Darum gehts
- In Basel kostet die teuerste Mietwohnung 7900 Franken pro Monat
- Die Miete stieg seit Erstvermietung 2014 um fast 70 Prozent
- 193 m², 5,5 Zimmer, Balkon, Parkplatz 260 Franken, kein Waschturm
7900 Franken pro Monat: So viel kostet die derzeit teuerste Wohnung, die in der Stadt Basel auf den grossen Mietportalen inseriert ist. Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner erhalten dafür eine Wohnung mit 5,5 Zimmern auf 193 Quadratmetern in der modernen Luxusüberbauung Riva am Rhein direkt am Fluss. Dazu ein grosszügiger Balkon, Badezimmer mit Bisazza-Fliesen und dunkle Parkett- und Plattenböden. Pro Parkplatz kommen nochmals 260 Franken dazu.
Interessant: Trotz der stolzen Miete verfügt die Wohnung aktuell über keinen eigenen Waschturm. Stattdessen gibt es einen gemeinsamen Wasch- und Trockenraum im Untergeschoss. Wer will, kann im Reduit eine Waschmaschine nachrüsten.
Überbauung setzte vor zwölf Jahren neue Standards
Die vier Gebäude der Überbauung setzten bereits bei der Erstvermietung im Jahr 2014 neue Standards. Als die 65 Mietwohnungen 2014 auf den Markt kamen, reichten die Mieten von 2500 Franken für eine 2,5-Zimmer-Wohnung bis hoch auf bis zu 6000 Franken für eine 6,5-Zimmer-Attikawohnung. Dimensionen, die man damals in Basel-Stadt praktisch nur von einzelnen, luxuriös sanierten Altbauwohnungen kannte und nicht bei einer ganzen Überbauung.
Zwölf Jahre später hat sich bei den Mieten aber noch mal einiges getan: Die aktuell inserierte Wohnung kostet fast 70 Prozent mehr als bei ihrer Erstvermietung. Blick wollte von der Vermieterin wissen, wie diese massive Preiserhöhung zustande kommt. Die Sarasin Anlagestiftung liess die Medienanfrage jedoch unbeantwortet. Üblicherweise argumentieren die Firmen in solchen Fällen mit Orts- und Quartiersüblichkeit und Marktüblichkeit. Sprich: Man versucht, den Mietzins so hoch anzusetzen, dass die Wohnung gerade noch weggeht.
Wohnschutz gilt bei Luxuswohnungen nicht
Das Luxussegment ist für Vermieter besonders interessant, da hier die Bestimmungen für den Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen nicht gelten. Die Vermieter können die Preise also bei jedem Mieterwechsel nach eigenen Vorstellungen in die Höhe schrauben. Auch der strenge Basler Wohnschutz kommt nicht zur Anwendung. Heisst: Die Vermieter müssen bei Luxuswohnungen den vorherigen Mietzins nicht ausweisen.
Die Wohnhäuser stehen auf dem Gelände des ehemaligen Kinderspitals. Der Boden gehört dem Kanton Basel-Stadt und wird an die Sarasin Anlagestiftung verpachtet. Die Baurechtszinsen sind an die Teuerung gekoppelt. Seit 2014 ist der Zins um gut 5 Prozent gestiegen. Dazu kommen noch höhere Verwaltungskosten. Diese sollten bei einer Mietzinserhöhung von mehreren Tausend Franken aber verkraftbar sein.
Erst im letzten Sommer sorgte eine andere Basler Luxuswohnung der Star-Architekten Herzog & de Meuron für Aufsehen: 5,5 Zimmer, 180 Quadratmeter Wohnfläche, mit einem Balkon und einer 62 Quadratmeter grossen Dachterrasse mit bestem Blick auf den Rhein. Diese «luxuriöse Rheinromantik» – so wird die Wohnung in der Annonce verkauft – gibts für rekordhohe 10'450 Franken, wie die «Basler Zeitung» damals schrieb.