Darum gehts
- Die Schesaplanahütte im Prättigau steht seit kurzem zum Verkauf
- Ein Verkauf erfolgt nur an Käufer mit Gastronomiekonzept, keine Umnutzung erlaubt
- 2025 verzeichneten SAC-Hütten 409'000 Übernachtungen, ein Plus von 12,7 Prozent
Im Prättigau steht mit der SAC-Hütte Schesaplana ein seltenes Objekt zum Verkauf. Sie liegt ob Seewis GR auf 1908 Metern über Meer. Das Haus ist gut im Schuss. Die 1898 erbaute Hütte hat 65 Schlafplätze. Eine Photovoltaikanlage liefert Strom, dazu kommen eine eigene Quelle mit Wasserreservoir und eine Kläranlage. Im Sommer zählt sie rund 4000 Übernachtungen, der Betrieb läuft gut, wie die «Südostschweiz» berichtet.
Dass eine SAC-Hütte verkauft wird, ist selten. Normalerweise werden solche Häuser an eine andere SAC-Sektion weitergegeben. Bei der Schesaplanahütte ist der Verkauf möglich, weil sie der Sektion Pfannenstiel gehört. Der Grund für den ungewöhnlichen Schritt: Der Sektion gehen die Freiwilligen aus. Sie findet niemanden mehr, der ehrenamtlich die Verwaltung übernimmt und sich um die Arbeiten rund um die Hütte kümmert. Bis am 11. Oktober ist die Hütte noch geöffnet.
Umbau zu Ferienhaus nicht möglich
«Die Verpachtung ist nicht mehr tragbar, weil wir zu wenige Freiwillige für die Administrations- und Unterhaltsarbeiten rund um die Hütte haben», sagt Sektionspräsidentin Erika Manser zur «Südostschweiz». Eine Anfrage von Blick ist noch offen. Wer nun von einem privaten Ferienhaus an bester Lage träumt, wird aber enttäuscht. Denn eine Umnutzung zu Wohnzwecken ist ausgeschlossen. Und auch mit einem dicken Portemonnaie allein wird man nicht der neue Eigentümer der Schesaplanahütte.
«Wir verkaufen nicht dem Meistbietenden, sondern jemandem, der die Gastronomie weiterführt», stellt Manser klar. Ein Verkauf ins Ausland oder an einen Grossinvestor komme nicht infrage. Interessenten müssen ein Konzept für den Weiterbetrieb vorlegen. Einen Preis nennt die Sektion nicht. Auch die heutigen Hüttenwarte möchten das Objekt übernehmen. Sie sind aber nicht die Einzigen. Der Vorstand will der Generalversammlung die geeignetsten Käufer vorschlagen. Die Mitglieder entscheiden schliesslich, wer den Zuschlag erhält.
Brunnihütte wurde 2024 verkauft
«Wir bedauern es, wenn eine Sektion ihre Hütte nicht mehr weiterführen kann und diese an Dritte verkauft werden muss», sagt ein Sprecher des SAC in Bern zu Blick. «Hütten sind Teil der Geschichte und der Identität einer Sektion, und ihr Betrieb lebt vom ehrenamtlichen Engagement.» Der Fall zeige, wie anspruchsvoll es geworden sei, eine Sektionshütte ehrenamtlich zu betreuen. Er bestätigt: «Der Verkauf einer offiziellen SAC-Hütte an externe Käuferschaften kommt sehr selten vor.»
Im November 2024 wurde zum letzten Mal eine SAC-Hütte verkauft. Die Brunni-Bahnen haben damals die Brunnihütte ob Engelberg OW übernommen. Die SAC-Sektion Engelberg hatte den Verkauf Ende 2023 beschlossen, woraufhin die SAC-Abgeordnetenversammlung im Juni 2024 zustimmte. Schweizweit besitzt und betreibt der SAC 153 Hütten, sie bieten Platz für 9000 Gäste. Und die Hütten sind so beliebt wie nie.
2025 verzeichneten die Berghütten des Clubs 409'000 Übernachtungen – eine satte Zunahme von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und ein neuer Rekord: «2025 geht als das erfolgreichste Hüttenjahr in die Geschichte des Schweizer Alpen-Clubs ein», sagte SAC-Leiter Bruno Lüthi. Und dies, obwohl 7 der insgesamt 151 Hütten 2025 geschlossen waren.
Besonders hoch im Kurs bei Wanderern sind die Walliser Alpen. Mit 119'721 Übernachtungen zog es am meisten Berggeher in den Kanton Wallis. Dort befindet sich auch die beliebteste SAC-Hütte des Landes: Die Lämmerenhütte 2502 Meter über Meer verzeichnete erneut am meisten Gäste. 10'053 Personen übernachteten 2025 in der Holzhütte. Im Vorjahr waren es 8017.