Darum gehts
Moritz Maler ist 33 und arbeitet als Luftfahrzeugmechaniker. Für den Zürcher ein Jugendtraum. In der ersten Oberstufe besuchte er mit seiner Klasse den Tag der offenen Tür am Flughafen. «Da wurde mir klar, dass ich was mit Flugzeugen machen will», sagt Maler, der in Wirklichkeit anders heisst. Auch andere Angaben zu seiner Person wurden geändert.
Nach einer Lehre als Polymechaniker und einem halbjährigen Sprachaufenthalt in Australien liess er sich vor zwölf Jahren zum Luftfahrzeugmechaniker ausbilden. Heute arbeitet er für eine Rettungsflugfirma.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
Probieren Sie die Mobile-App aus!
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
Probieren Sie die Mobile-App aus!
In der Beobachter-Serie «Die Abrechnung» zeigt Moritz Maler seinen Kontoauszug und erzählt, wie er mit seinem Budget lebt. Wie viel Geld steht ihm zur Verfügung? Wofür gibt er es aus?
Seit meinem Lehrabschluss arbeite ich Vollzeit. Mein Nettolohn beläuft sich auf 7400 Franken, 13-mal pro Jahr.
Bei meinem Arbeitgeber werden Lohnbänder nach Dienstjahren und Funktion kommuniziert.
Wohnen: Ich lebe mit einem meiner besten Freunde in einer WG im Kanton Aargau. Wir konnten die Wohnung vor fünf Jahren von seinem Bruder übernehmen. Nächstes Jahr möchten meine Freundin und ich zusammenziehen, dann lösen wir die WG auf.
Für die 3,5-Zimmer-Wohnung zahlen wir zusammen 2100 Franken, jeder übernimmt eine Hälfte. Es ist eine grosszügige Wohnung mit Balkon, Geschirrspüler und Waschmaschine. Sie liegt zudem sehr zentral, innerhalb von fünf Minuten sind wir beim Bahnhof.
Bei den Nebenkosten müssen wir jedes Jahr nachzahlen. Die letzten drei Jahre waren es jeweils rund 750 Franken. Auch diesen Betrag und die Serafe-Gebühr von 335 Franken teilen wir uns.
Telefon, Internet und Abos: Mein Handyabo bezahlt mein Arbeitgeber, weil ich hin und wieder Pikettdienst habe und deswegen erreichbar sein muss.
Zu Hause haben wir einen Fernseher. Für das TV- und Internet-Abo zahlen wir zusammen knapp 50 Franken.
Musik höre ich über Spotify. Das Abo kostet monatlich 16 Franken.
Versicherungen: Ich bin etwas zu gut versichert. Neben der Hausrat- und Haftpflichtversicherung habe ich auch eine Rechtsschutz- sowie eine Reiseversicherung. Die letzten beiden habe ich in sechs Jahren noch nie gebraucht. Deshalb überlege ich mir, sie zu kündigen. So könnte ich gut 350 Franken pro Jahr sparen.
Die Versicherungsprämien machen zusammen 750 Franken im Jahr.
Gesundheit: Ich habe die Krankenkasse noch nie gewechselt und habe eine Franchise von 2500 Franken. Einerseits bin ich zu faul, und es ist praktisch, dass die Zusatz- wie auch die Grundversicherung bei der gleichen Unternehmung ist. Andererseits habe ich die Prämien letztes Jahr verglichen und hätte lediglich 15 Franken pro Monat sparen können. Das war mir den Aufwand nicht wert. Für die Grund- sowie die Zusatzversicherung zahle ich monatlich 530 Franken.
Letztes Jahr habe ich eine Heuschnupfenkur gemacht und mir den Fuss beim Wandern verstaucht. Ich musste knapp 800 Franken aus eigener Tasche bezahlen. Zudem lasse ich meine Zähne jedes Jahr einmal professionell reinigen. Das kostet 170 Franken.
Meine Brille habe ich schon über zehn Jahre und trage sie nur, wenn ich mir sicher bin, dass ich das Haus nicht verlasse. Die meiste Zeit trage ich Kontaktlinsen, pro Jahr zahle ich 370 Franken dafür. 80 Franken berechne ich für Linsenmittel.
Mobilität: Die meiste Zeit bin ich mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs. Ich habe ein Halbtax-Abo und ein Zonenabo. Für beides zusammen zahle ich jährlich ungefähr 1000 Franken. Gemäss meiner SBB-App habe ich letztes Jahr 400 Franken für Zug- und Busbillette ausgegeben.
