiden.
Eine verheerende Sturzflut hat in Nepal viele Todesopfer gefordert und massive Schäden an Strassen, Brücken und Wasserkraftwerken verursacht. Das Unglück ereignete sich in der Region Rasuwa nahe der Grenze zu Tibet, wie Behörden am Mittwoch mitteilten. Der Fluss Bhotekoshi trat aufgrund der Überschwemmungen über seine Ufer hinaus. Die heftigen Sturzfluten und Schlammlawinen zerstörten Dörfer und Infrastruktur entlang des Flusses. Laut dem Distriktverwalter Narendra Pariyar ist mit weiteren Opfern und grossen Sachschäden zu rechnen, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte.
32 Sicherheitskräfte und 15 Mitarbeiter des Zollamts Rasuwa werden vermisst, wie Nepal News berichtet. Weiter berichtet das Nachrichtenportal Nepal Views von mindestens 384 vermissten Touristen und Wanderern. Nach Angaben des nepalesischen Tourismusverbandes sind darunter 291 ausländische Staatsangehörige und 93 nepalesische Staatsbürger.
Auch auf der tibetischen Seite meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua «schwere Verluste» in Gyirong, einer grenznahen Region. Dort verursachte ein Murgang den Abbruch der Verkehrsverbindung sowie Störungen bei Strom- und Kommunikationsleitungen. Chinas Präsident Xi Jinping forderte «alle Anstrengungen», um Vermisste zu finden, und rief zu verstärkter Überwachung und Frühwarnsystemen auf, um weitere Katastrophen zu vermeiden.
Helikopter können wegen der Überschwemmungen nicht landen
Die Rettungsarbeiten in Nepal werden durch die hohen Wasserstände erschwert, da Helikopter in den überfluteten Gebieten Syapru Besi und Timure nicht landen können. «Es kam ganz plötzlich», berichtete ein Augenzeuge der Plattform Onlinekhabar. «Wir hörten ein lautes Geräusch, wie bei einem Vulkanausbruch. Die Leute schrien und rannten davon.» Die Ursache der Flut ist derzeit noch unklar. Ein ähnliches Unglück ereignete sich jedoch am 15. Juni 2025, als ein Gletschersee am Bhote-Koshi-Fluss abfloss und neun Menschen in den Tod riss. Als Auslöser wurde damals ein Gletscherschwund identifiziert.
Der nepalesische Premierminister Balendra Shah hat umgehend Einsatzkräfte der Polizei und des Militärs mobilisiert. «Die Menschen in tiefer gelegenen Gebieten wurden angewiesen, sich in sicherere Regionen zu begeben», sagte er. «Alle, die in Flussnähe leben, sollen besonders vorsichtig sein und wachsam bleiben.» Der Bhote-Koshi-Fluss entspringt in Tibet, fliesst in den Trishuli-Fluss Nepals und mündet schliesslich in Indien als Gandak-Fluss.
Innenminister Sudhan Gurung erklärte gegenüber mehreren Medienvertretern vor Ort, die Priorität der Regierung liege darin, Menschenleben zu retten und die Bürger in Sicherheit zu bringen. Er riet den gestrandeten Menschen, an einem sicheren Ort ein Feuer zu entzünden und mit Rauchzeichen die Aufmerksamkeit der Rettungskräfte zu erregen.