Zwei Gläser mit Rattengift!
Babynahrungs-Hersteller Hipp ist in Österreich Opfer von Erpressern

In Österreich stellt die Polizei ein vergiftetes Glas Babybrei sicher, ein zweites wird noch gesucht. Der deutsche Hersteller Hipp sollte erpresst werden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
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Grosse Aufregung in Österreich: Zwei dieser Babybreigläser von Hipp wurden mit Rattengift versehen!
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hipp ruft Babybrei in Österreich wegen Rattengift-Verdacht zurück
  • Ein vergiftetes Glas wurde sichergestellt, betroffene Produkte sind an Aufkleber und Geruch erkennbar
  • Rückruf betrifft Spar-Märkte in Österreich, bisher keine Gefahr in der Schweiz bekannt
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Grosse Sorgen bei Eltern von Babys und Kleinkindern: Der Babybreihersteller Hipp ruft in Österreich Babynahrung zurück. Der Grund: Die Breigläser könnten mit Rattengift kontaminiert sein! Das deutsche Familienunternehmen wird erpresst. Bisher wurden ein vergiftetes Glas sichergestellt, wie die österreichische Zeitung «Krone» berichtet. Ein zweites Glas soll im Umlauf sein und wird noch von der Polizei gesucht. 

Konkret: Am Freitagabend ruft der deutsche Hersteller Hipp sein gesamtes Sortiment an Babybreigläsern in der Supermarktkette Spar in Österreich zurück. Es heisst: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein gefährlicher Stoff eingebracht wurde. «Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein», so die Warnung. 

So erkennst du betroffene Produkte

Am folgenden Tag schlägt die Polizei Burgenland Alarm: Sie stellt ein vergiftetes Glas sicher – der Babybrei «Karotten mit Kartoffeln» von 190 Gramm ist mit Rattengift versehen. Ein Kunde habe das Gläschen gemeldet. 

«Dringende Warnung an die Bevölkerung», heisst es darauf auf der Website der Polizei Burgenland. Am Sonntag stellt die Polizei fest: Ein zweites vergiftetes Glas könnte im Burgenland im Umlauf sein. Vergiftete Hipp-Produkte sind mittlerweile auch in Tschechien und in der Slowakei aufgetaucht. Hintergrund sind gemäss der Polizei laufende Ermittlungen in Deutschland. Inzwischen läuft deshalb eine internationale Fahndung. Die Schweiz ist nicht betroffen. 

Die verdächtigen Produkte erkennt man an folgenden Hinweisen:

  • Weisser Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden,
  • bereits geöffneter oder beschädigter Deckel,
  • fehlender Sicherheitsverschluss (Knackgeräusch beim ersten Öffnen fehlt),
  • ungewöhnlicher oder verdorbener Geruch (laut Zeugenaussagen).

Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) warnt beim Verzehr vor Symptomen wie Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blauen Flecken und Blut im Stuhl. Es ist unklar, ob der vergiftete Brei von jemandem konsumiert wurde. 

Babynahrung immer wieder im Visier

Es ist nicht das erste Mal, dass Kriminelle Firmen mit vergifteten Lebensmitteln erpressen. 2017 versetzte ein Unbekannter in Deutschland mehrere Lebensmittel mit dem Gift Ethylenglycol und forderte von mehreren Supermärkten und Drogerien insgesamt über zehn Millionen Euro. Die Polizei fand fünf vergiftete Gläschen Babynahrung und konnte den Täter kurz darauf festnehmen. Er gestand und muss für zehn Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. 

Auch bei Hipp in Österreich gehen die Behörden von Erpressung aus, wie mehrere Medien berichten. Es ist unklar, ob bei Hipp eine Lösegeldforderung eingegangen ist. 

Babymilch-Skandal macht Sorgen

Dabei dürften Eltern bei der Babynahrung nach wie vor sehr genau hinschauen: Anfang Jahr erschütterte der Babymilch-Skandal Mütter und Väter weltweit. Hersteller wie Nestlé, Danone oder Lactalis mussten unzählige Milchpulverprodukte zurückrufen. Die Produkte enthielten den Giftstoff Cereulid, der zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Der Giftstoff gelang wegen eines chinesischen Zulieferers der globalen Babynahrungsindustrie in Umlauf und landete deshalb in so vielen Produkten. 

Die grosse Kritik war damals: Nestlé hätte mit dem Rückruf zu lange gewartet, was der Nahrungsmittelmulti verneint. Beim aktuellen Fall von Hipp dürften deshalb sowohl die Eltern als auch die Behörden besonders genau hinschauen.

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