Wie SNB und Fed
Auch die EZB schraubt nicht an den Zinsen

Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins für den Euro-Raum weiter bei 2 Prozent. Den Entscheid hatten Analysten im Vorfeld so erwartet. Doch der Krieg im Nahen Osten schürt Inflationsängste.
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EZB-Präsidentin Christine Lagarde legt eine Zinspause ein.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die EZB belässt den Leitzins bei 2 Prozent, sechste Zinspause seit Juni 2025
  • Inflation im Euroraum lag im Februar 2026 bei 1,9 Prozent
  • Kritik nach 2022: Inflation damals über 10 Prozent, jetzt vorsichtiges Abwarten
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Die Europäische Zentralbank (EZB) folgt den Währungshütern in den USA und der Schweiz: Auch der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde (70) legt eine Zinspause ein und lässt den Leitzins der Euro-Zone unverändert – zum sechsten Mal in Folge seit der letzten Zinssenkung im Juni 2025. Heisst: Der Einlagenzins, der für Sparer und Anleger relevant ist, bleibt bei 2 Prozent. Wenige Stunden zuvor hatte bereits die Schweizerische Nationalbank nicht an den Zinsen gerüttelt. Und die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch ebenfalls am derzeitigen Leitzinsniveau festgehalten.

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Dass die EZB stillhält und weiter ihren bestehenden Kurs verfolgt, hatten Finanzexperten so erwartet. Marktbeobachter sahen keinen Grund für eine Änderung. Denn: Im Februar lag die Inflation im Euroraum bei 1,9 Prozent – und damit im Zielbereich der EZB. Sie strebt mittelfristig eine Rate von zwei Prozent an. 

Ungute Erinnerungen an Ukraine-Krieg

Die EZB hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen, das auch die SNB und die Fed umtreibt: die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten auf die Weltwirtschaft. Einerseits dürfte sich die Konjunktur wegen des steigenden Ölpreises eintrüben. Sollte die europäische Wirtschaft zu stark unter Druck geraten, könnte eine Zinssenkung etwas Schub verleihen. Andererseits treiben die kletternden Energiekosten auch die Preise nach oben, was die Inflation befeuert. Dies würde eher für höhere Zinsen sprechen.

Der Fokus der EZB liegt derzeit vor allem auf der Teuerung. Sie will unbedingt verhindern, dass ihr die Inflation davon galoppiert. So prasselte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 grosse Kritik auf die Zentralbank ein. Der Vorwurf: Die Währungshüter hätten den damaligen Preisanstieg zu lange unterschätzt. Zeitweise schnellte die Inflation im Euroraum auf über 10 Prozent. Heisst: Derzeit wartet EZB-Chefin Lagarde noch ab. Hält der Konflikt im Nahen Osten aber noch länger an, dürfte sie künftig eine Zinserhöhung ins Auge fassen. 

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