Vor knapp zehn Jahren konnte ich meiner Grossmutter einen VW Golf für 4400 Franken abkaufen. Eigentlich brauche ich kein Auto. Manchmal steht es zwei Wochen in der blauen Zone und ich weiss nicht einmal mehr, wo ich es parkiert habe. Ich brauche es vor allem, um Ausflüge zu machen. Zum Beispiel, wenn ich Ski fahren gehe. Dann packe ich die gesamte Ausrüstung in den Kofferraum, ganz entspannt.
Ich habe die Kosten fürs Auto zusammengerechnet. Für Benzin, Reifenwechsel, Blaue-Zonen-Karte, Motorfahrzeugsteuer und kleinere Reparaturarbeiten komme ich jedes Jahr auf 1600 Franken. Mit der Autoversicherung kommen nochmals knapp 1000 Franken hinzu.
Haushalt: Mittags esse ich in der Mensa, immer warm, am Abend brauche ich deshalb nicht mehr viel. Meist reichen Brot, Käse und Salat. Wenn es trotzdem warm sein muss, koche ich Pasta, asiatische Gerichte oder Kartoffelgratin.
Ich kaufe dann ein, wenn ich etwas brauche. Bei den Lebensmitteln meist bio. Auf den Preis achte ich nicht wirklich. Mein Mitbewohner und ich haben weder beim Einkaufen noch beim Putzen ein System. Jeder kauft, was gerade fehlt. Unter dem Strich geht die Rechnung auf. Wir sind beide keine Rappenspalter.
Ich schätze, dass ich monatlich zirka 600 Franken ausgebe für Lebensmittel, Waschmittel und was sonst noch so im Haushalt anfällt.
Alle zwei Monate muss ich meine Haare schneiden. Mein Coiffeur verlangt 45 Franken pro Besuch. Für Rasierschaum, Shampoo und Sonnen- oder Feuchtigkeitscreme gebe ich jedes Jahr zirka 150 Franken aus.
Verpflegung ausser Haus: Das Mensa-Menü kostet 12 Franken. Zwei-, dreimal die Woche kaufe ich mir etwas fürs Znüni für 3 bis 5 Franken.
Zusammen mit meiner Freundin gehe ich ein- bis zweimal pro Monat ins Restaurant. Wir suchen uns eines, das spezielle Dinge anbietet wie beispielsweise Muscheln oder Ramen. So was würden wir zu Hause nicht kochen.
Kleidung und Schuhe: Ich schätze, dass ich pro Monat ungefähr 100 Franken für Kleidung und Schuhe ausgebe. Aber ich habe keinen genauen Überblick.
Meistens kaufe ich Kleider und Schuhe, wenn ich im Ausland bin. Zum Beispiel sind wir am Ende unserer Sommerferien in Florenz gelandet. In einem kleinen Laden habe ich dann ein paar Hosen, T-Shirts und Schuhe gekauft. Der Moment hat gepasst, ich habe die Sachen anprobiert, und alles sass wie angegossen. 500 Franken leichter ging ich nach Hause.
In der Schweiz gehe ich nur dann in die Stadt einkaufen, wenn ich etwas Spezifisches brauche. Als ich zum Beispiel angefangen habe, Padel zu spielen, habe ich dafür gezielt die Ausrüstung gekauft. Gute Qualität, aber es muss keine Markenkleidung sein.
Generell probiere ich Kleidung lieber im Laden an und bestelle nicht online, weil ich keine Lust habe, Sachen wieder zurückzuschicken.
Freizeit: In diesen Budgetposten habe ich die Kosten für den Padelplatz eingerechnet. Ich spiele monatlich zweimal, pro Mal macht das 25 Franken. Im Sommer fahre ich Rennvelo. Das Velo konnte ich von einem Bekannten für 600 Franken abkaufen. Es ist sehr basic, ohne elektronische Schaltung und Carbonrahmen. Ab und zu jogge ich oder mache Fitnessübungen im Freien.
Meine Freunde und ich treffen uns oft bei jemandem zu Hause, trinken ein Bier und quatschen. Wir gehen auch gern in eine Bar, am liebsten mit Livemusik. Nach zwei, drei Bier habe ich es aber meistens gesehen und gehe wieder.
Ferien und Ausflüge: Es war schwierig, einen genauen Betrag festzulegen, weil ich nicht extrem aufs Geld schaue. Über das Jahr verteilt komme ich insgesamt auf etwa 9000 Franken, wobei dieser Betrag nicht in Stein gemeisselt ist. Ich habe rund fünf Wochen Ferien im Jahr: Im Sommer nehme ich zwei bis drei Wochen, im Frühling etwa eine Woche, und die restlichen Tage nehme ich übers Jahr verteilt. Zum Beispiel war ich letztes Jahr mit dem Auto auf Korsika und habe zusammen mit meiner Freundin schätzungsweise 4000 Franken ausgegeben.
