Darum gehts
- Stadler Rail investiert 25 Mio. Franken in neuen Standort in Astana
- Fabrikausbau schafft 100 neue Stellen und erweitert Alu-Wagenkasten-Produktion
- 2-Milliarden-Franken-Auftrag: 557 Schlafwagen für Kasachstans Bahn
Nordamerika wird für Stadler Rail immer mehr zum wichtigen Pfeiler. Im März 2025 kündigte der Thurgauer Zugbauer von Patron Peter Spuhler (67) Investitionen von 70 Millionen Dollar an, um das US-Werk in Salt Lake City auszubauen. Züge für den US-Markt stellt das Unternehmen nicht mehr am Hauptsitz in Bussnang TG her, sondern eben am US-Standort. Dort weihte Stadler im Juli die neue Fabrikhalle ein. Das Unternehmen liess gar einen Werbefilm produzieren, um seine Erfolge in der US-Expansion aufzuzeigen. Gleichzeitig richtet Stadler seinen Fokus aber auch nach Osten – konkret: nach Kasachstan.
In der kasachischen Hauptstadt Astana baut der Zugbauer nämlich seinen Produktionsstandort aus, wie das Unternehmen am Freitag bekannt gibt. Dabei investiert Stadler rund 25 Millionen Franken in den Bau von Werkstätten für das Schweissen und Lackieren von Aluminium-Wagenkästen. Durch den Fabrikausbau sollen 100 zusätzliche Angestellte zu den bestehenden 650 Mitarbeitenden dazukommen. Das neue Personal will Stadler schrittweise anwerben.
Milliarden-Auftrag für Stadler
Der Ostschweizer Zughersteller schnappte sich im Dezember 2022 einen Mega-Auftrag in Kasachstan: Stadler baut für die kasachische Bahn 557 Schlaf- und Liegewagen. Das Auftragsvolumen: 2 Milliarden Franken. Erste Wagen hat das Unternehmen Ende 2025 ausliefern können.
Ende November 2025 fand ein schweizerisch-kasachisches Wirtschaftsforum in Astana statt. Neben Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66) war auch Stadler-Patron Spuhler vor Ort. Und reiste mit der Vereinbarung nach Hause, wonach der Zugbauer seine Entwicklung der Schienenfahrzeugproduktion im zentralasiatischen Land weiter vorantreibt. Insgesamt plant Stadler, 53 Millionen Franken in Kasachstan zu investieren.
Der Thurgauer Zugbauer hat bereits Erfahrungen mit dem Aufbau von Fabriken in früheren Sowjetstaaten. So betrieb das Unternehmen ab 2013 unter anderem ein Werk in Belarus. Aufgrund von Sanktionen gegen das Land gab der Zugbauer den belarussischen Standort aber auf. Die Fabrik besteht zwar weiterhin, agiert aber unabhängig von der Stadler-Gruppe.