Unternehmer (55) zeigt Mega-Budget
«Pro Monat landen 36’000 Franken auf dem Konto»

Vom Polymechaniker zum Geschäftsführer eines Unternehmens mit 100 Mitarbeitenden: Stefan Thommen investiert in Start-ups. Seine Beteiligungen haben aktuell einen Wert von 3 bis 4 Millionen Franken. Für die Beobachter-Serie legt er sein Budget offen.
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Stefan Thommen (Name geändert) zahlt 4600 Franken Miete pro Monat für seine Attikawohnung in Luzern. Der Preis ist für ihn zweitrangig. (Symbolbild)
Foto: Getty Images

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Katrin Reichmuth
Beobachter

Stefan Thommen ist seit zehn Jahren geschieden und Vater von zwei erwachsenen Töchtern im Alter von 22 und 24 Jahren. Seit einem Jahr ist er wieder in einer Beziehung. Seine Partnerin lebt in der Region Zürich, er in der Stadt Luzern.

Artikel aus dem «Beobachter»

Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

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Stefan Thommen, der in Wirklichkeit anders heisst, ist gelernter Polymechaniker. Danach absolvierte er ein berufsbegleitendes Studium in Maschinenbautechnik. Nach Sprachaufenthalten in Frankreich und den USA bildete er sich zum Verkaufsleiter weiter.

Nachdem der 55-Jährige zunächst ein kleineres KMU leitete, ist er nun seit zehn Jahren Geschäftsführer und Teilhaber eines Schweizer Unternehmens im Maschinenbau. Er hat das Geschäft mitaufgebaut und immer Vollzeit gearbeitet.

In der Beobachter-Serie «Die Abrechnung» zeigt er seinen Kontoauszug und erzählt, wie er mit seinem Budget lebt. Wie viel Geld steht ihm zur Verfügung? Wofür gibt er es aus?

Einnahmen

«Mein jährliches Nettoeinkommen beläuft sich auf 355’000 Franken, was monatlich etwa 29’600 Franken entspricht. Der Bonusanteil ist variabel. Im vergangenen Jahr betrug er 75’000 Franken.

Zusätzlich bin ich als Investor an drei Firmen beteiligt. Ich bringe dort nicht nur Kapital, sondern auch mein Netzwerk und Know-how ein. Zwei dieser etablierten KMU schütten Dividenden aus, was mir jährlich zwischen 60’000 und 200’000 Franken einbringt – im letzten Jahr waren es 75’000 Franken. Das dritte Unternehmen ist ein Start-up, das sich noch im Aufbau befindet.

Alles in allem landen im Monat rund 36’000 Franken auf meinem Konto.»

Ausgaben

Wohnen: «Ich lebe in einer modernen 4,5-Zimmer-Attikawohnung in der Stadt Luzern. Das Gebäude ist erst vier Jahre alt, und ich geniesse auf 170 Quadratmetern viel Platz sowie eine grosszügige Terrasse mit Aussicht auf den Vierwaldstättersee. Die Wohnung verfügt über zwei Badezimmer und eine zusätzliche Gästetoilette. Für Nebenkosten wie Strom und Wasser gebe ich monatlich 400 Franken aus.

Die monatliche Miete von 4600 Franken ist zwar hoch, aber der Preis ist für mich zweitrangig – viel wichtiger ist mir, dass ich mich in meinem Zuhause wohlfühle. Ich liebe die Stadt Luzern, weil sie das Angebot einer Grossstadt mit familiärer Überschaubarkeit vereint. Ich kann alles zu Fuss erledigen.

Dass ich zur Miete wohne, ist ein bewusster Entscheid: Ich schätze die Flexibilität und halte den Schweizer Immobilienmarkt derzeit für überhitzt. Da meine Partnerin in Zürich wohnt und ihre Tochter noch studiert, leben wir aktuell getrennt. Wir planen jedoch, uns in Zukunft eine gemeinsame Wohnung zu suchen.»