Meine Freundin und ich sind viel in Europa unterwegs, vor allem in Italien, manchmal auch weiter weg, zum Beispiel in Kanada. In den Ferien gehe ich gern auswärts essen, auch mal in ein teureres Restaurant, war aber noch nie in einem Fünfsternehotel. Meistens übernachten wir in Airbnbs.
Im Winter sind wir gern übers Wochenende in den Bergen. Die Eltern meiner Freundin haben eine Ferienwohnung in Graubünden. Fürs Übernachten zahlen wir nichts, die Skibillette sind über meine Versicherung, die Mobiliar, günstiger zu beziehen. Das heisst, wir geben für ein Wochenende in den Bergen zusammen rund 400 Franken aus.
Steuern: Letztes Jahr habe ich total 10’250 Franken bezahlt. Von meinem Lohn gehen jeden Monat 860 Franken auf ein separates Sparkonto. Wenn die Steuerrechnung kommt, habe ich das Geld bereits auf der Seite und kann die Schuld sofort begleichen.
Geschenke: Meine Freundin habe ich zu ihrem Geburtstag ins Theater eingeladen. Für ihr und mein Ticket habe ich zusammen 280 Franken bezahlt.
Meine Eltern und meinen Bruder beschenke ich an ihrem Geburtstag mit kleinen Dingen wie einer frischen Teemischung oder einer Bodylotion. Alles in allem gebe ich aber nicht mehr als 70 Franken jährlich für Geschenke aus.
Spenden: Leute, die mich auf der Strasse nach einer Spende für eine Organisation anfragen, wimmle ich in der Regel ab. Bisher hat mich jedenfalls noch nichts angesprochen. Wenn ich aber von einem spannenden Projekt Wind bekomme, würde ich etwas spenden.
Altersvorsorge: Ich zahle seit zehn Jahren in die Säule 3a ein. Die ersten beiden Jahre einen kleineren Betrag, seither aber immer den Maximalbetrag.
Meine Eltern haben für mich, als ich jünger war, eine Lebensversicherung abgeschlossen. Sie soll mich unter anderem gegen Invalidität und im Alter absichern. Ich lasse die Versicherung so weiterlaufen und zahle jeden Monat 150 Franken ein. Wenn ich mit 60 nicht invalid bin, erhalte ich 105’000 Franken ausbezahlt.
Sparen und Vermögen: Mein Budget zeigt, dass ich monatlich 2000 Franken übrig habe. Das ist auch mehr oder weniger der Betrag, den ich monatlich auf die Seite legen kann.
Ich habe bereits mit 21 mein erstes Geld angelegt. Damals noch bei meiner Hausbank, die mir zwei Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr verrechnet. Das war mir dann doch zu viel, und ich habe vor ein paar Monaten ein Depot bei der Anlage-App Findependent eröffnet. Ich investiere nun jeden Monat 200 Franken.
Mein grösster Luxus
Ich kaufe mir das, was ich gern haben möchte. Aber ich war noch nie der Typ, der sinnlos Geld ausgegeben hat. Meine Freundin und ich möchten in den nächsten Jahren eine längere Reise machen. Uns schwebt eine Velotour nach Griechenland vor.
So fühle ich mich
Ich gehe locker mit meinen Finanzen um, was auch damit zu tun hat, dass ich früh mein eigenes Geld verdient habe. Während der Lehre war das Einkommen knapp, aber mit etwa 21 Jahren hatte ich erstmals einen guten Lohn. Meine Ausgaben haben sich seither nicht gross verändert, ausser das Auto kam dazu. Aber ich lebe immer noch in einer Wohngemeinschaft und gebe nicht viel Geld fürs Restaurant aus.
Bevor ich an dieser Serie teilgenommen habe, kannte ich mein Budget nicht im Detail. Bisher hat das Geld Ende Monat immer gut gereicht. In letzter Zeit habe ich bewusster darauf geschaut, wohin mein Geld geht, was für mich neu, aber sinnvoll war. Denn ich möchte bald eine längere Auszeit machen, dafür muss ich wissen, wie hoch meine monatlichen Fixkosten sind.
Aufgezeichnet von Katrin Reichmuth.
Hier finden Sie die bisherigen Folgen der Rubrik «Die Abrechnung».