Darum gehts
- Fielmann-Kunden warten seit Dezember wochenlang auf bestellte Kontaktlinsen und Pflegemittel
- Rabattaktion führte zu unerwartet hoher Nachfrage, besonders bei speziellen Dioptrienwerten
- 20 Prozent Rabatt ab 15. Dezember verursachte zahlreiche Bestellungen und Verzögerungen
«Normalerweise dauert es nur zwei, drei Tage, bis die Bestellung da ist», sagt ein Blick-Leser, der seine Tageskontaktlinsen seit Jahren online beim Optiker-Riesen Fielmann bezieht. Anders dieses Mal: Seit seiner letzten Bestellung im Dezember sind schon drei Wochen vergangen – und seine Linsen sind noch immer nicht da.
Erst Anfang Januar habe ihn Fielmann per Mail informiert, dass es Verzögerungen gebe – ohne einen Liefertermin zu nennen. «Hätte ich die Linsen nicht mittlerweile bei der Konkurrenz beschaffen können, wäre ich gezwungen gewesen, mit Brille herumzulaufen», sagt der Leser.
Auf der Website von Fielmann wird auf das Problem hingewiesen: «Aktuell kommt es leider zu Verzögerungen bei Kontaktlinsen und Pflegemitteln aus unserem Sortiment.» Man bitte um Verständnis dafür, «dass wir den Versand weder beschleunigen noch einen genaueren Lieferzeitpunkt nennen können».
Rabattaktion löste Run aus
Was ist da los? Fielmann-Sprecher Tobias Plöger erklärt auf Anfrage: «Wir machten kurzfristig eine Marketingaktion. Diese war erfolgreicher als erwartet.» Fielmann habe den Kunden ab dem 15. Dezember als Geschenk zum Jahreswechsel 20 Prozent Rabatt auf Kontaktlinsen sowie Pflegemittel geboten. «Dies hat zu einer grossen Zahl von Aufträgen geführt, bei der Menschen oft gleich ihren kompletten Jahresvorrat an Linsen bestellt haben.»
Viele dieser Order seien für Kontaktlinsen mit sehr hohen Dioptriewerten eingegangen. Plöger: «Linsen dieser Art liegen nicht auf Lager, sondern müssen zunächst produziert werden. Das kostet mehr Zeit.»
Hinzu sei gekommen, dass die Feiertagssituation der zweiten Dezemberhälfte zu Produktions- und Lieferverzögerungen bei den Produzenten und Lieferanten geführt habe. «Durch Feiertage und freie Tage sowie die ebenfalls im Dezember notwendige Inventur wurden so zahlreiche Produkte erst ab Januar geliefert», so der Fielmann-Sprecher.
Bis sich die Lage beim deutschen Optiker-Konzern normalisiert hat, wird es noch etwas dauern. Plöger: «Wir gehen davon aus, den Rückstau bis Ende kommender Woche abgebaut zu haben.»