Darum gehts
- Sanpellegrino fehlt bei Migros, Denner und Aldi
- Migros stoppt Verkauf wegen Preisverhandlungen mit Nestlé
- Nestlé nimmt keine Stellung – lagert Wassergeschäft aus
Bereits Anfang Woche fiel einem Blick-Leserreporter auf, dass sein Lieblingswasser Sanpellegrino seit ein paar Tagen in den Regalen von Migros fehlt. Weil er bei der aktuellen Hitze nicht ohne sein Lieblingsgetränk auskommen will, geht er auch bei Denner und Aldi auf die Suche nach der grünen Flasche – vergebens. In den Regalen der Detailhändler klafft eine grosse Lücke, wo sonst das Quellwasser aus den italienischen Alpen steht.
Liegt es an einem Lieferengpass oder hat der Hitzesommer 2026 dazu geführt, dass die italienische Wasserquelle versiegt ist? Blick hat bei den Detailhändlern nachgefragt. Bei Migros hat der Engpass nichts mit der Hitze zu tun. Es geht um Geld: Der orange Riese verhandelt aktuell mit Nestlé die Einkaufspreise von Sanpellegrino – und hat das Produkt deshalb sowohl in den Migros-Filialen als auch bei Denner, Migrolino und Migros Online aus dem Sortiment geschmissen.
Kampf um die Marge
«Ziel dieser Verhandlungen ist, faire und nachvollziehbare Preise sicherzustellen», sagt die Medienstelle auf Anfrage von Blick. Solche temporären Lieferunterbrüche im Zusammenhang mit Preisverhandlungen sind nicht neu. Auch bei Lindt-Schokoladen oder Coca-Cola-Getränken kam es deswegen zuletzt zu Lücken in den Regalen.
Allerdings geht es dabei nicht immer nur darum, tiefe Preise für die Kundinnen und Kunden sicherzustellen. Für die Detailhändler steht auch der Schutz ihrer Marge im hart umkämpften Markt im Fokus. Muss die Migros im Einkauf mehr für ein Produkt zahlen, kann sie entweder den Preis für die Kundinnen und Kunden erhöhen oder die höheren Kosten selber tragen.
Bei Aldi hängt der Engpass derweil tatsächlich mit der Hitzewelle zusammen: «Aufgrund des warmen Wetters haben wir in den letzten Wochen eine erhöhte Nachfrage nach Mineralwasser verzeichnet», schreibt der Discounter auf Anfrage von Blick. «Im Einzelfall kann das dazu führen, dass ein Produkt in einer Filiale kurzfristig nicht mehr verfügbar ist.» Gut möglich, dass wie der Blick-Leserreporter auch andere Migros-Kunden ihr Glück beim Discounter versucht haben.
Nestlé lagert Wassersparte aus
Nestlé will zu den Preisverhandlungen mit Migros keine Stellung nehmen. Dafür hat der Lebensmittelkonzern heute bekannt gegeben, dass das gesamte Wassergeschäft in ein neues Joint Venture namens Peranel ausgelagert wird. Die Wasserfirma soll neu gemeinsam mit dem Finanzinvestor Platinum Equity betrieben werden. Beide werden einen Anteil von 50 Prozent an Peranel halten. Die neue Firma bündelt über dreissig bekannte Marken – darunter Sanpellegrino, Perrier und Nestlé Pure Life.
Der Deal bewertet die Wasser-Sparte von Nestlé mit insgesamt 4,5 Milliarden Franken. Dem Nahrungsmittelkonzern sollen beim Vollzug 2,8 Milliarden Franken Cash zufliessen.
Der Leserreporter ist derzeit auf ein anderes Wasser umgestiegen – aber nur vorübergehend. «Ich mag Sanpellegrino, weil es viel Kohlensäure hat», sagt er. Sobald es wieder verfügbar sei, kaufe er wieder die grünen Flaschen aus Italien.