Telefon, Internet und Abos: «Da ich regelmässig im Homeoffice arbeite, übernimmt mein Arbeitgeber die Kosten für mein Mobiltelefon, das TV-Abo und den Internetanschluss. Aus meinem eigenen Portemonnaie zahle ich lediglich 75 Franken im Monat für meine Streaming-Dienste wie Netflix, Spotify und Youtube. Die obligatorische Serafe-Gebühr schlägt mit jährlich 335 Franken zu Buche.»

Versicherungen: «Für die Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung zahle ich 980 Franken im Jahr.

Zusätzlich habe ich eine Rechtsschutzversicherung für 350 Franken jährlich abgeschlossen. Den TCS-ETI-Schutzbrief bezahle ich nicht nur für mich, sondern auch für meine beiden Töchter, damit sie auf ihren Reisen sicher unterwegs sind. Für drei Personen kostet das etwas mehr als 800 Franken pro Jahr.

Finanziell lohnen sich diese beiden Versicherungen kaum: Mir ist es aber wichtig, im Ernstfall eine feste Anlaufstelle zu haben, an die ich mich wenden kann und die alles regelt, ohne dass ich mich erst mühsam in alle Richtungen informieren muss.»

Gesundheit: «Bei der Krankenkasse bin ich privat versichert und habe die höchste Franchise von 2500 Franken gewählt. Meine monatliche Prämie für die Grund- und Zusatzversicherung beträgt 620 Franken.

Letztes Jahr habe ich eine umfassende Vorsorgeuntersuchung gemacht. Dafür habe ich 1500 Franken gezahlt. Einmal im Jahr gehe ich in die Dentalhygiene. Ich denke, das macht ungefähr 180 Franken, wobei mir die Versicherung die Hälfte zurückerstattet. Aber alle zwei Jahre mache ich noch Röntgenbilder. Für Medikamente und Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel wie D3-Tropfen oder Magnesium rechne ich mit weiteren 500 Franken im Jahr.»

Mobilität: «Beruflich bin ich viel unterwegs und verfüge über ein Geschäftsauto, das ich uneingeschränkt privat nutzen darf. Auch mein Halbtax-Abo wird vollständig von der Firma finanziert.

Gelegentliche Fahrten mit dem Taxi oder dem ÖV kosten mich etwa 100 Franken im Monat.»

Haushalt: «Es fällt mir schwer, für diesen Budgetposten eine exakte Zahl zu nennen, da bei mir keine Woche der anderen gleicht. Mal stehe ich zwei- bis dreimal am Herd, in anderen Wochen vielleicht nur einmal. Ich würde mich nicht als passionierten Koch bezeichnen, aber das Kochen gehört für mich einfach zum Leben dazu. Ich esse alles – von Fleisch über Pizza bis Pasta –, achte dabei aber immer darauf, dass es gesund ist. Fertigprodukte kommen mir nicht in die Küche. Ich mag sie nicht und möchte sie meinem Körper nicht zumuten.

In meinem Vorratsschrank habe ich immer Grundnahrungsmittel und Saucen in allen erdenklichen Varianten vorrätig, den Rest kaufe ich bei Bedarf dazu. Heute Abend gibt es zum Beispiel Pasta mit einer selbst gemachten Auberginensauce, im Sommer schmeisse ich gern den Grill an.

Ich achte auf Qualität, bin aber auch sehr preisbewusst. Während ich mein Fleisch bevorzugt in der Metzgerei hole, kaufe ich Alltagsdinge wie Waschmittel oder Zahnpasta und Shampoo gezielt bei Otto’s. Ich nutze zudem konsequent Rabattaktionen. Ich empfinde es als bereichernd und interessant, durch Preisnachlässe Produkte auszuprobieren, die ich sonst vielleicht nicht gewählt hätte. Insgesamt schätze ich meine Ausgaben für Lebensmittel, Putz- und Waschmittel auf 1000 Franken im Monat.

Hinzu kommen monatlich 100 Franken für den Coiffeur und Kosmetikprodukte. Davon entfallen etwa 50 Franken auf den monatlichen Haarschnitt, der Rest fliesst in Pflegeprodukte oder ab und zu ein neues Parfüm.

