Zuger Traditionsfirma pleite!
Jetzt wollen Mitarbeiter die Hassler AG retten

Zwei Pleiten ohne Vorwarnung: Nach der Hans Hassler AG schliesst auch die Parkett-Maier AG gemäss Recherchen von Blick. Mitarbeiter sammeln über eine Million Franken und wollen einen Teil der Arbeitsplätze mit der Gründung einer eigenen Firma retten.
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Die Hans Hassler AG ist pleite, wie Blick letzte Woche bekannt machte.
Foto: Martin Schmidt

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Parkett-Maier AG schliesst überraschend in Zürich, knapp 25 Angestellte betroffen
  • Hans Hassler AG in Zug Konkurs: Aufträge über 10 Millionen Franken noch offen
  • Innerhalb 2 Stunden über 1 Million Franken gesammelt
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Ein Konkurs folgt dem nächsten: Nach der Hans Hassler AG ist auch bei der Parkett-Maier AG überraschend Schluss. Am letzten Freitag gingen beim Spezialisten für Bodenbeläge an der Hardturmstrasse in Zürich die Türen zu, wie der Inhaber gegenüber Blick bestätigt. Rund 25 Angestellte sind betroffen. 

Erst drei Tage zuvor mussten die 80 Mitarbeiter der Hans Hassler AG nach der Mittagspause den Schock verdauen, dass ihr Arbeitgeber Konkurs angemeldet hat, wie Blick zuerst berichtet hat. Angestellte des kantonalen Konkursamts forderten die Angestellten auf, zu packen und das Gebäude zu verlassen. Danach versiegelten sie die Tür. Die beiden Betriebe sind Schwestergesellschaften und gehören dem FDP-Politiker Urs Steinegger (73). 

Gespräche für neuen Standort laufen

Die Hans Hassler AG betrieb neben dem Hauptsitz in Zug Showrooms in Zürich, Aarau und Kriens LU. Das Zuger Team rund um Produktionsleiter Florim Emini (50) kämpft nun für den Erhalt der rund 40 Arbeitsplätze am Hauptsitz. «Wir stehen zusammen und wollen die Arbeitsplätze und Lehrstellen retten», sagt er. Sämtliche Mitarbeiter, die plötzlich ohne Arbeit dastanden, seien weiterhin mit an Bord.

Innerhalb von nur zwei Stunden hätten die Angestellten über eine Million Franken an Kapital gesammelt. Der Plan: Man wollte mit einer Auffanggesellschaft Teile der konkursiten Gesellschaft übernehmen und reichte ein entsprechendes Angebot beim Konkursamt ein.

Doch der ursprüngliche Plan stellte sich als zu kompliziert heraus, erzählt Emini. «Deshalb wird nun eine komplette Neugründung geprüft.» Mit dem gesammelten Geld sei genug Startkapital vorhanden. Gespräche für einen neuen Standort in Cham ZG würden bereits laufen. Der Produktionsleiter hat derzeit alle Hände voll zu tun.

«Auch in der Bevölkerung ist die Enttäuschung gross»

Emini soll das neue Unternehmen führen. Er stieg 1996 bei der Hans Hassler AG ein und war rund 20 Jahre lang für die Produktion, Qualitätssicherung und das operative Geschäft verantwortlich. «Wir haben im Kanton Zug Böden in bester Qualität ausgeführt. Fast jeder kennt einen Hassler-Boden», sagt er.

Der Konkurs sei ohne jegliche Vorwarnung gekommen. «Niemand hat damit gerechnet. Auch in der Bevölkerung ist die Enttäuschung gross», sagt Emini. Die Belegschaft hofft nun darauf, dass die Bevölkerung die Neugründung aktiv unterstützt.

Gemäss Emini standen bei der Hans Hassler AG zum Zeitpunkt des Konkurses noch Aufträge im Umfang von über 10 Millionen Franken in den Büchern. Sollte ein Teil der bisherigen Kundschaft dem neuen Unternehmen treu bleiben, würde dies den Neustart erheblich erleichtern. 

«Man kann Geld verdienen»

Der Konkurrenzkampf im Geschäft mit Bodenbelägen wie Vinyl, Laminat, Parkett und Teppich ist hart: Gegenüber Blick begründete Steinegger den Konkurs mit den tiefen Margen, dem intensiven Wettbewerb und diversen anderen Faktoren. Die Auftragslage sei zwar gut, doch man sei nicht länger in der Lage gewesen, diese zu finanzieren. Die Löhne wurden bis anhin immer pünktlich bezahlt.

Trotz allem ist Emini überzeugt, dass das Geschäft mit Bodenbelägen weiterhin Potenzial hat. «Wenn man den Betrieb gut führt, kann man Geld verdienen, selbst in dieser Branche», sagt er. In der Schweiz gebe es über 1200 Unternehmen in diesem Bereich, die wirtschaftlich erfolgreich arbeiten würden. Emini lässt auch Kritik an Steineggers Unternehmensführung durchblicken. 

Geht der Plan mit der Neugründung auf, können die erfahrenen Mitarbeiter ihre Kompetenzen in der Beratung, Montage und Renovation womöglich bald wieder einbringen. 

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