Darum gehts
- Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat die umstrittenen Heli-Landungen bei Michel Péclards Restaurant Luegeten untersucht und keine Verstösse festgestellt
- Das Bürgerforum Freienbach hatte die Behörde eingeschaltet, weil Helikopter angeblich zu nahe am Restaurant gelandet waren
- Péclard freut sich über den Entscheid und erhebt seinerseits Vorwürfe: Hinter dem Dauerstreit stecke «ganz viel Neid»
Michel Péclard (57) lacht sich gerade ins Fäustchen. Im wüsten Streit rund um sein Luxus-Lokal Luegeten ob Pfäffikon SZ errang der Zürcher Gastro-König kürzlich einen Teilerfolg, wie der «Tages-Anzeiger» zuerst berichtet hat. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sieht bei den umstrittenen Helikopterlandungen neben dem Restaurant hoch über dem Zürichsee keinen Gesetzesverstoss. Ein Strafverfahren gibt es nicht.
Damit läuft ausgerechnet einer jener Vorwürfe ins Leere, mit denen das Bürgerforum Freienbach rund um Präsidentin Irene Herzog-Feusi (68) Péclard und seine Luegeten seit Monaten unter Beschuss nimmt. Feusi ist der Helikopter-Landeplatz neben dem Restaurant ein Dorn im Auge. Dieser hat zwar eine Bewilligung, doch die Hubschrauber würden viel zu nahe am Biergarten landen, so Feusis Vorwurf. In einer Mitteilung des Bürgerforums vom Juni 2025 hiess es, man habe einen Helikopter beobachtet, «der höchstens 40 Meter vom Biergarten und höchstens 14 Meter entfernt vom Rande der Parkplatzschlaufe» gelandet sei. Ohne explizite Bewilligung müssen private Helikopter bei der Landung jedoch einen Mindestabstand von 100 Metern einhalten.
Bazl gibt Landungen grünes Licht
Darum wandte sich das Bürgerforum an das Bazl – mit der Aufforderung, beim Heli-Landeplatz bei der Luegeten genau hinzuschauen. Das hat die Behörde nun getan. Die Bearbeitung der Beschwerde sei abgeschlossen, bestätigt Kommunikationschefin Christine Caron gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Bei den überprüften Heli-Flügen seien keine Verstösse festgestellt worden. Die Beschwerde des Bürgerforums ist damit erledigt.
Eine Genugtuung für den Zürcher Gastro-Patron? «Auf jeden Fall!», sagt Péclard zu Blick. Wirklich überrascht habe ihn der Bazl-Entscheid allerdings nicht. «Kurz nach der Beschwerde sind zwei Beamte extra mit einem Helikopter bei uns eingeflogen und haben sich das Ganze vor Ort angeschaut», erzählt Péclard. Schon damals habe er gespürt, was die Beamten von den Vorwürfen hielten: «Sie haben mir zu verstehen gegeben, dass das Ganze lächerlich sei.»
Nicht nur die Helis sorgen für Zoff
In der Vergangenheit kritisierte das Bürgerforum Freienbach auch die Küche in einer zum Anwesen gehörenden ehemaligen Scheune und die Parkplatzsituation beim Restaurant. Später legte Präsidentin Feusi auch Einsprache gegen eine geplante Fonduekuppel auf der Terrasse ein – alles ohne Erfolg. Für alle Belange hat die Gemeinde Freienbach dem Restaurant mittlerweile eine Bewilligung erteilt.
Hinter dem Dauerfeuer des Forums verbirgt sich für Péclard ohnehin viel mehr als die Sorge um Heli-Landungen, Parkplätze oder Fonduekuppeln: «Da steckt ganz viel Neid dahinter!», sagt der Gastronom zu Blick. Denn Vertreter und Vertreterinnen des Bürgerforums würden es viel lieber sehen, wenn die Luegeten der Gemeinde gehörte – und dort ein «Aussichtsrestaurant für die ganze Bevölkerung» entstünde, wie es auf der Homepage heisst. Stattdessen betreibt dort Péclard heute sein florierendes Luxus-Lokal mit einem Pachtvertrag für 20 Jahre – sehr zum Ärger seiner Gegner, die mit ihren juristischen Angriffen bisher immer gescheitert sind.