Einmal pro Woche kommt eine Reinigungskraft für vier Stunden zu mir, was monatlich 800 Franken kostet. Sie kümmert sich nicht nur um die Wohnung, sondern bügelt auch meine Kleidung.»

Verpflegung ausser Haus: «Ein- bis zweimal pro Woche treffe ich meine Kinder zum Essen, entweder bei mir oder in einem Restaurant. Dabei ist es für mich selbstverständlich, die Rechnung zu übernehmen. Auch mit meiner Partnerin oder Freunden gehe ich gern auswärts essen. Von Indisch über Thailändisch bis zu bodenständiger Schweizer Küche schmeckt mir alles. Dafür gebe ich monatlich mindestens 1000 Franken aus.

Abendessen, bei denen ich Geschäftspartnerinnen treffe, kann ich über das Unternehmen abrechnen.»

Kleidung und Schuhe: «Ich kaufe gern Kleidung, oft spontan oder online. Zwar finden sich in meinem Schrank auch Marken wie Gucci oder Prada, sie sind mir aber nicht wichtig.

Seit 20 Jahren lasse ich meine Anzüge und Hemden in Indien massfertigen, da ich geschäftlich ab und zu dort bin. Ein Anzug kostet mich zwischen 300 und 400 Franken, ein Hemd etwa 40 Franken.

In meiner Freizeit trage ich am liebsten Sneaker, beispielsweise von Moncler oder Bogner. Im Schnitt gebe ich monatlich 400 Franken für Mode aus.»

Freizeit: «In meiner Freizeit geniesse ich die Freiheit, das zu tun, worauf ich gerade Lust habe. Sei es ein langer Spaziergang, ein Apéro mit Freunden oder Konzerte im KKL. Über den Daumen gerechnet gebe ich 500 Franken im Monat aus.

Ich versuche, zwei Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Das ist für mich gratis, weil das Studio einem guten Freund von mir gehört. Im Sommer fahre ich Mountainbike, im Winter Ski.»

Zeitungen, Zeitschriften: «Ich habe den ‹Tages-Anzeiger› abonniert, das Kombi-Abo Print und Digital kostet mich jährlich 615 Franken. Ich versuche, mir die Zeit zu nehmen, die Zeitung jeweils morgens oder über den Mittag zu lesen, um informiert zu bleiben.

Wenn es um schnelle und aktuelle News geht, nutze ich die Push-Nachrichten der «20 Minuten»-App auf meinem Smartphone. Auch in den sozialen Medien bin ich aktiv. Linkedin nutze ich für das berufliche Netzwerk. Instagram hingegen ist für mich eine rein private Inspirationsquelle, die ich vor allem für die Themen Reisen und Essen nutze.»

Ferien und Ausflüge: «Ich habe sieben Wochen Ferien im Jahr und verbringe diese grundsätzlich nie zu Hause. Jährlich gebe ich für Reisen mindestens 25’000 Franken aus. Meistens unternehme ich sie mit meiner Partnerin und/oder mit Freunden.

In meinem Leben habe ich schon viel gesehen: Ich war in Südamerika, Asien und Afrika und habe schätzungsweise 90 Prozent von Europa bereist. Im letzten Jahr waren meine Partnerin und ich zwei Wochen in Südamerika unterwegs. Allein für meinen Anteil – Business-Class-Flüge, Hotels und was sonst noch anfiel – habe ich 13’000 Franken bezahlt. Es kommt auch vor, dass ich den Flug für meine Partnerin bezahle.

Im Juni zieht es uns für eine Woche nach Süditalien. Wir haben bereits ein Auto gemietet und die erste Hotelnacht gebucht, den Rest entscheiden wir spontan vor Ort. Ich brauche nicht alles im Detail durchgeplant. Das werden im Vergleich eher günstigere Ferien, bis jetzt habe ich dafür etwas über 1000 Franken ausgegeben.»

