Schweizer Labor hat Gift in zwei Proben nachgewiesen
Jetzt liegen erste Testresultate der verunreinigten Babymilch vor

Seit Januar wurden mehrere Babynahrungen in der Schweiz zurückgerufen. 33 Proben wurden nun in einem Schweizer Labor auf Cereulid untersucht. In zwei wurde das Gift nachgewiesen. Der Bund fordert von den Herstellern eine genaue Untersuchung und strengere Kontrollen.
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Infolge verunreinigter Babynahrung mussten mehrere Hersteller Chargen ihrer Produkte zurückrufen.
Foto: KEYSTONE/AP/Rick Bowmer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zwei von 33 ersten analysierten Babymilch-Proben in der Schweiz enthielten Cereulid-Gift
  • Hersteller mussten seit Januar mehrere Chargen Babynahrung zurückrufen
  • Das zuständige Bundesamt erhielt bis Anfang Februar insgesamt 20 Krankheitsmeldungen
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Bei Labortests in der Schweiz sind bei zwei von 33 untersuchten Proben von Babymilch-Produkten Spuren des Gifts Cereulid nachgewiesen worden. Die beiden kontaminierten Proben stammten aus Beständen, die bei Familien mit erkrankten Kindern abgeholt worden waren, teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Mittwoch mit.

Es habe sich dabei um Babynahrung der Marke «Aptamil Pronutra 1» und «Aptamil Pronutra Junior 12+» gehandelt. Bei einer dritten Probe, die das BLV von einer betroffenen Familie beschlagnahmt hat, habe kein Cereulid nachgewiesen werden können. 

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Nicht zurückgerufene Produkte waren alle frei von Cereulid

Gleichzeitig hätten kantonale Vollzugsbehörden im Rahmen eines Monitorings Proben verschiedener nicht zurückgerufener Babynahrungs-Produkte auf das Toxin Cereulid analysiert, heisst es weiter. Alle diese 30 Proben seien negativ getestet worden.

Dass nicht alle bei betroffenen Familien eingeholten Proben kontaminiert waren, führt das BLV darauf zurück, dass einige Hersteller aus Gründen der Vorsicht eine breite Palette an Babynahrungs-Produkten zurückgerufen hatten – darunter auch solche, die möglicherweise nicht verunreinigt waren.

Der Zusammenhang zwischen Erkrankung und Produkt könne nicht abschliessend hergestellt werden, schrieb das BLV auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Denn es bestehe immer die Möglichkeit, dass ein Kind beispielsweise an einem unerkannten Infekt gelitten, das entsprechende Produkt nicht toleriert habe oder zum Beispiel eine Allergie aufweise.

Weitere Tests im Frühling

Im Frühling ist gemäss Communiqué eine weitere Testkampagne der kantonalen Vollzugsorgane geplant. Es handle sich um eine vorsorgliche Massnahme, um die Lebensmittelsicherheit über das vorliegende Ereignis hinaus zu überwachen.

Von den Lebensmittelunternehmen Danone, Nestlé und Hochdorf Swiss Nutrition verlangt der Bund eine genaue Abklärung der Ursachen und Verbesserungen bei der Qualitätskontrolle. Insbesondere wolle das BLV Aufklärung darüber, ob die rechtlichen Vorgaben des Gesundheitsschutzes eingehalten worden seien und die Unternehmen rasch genug reagiert hätten.

Seit dem 5. Januar haben die Hersteller von Babynahrungen der Marken Beba, Alfamino, Aptamil, Babybio und Bimbosan in der Schweiz Produkte wegen Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid zurückrufen müssen. Dieses Toxin kann insbesondere Erbrechen und Durchfall auslösen. Seit dem 3. Februar 2026 sind beim BLV 20 Meldungen möglicher Krankheitsfälle eingegangen.

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