Wie Zugabteile
Airbus führt «Premium-Kabine» für Rollstuhlfahrer ein

Der Flugzeugbauer Airbus testet aktuell eine Sitzlösung für Rollstuhlfahrer, bei der Passagiere im eigenen Rollstuhl sitzen können. In der Branche wetteifern mehrere Hersteller um die innovativste neue Sitzrevolution.
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Airbus plant eine Neuerung im Sitzbereich der Flugzeuge.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Airbus präsentiert neues Kabinenkonzept «U Suite»
  • Einführung soll ab 2032 starten
  • Das Abteil kann modular genutzt werden, nicht nur für Rollstuhlfahrer
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Der weltgrösste Flugzeugbauer Airbus will inklusiver werden – und stellt dafür ein neues Kabinenkonzept vor. In der «U Suite» sollen Passagiere im eigenen Rollstuhl sitzenbleiben können. Heute müssen Rollstuhlfahrer das Gefährt am Flugzeugeingang abgeben und in einen schmaleren Bordrollstuhl wechseln. Der persönliche Gegenstand wird dann im Frachtraum verstaut. Und laut Airbus trägt jeder zehnte Rollstuhl dabei Transportschäden davon. 

Die neue Suite ist kein klassisches Sitzprodukt: Economy, Business und First Class gibt es nicht. Vielmehr soll es für die Suite eine eigene «Premium-Zone» in den Fliegern geben, heisst es bei Airbus. Das Abteil besteht aus insgesamt fünf Sitzen, die gegenüberliegend angeordnet sind. So, wie man es von Zugabteilen kennt. In der Mitte kann ein Rollstuhl sicher am Kabinenboden befestigt werden. 

Auch zum Schlafen oder für Teammeetings gedacht

Die «U Suite» ist nicht nur für Rollstuhlfahrer. Sie kann auch zu einer Liegefläche oder zu einem Arbeitsbereich umfunktioniert werden. Offizielle Preise für ein Ticket gibt der europäische Konzern noch keine bekannt. Die erste Auslieferung ist für das Jahr 2032 geplant.

Aktuell wird in der Flugbranche fleissig an neuen, innovativen Kabinenkonzepten getüftelt. Neben der «U Suite» testet Airbus auch zweistöckige Sitzreihen, die das Platzproblem in der Kabine lösen und den Fluggesellschaften zu höheren Einnahmen verhelfen sollen. Auch dieses Projekt befindet sich noch in der Testphase. Und das Design ist nicht unumstritten. Airbus argumentiert, dass beide Sitzebenen Vorteile bieten: Unten gibts mehr Fussraum, oben können sich Fluggäste weiter zurücklehnen. Allerdings fehlt bei diesem Konzept Stauraum fürs Handgepäck, was Fachleute teils kritisieren.

Stehplätze und Betten in der Holzklasse

Noch einen Schritt weiter geht der italienische Flugzeugausstatter Aviointeriors: Der «Skyrider 2.0» hat zwar Rücken- und Armlehnen, ähnelt aber eher einem Sattel statt einem Sitz. Laut Aviointeriors könnten Airlines mit diesem Konzept 20 Prozent mehr Passagiere in ein Flugzeug packen. Immer wieder kursieren im Netz Gerüchte, dass der Skyrider bald bei Billig-Airlines wie Ryanair zum Einsatz kommen könnte. In einem Statement auf Instagram gibt der Hersteller aber Entwarnung: «Es handelt sich nur um einen Konzeptprototyp, der weit davon entfernt ist, tatsächlich in einem Flugzeug zum Einsatz zu kommen.»

Der Airbus-Konkurrent Boeing experimentiert derweil mit Betten in der Economy-Class: Nächstes Jahr will die US-Airline United 200 Flieger ihrer Boeing-Flotte mit einer «Relax Row» ausstatten. Dabei kann eine Dreier-Sitzreihe in der Economy in ein Bett umgewandelt werden, das Platz für zwei Erwachsene und ein Kleinkind bietet. Das Konzept kennen andere Airlines wie Air New Zealand und Vietnam Airlines bereits.

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