Weil der Bürgermeister angefahren wurde
Italienischer Nobelort verbannt Velos aus Stadtzentrum

Im Juli wird Comos Bürgermeister Alessandro Rapinese (50) von einem E-Bike erwischt. Einen Monat später verbietet er alle Zweiräder aus der Innenstadt. Die Entscheidung der bei Schweizer Touristen beliebten italienischen Stadt sorgt für Diskussionen.
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Die italienische Stadt Como zieht viele Touristen an.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ab September sind Velos in der Altstadt von Como verboten
  • Bürgermeister Alessandro Rapinese reagierte nach E-Bike-Unfall vor dem Rathaus
  • Italiens Strassenverkehrsordnung unterscheidet nicht zwischen E-Bikes und normalen Velos
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Der Comersee ist eine beliebte Feriendestination von Schweizerinnen und Schweizern. Viele verbringen unter anderem mit dem Camper ein paar Tage in der norditalienischen Idylle – nur wenige Autominuten von der Grenze entfernt. Die Velos sind da natürlich dabei. Nur: Wer in Zukunft die Altstadt von Como mit dem Zweirad erkunden will, muss es ausserhalb parkieren.

Denn Velos sind ab September in der Innenstadt verboten – ganz egal, ob E-Bike oder nicht, wie die italienische Nachrichtenagentur «Ansa» berichtet. Der Grund: Bürgermeister Alessandro Rapinese (50) wurde Mitte Juli vor dem Rathaus von einem E-Bike angefahren. Seither hat er die Nase voll von den Zweirädern.

Nicht überall Verständnis

Daraus macht er kein Geheimnis. «Ich habe am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, von diesen Bestien angefahren zu werden», schimpfte Rapinese. «Man hat mir vorgeworfen, diese Massnahme ergriffen zu haben, weil ich von einem E-Bike erwischt wurde. Das stimmt natürlich.»

Die Nobelstadt, die immer wieder prominente Gäste zu Besuch hat, schlägt sich aktuell eigentlich mit einem anderen Verkehrsproblem herum. So sollte der Zugang von Kurierdiensten zur Altstadt beschränkt werden. Nach Rapineses E-Bike-Zwischenfall rückten auch die Velos mit Motörli auf die Traktandenliste der Behörden. Da die italienische Strassenverkehrsordnung aber eine Diskriminierung zwischen normalen und Elektrofahrrädern verbietet, müssen jetzt halt auch normale Velos dran glauben. Fortbewegungsmittel mit Elektroantrieb sind der Stadt Como sowieso ein Dorn im Auge. Bereits vor vier Jahren verbot die norditalienische Stadt die Vermietung von E-Scootern. 

Die neue Velo- und E-Bike-Ordnung stösst aber nicht überall auf Verständnis. «Die Verwaltung macht aus individuellen Problemen kollektive», findet Vincenzo Falanga gegenüber «La Stampa». Er ist Präsident des Kulturvereins Nova Como, der sich unter anderem für urbane Mobilität einsetzt. So soll Mitte September bereits eine gemeinsame Velo-Demo stattfinden, um ein Zeichen gegen das Verbot zu setzen.

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