Geschenke: «Ich schenke lieber spontan unter dem Jahr, wenn ich etwas sehe, das gut zu einer Person passt, als unter Druck etwas für einen Geburtstag zu suchen. Das können mal ein paar Schuhe für meine Partnerin sein oder für meine Töchter ein Zustupf für Reisen. Während ihrer Lehre habe ich ihnen auch schon einen Laptop oder ein Telefon bezahlt oder ihnen einfach einmal 200 Franken gegeben. Wichtig ist mir aber, dass das nicht monatlich ist.

Jährlich belaufen sich diese Ausgaben auf etwa 5000 Franken.»

Spenden: «Mir ist es wichtig, etwas zurückzugeben. Ich spende jährlich mindestens 5000 Franken an eine Organisation, die Eltern krebskranker Kinder unterstützt.

Auch auf meinen Reisen habe ich schon direkt vor Ort gespendet, zum Beispiel an ein Kinderheim oder ein lokales Spital. Ich schätze diese unmittelbare Form der Hilfe, weil ich dort mit eigenen Augen sehe, wo das Geld hinfliesst und was es bewirkt.»

Altersvorsorge: «Ich zahle schon seit über 20 Jahren konsequent in die Säule 3a ein.»

Steuern: «Meine Steuerrechnung betrug letztes Jahr 110’000 Franken. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, zahle ich monatlich 9170 Franken auf ein separates Steuerkonto ein. So kann ich die Rechnungen sofort begleichen, wenn sie eintreffen.»

Sparen und Vermögen: «Ich investiere grundsätzlich nur in Dinge, die ich wirklich verstehe. ETFs oder Kryptowährungen rühre ich nicht an. Ich gehe ja auch nicht ins Casino. Dieses Risiko, alles zu verlieren, nur weil man fremdbestimmt auf das falsche Pferd gesetzt hat, reizt mich überhaupt nicht. Mein Geld stecke ich lieber in ausgewählte Start-ups, bei denen ich den Weg ein Stück weit mitbestimmen kann. Mein Vermögen besteht hauptsächlich aus diesen Beteiligungen. Der Wert meiner Anteile liegt aktuell bei rund 3 bis 4 Millionen Franken, Tendenz steigend.

Jährlich kann ich ungefähr 150’000 Franken sparen. Da sich das Geld auf dem Konto anhäuft, versuche ich mit Festgeldanlagen zumindest mit der Teuerung Schritt zu halten. Mein Notgroschen beläuft sich auf eine halbe Million Franken.»

Mein grösster Luxus

«Mein grösster Luxus sind meine Gesundheit und meine Familie. Daneben umgebe ich mich gern mit schönen Möbeln. Doch auch ich treffe Fehlentscheidungen: Mein grösster materieller Fehlkauf war ein Fitness-Stepper, der mir lange Zeit lediglich als teurer Kleiderständer diente.»

So fühle ich mich

«Finanziell fühle ich mich absolut sicher. Ich habe keine Existenzängste und verfüge über mehr Mittel, als ich brauche. Trotz dieses Privilegs lebe ich in vielen Bereichen bewusst sparsam, weil es meinem Werteverständnis entspricht. Ich bin in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen und weiss, was es heisst, mit wenig Geld durchzukommen. Es war mir wichtig, dass meine Töchter ebenfalls lernen, selbst Geld zu verdienen, was sie durch ihre abgeschlossenen Ausbildungen nun tun.

Ich plane, meine aktuelle Tätigkeit noch drei bis fünf Jahre in dieser Form weiterzuführen. Danach möchte ich mich schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückziehen und, sofern gewünscht, noch beratend tätig sein. Wenn dies nicht mehr notwendig ist, sehe ich das als Zeichen, dass der Generationenwechsel gelungen ist. Was ich dann mache, weiss ich noch nicht. Ich habe einige Ideen, sie haben aber nichts mehr mit Geldverdienen zu tun.»

Aufgezeichnet von Katrin Reichmuth. 

Hier findest du die bisherigen Folgen der Rubrik «Die Abrechnung». 

Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 1. April 2026 veröffentlicht. 

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