Goldbären machen sich rar
Plötzlich leere Haribo-Regale in Supermärkten geben Rätsel auf

Haribo-Fruchtgummis sind Mangelware in Coop-Supermärkten – aber nicht wegen Preisstreitigkeiten. Grund für die Lücken könnte eine Änderung bei Haribos Vertriebsstruktur in der Schweiz sein.
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Einen Zusammenhang der leeren Regale mit aktuellen Preisverhandlungen gibt es nicht, sagt eine Coop-Sprecherin.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Coop-Supermärkte haben aktuell leere Regale bei Haribo-Produkten in der Schweiz
  • Migros bestätigt weiterhin nationale Verfügbarkeit von Haribo-Goldbären und Co.
  • Grund für die Regallücken könnte Änderung bei Haribos Vertriebsstruktur in der Schweiz sein
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

Süsses oder Saures? Keines von beidem gibt es derzeit bei Coop. Zumindest klaffen immer mehr Lücken in den Regalen, wo sonst Fruchtgummi-Packungen von Haribo stehen. Zum Beispiel im Mega-Supermarkt von Coop im Quartier Grüze in Winterthur ZH, einem der grössten Standorte des Basler Detailhändlers in der Schweiz. «Wir sind ausgeschossen», sagt eine Verkäuferin vom Grüzemarkt Kundinnen und Kunden, die verwundert vor den Regallücken stehen. Nachschub sei momentan nicht in Sicht, nimmt sie Fragen vorweg.

Gleiches Bild in der Stadt Zürich, wie ein Augenschein von Blick zeigt. Mangelware sind Haribo-Goldbären, Quaxi, Phantasialand, Pasta Basta und Co. auch in Coop-Supermärkten in der Limmatstadt. Schweizweit lichten sich derzeit die Regale mit Fruchtgummis des deutschen Weltmarktführers, melden weitere Leserreporter. Interessant: Beim grossen Konkurrenten Migros machen sich die Goldbären nicht rar. Noch nicht? «Die Verfügbarkeit ist national bei uns gewährleistet», versichert eine Migros-Sprecherin auf Nachfrage.

Regallücken bei Markenprodukten tun sich derzeit in vielen Supermärkten auf – mit Absicht! Migros, Denner, Coop und Co. lassen die Regale bewusst leer, sie setzen Nachbestellungen der Waren bei ihren Markenlieferanten aus. Um Druck aufzusetzen, bei Preisverhandlungen günstigere Konditionen zu erhalten. Die Lieferanten selbst greifen weniger oft zu diesem Druckmittel. Ein seltenes Beispiel: Die Rheinfelder Brauerei Feldschlösschen stoppte zuletzt die Belieferung der Migros-Gruppe. Dieser Bier-Streit ist mittlerweile beigelegt.

Lösung des Rätsels liegt bei Haribo

Die Preisfrage lautet: Liegen sich Coop und der Fruchtgummi-Marktführer in den Haaren? «Es gibt keinen Zusammenhang der leeren Regale mit aktuellen Preisverhandlungen mit Haribo», sagt eine Coop-Sprecherin. Grundsätzlich äussere man sich nicht zu laufenden Verhandlungen mit Lieferanten. Laut dem Detailhändler sind «einzelne Verkaufsstellen» vom Haribo-Schwund betroffen.

Auch Haribo will von «Auslistungen oder Lieferstopps» nichts wissen. «Wir haben auch keine Produktionsdefizite», schreibt ein Sprecher des Unternehmens. Eine Verfügbarkeit soll bald wiederhergestellt werden: «Wir sind zuversichtlich, dass unsere Produkte zeitnah wieder vollständig in die Süsswarenregale von Coop zurückkommen werden.»

Die Lösung des Haribo-Rätsels um die leeren Regale könnte im Zusammenhang mit einer «Änderung der Vertriebsstruktur des Haribo-Lieferantens in der Schweiz sein. Hinweise darauf erhält Blick von Brancheninsidern. Coop und Haribo schweigen dazu.

Was der Basler Detailhandelsriese aber klar bestätigt: «Wir sind in allen Sortimentsbereichen laufend im Austausch mit verschiedenen unserer zahlreichen Lieferanten.» So dürften sich an anderen Stellen in den Regalen der Supermärkte auch künftig immer wieder Lücken auftun.

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