Darum gehts
- Foodwatch klagt gegen Unbekannt wegen giftiger Säuglingsnahrung von Nestlé und Danone
- In Milch-Chargen wurde teils das Gift Cereulid, ein gefährliches Bakterien-Toxin, entdeckt
- Acht Familien mit neun erkrankten Kindern aus Frankreich beteiligen sich
Der Skandal um potenziell giftige Säuglingsnahrung von Grosskonzernen wie Nestlé und Danone ist um ein Kapitel reicher: Jetzt hat die Nichtregierungsorganisation Foodwatch Klage gegen Unbekannt eingereicht.
Die NGO schliesst sich acht Familien mit neun erkrankten Kindern aus Frankreich an, wie der Foodwatch-Anwalt François Lafforgue während einer Pressekonferenz erklärte. Er fordert Ermittlungen gegen die Unternehmen, die an dem kürzlich eingeleiteten Rückruf von Säuglingsmilch beteiligt sind. In einigen Chargen wurde Cereulid, ein durch Bakterien verursachtes Toxin, nachgewiesen.
«Haben es mit Wiederholungstätern zu tun»
«Wir haben es mit Wiederholungstätern zu tun», erklärte Karine Jacquemart, Geschäftsführerin von Foodwatch Frankreich. «Es ist bereits das dritte Mal, das wir Klage gegen Nestlé einreichen.» Die NGO klagte bereits wegen kontaminierter Buitoni-Pizzen und illegal gefiltertem Wasser.
Foodwatch wirft den Konzernen insgesamt acht Rechtsverstösse vor, darunter das Inverkehrbringen gesundheitsschädlicher Produkte. Gemäss der NGO sei die Klage sehr umfangreich, da es sich um sehr schwere Straftaten handle.
Am Mittwoch hatte das Verwaltungsgericht Paris eine Klage einer Vereinigung zum Schutz von Kindern abgewiesen. Die Vereinigung wirft dem französischen Staat «grobfahrlässiges Verhalten» im Umgang mit dem Säuglingsmilch-Rückruf vor.