Umsatz massiv eingebrochen
Schwyzer Bäckerei muss wegen nerviger Baustelle schliessen

Der letzte Dorfbeck von Steinen muss sein Geschäft aufgeben, die Angestellten verlieren ihre Jobs. Eine Grossbaustelle liess den Umsatz um 60 Prozent einbrechen. Jetzt springt ein Bäcker aus dem Nachbardorf ein.
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Eine Baustelle vor dem Laden ist schuld am Aus vom Dorfbeck Schuster in Steinen.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Steinen SZ verliert seine letzte Bäckerei wegen Baustelle vor dem Geschäft
  • Umsatz brach um 60 Prozent ein, Zugang monatelang stark eingeschränkt
  • Inhaber übernahm Betrieb vor 1,5 Jahren, Mitarbeitende vor ungewisser Zukunft
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Der Dorfbeck Schuster hat gestern zum letzten Mal Pfünderli und Gipfeli verkauft. Eine nervige Baustelle vor dem Geschäft hat dem Betrieb in Steinen SZ das Genick gebrochen, wie der «Bote der Urschweiz» schreibt. Die Gemeinde verliert damit ihren letzten eigenen Beck.

Die Probleme beim Dorfbeck Schuster begannen bereits vor einem Monat. Damals musste die Hauptfiliale am Husmattrain wegen Personalmangels schliessen. «Es ist sehr schwierig, kompetentes Personal zu finden», sagt Inhaber Sebastian Schuster im Bericht. Man habe lieber geschlossen, als die Kundschaft mit schlechtem Service zu enttäuschen. Jetzt ist auch die zweite Filiale Geschichte: Die Grossbaustelle im Dorfzentrum hat dem Betrieb den Todesstoss versetzt.

Zugang zum Laden stark eingeschränkt

Der Grund: Über Monate hinweg war der Zugang zur Filiale an der Hofstatt stark eingeschränkt. Die Folgen waren dramatisch: «Weil die Kundschaft durch die Absperrung nicht mehr zu uns gelangen konnte, brach der Umsatz um rund 60 Prozent ein», sagt Schuster. Zwar wurde der Zugang zur Hofstatt erst Anfang dieser Woche wieder freigegeben – doch da war der Schaden bereits angerichtet. Für die Bäckerei kam die Öffnung zu spät.

Besonders hart trifft das Aus die Mitarbeitenden. Der endgültige Entscheid fiel laut Schuster erst vor zwei Wochen. Kurz darauf informierte er sein Team. Nun stehen sowohl die Angestellten als auch der Bäckermeister selbst vor einer ungewissen Zukunft. Sebastian Schuster hatte den Betrieb erst vor rund eineinhalb Jahren übernommen. Immerhin: Ab Montag springt der Beck Roman aus dem Nachbardorf Seewen SZ ein – mit einem Verkaufsstand mit ausgewähltem Sortiment, wie er auf Instagram mitteilt.

Schadenersatzforderung abgewiesen

Immer wieder müssen landauf, landab Betriebe aufgeben, weil vor ihrem Laden gebaut wird – und Kundinnen und Kunden ausbleiben. Zuletzt hat es in Wädenswil ZH den Live-Beck erwischt. Nach 20 Jahren hat Inhaber Urs Angehrn den Betrieb im Einkaufszentrum «Di alt Fabrik» im Zentrum der Gemeinde am linken Zürichseeufer schliessen müssen. Grund sind die Bauarbeiten rund um das Gessner-Areal, die dem Traditionsbetrieb massiv zusetzen.

Auf dem Areal einer ehemaligen Textilfabrik entstehen fünf Neubauten mit rund 100 Wohnungen, gleichzeitig verlegt die Stadt neue Fernwärmeleitungen. Das spürt Angehrn am Umsatz in seiner Bäckerei mit angegliedertem Café. «Wegen der Bautätigkeiten ist unser Weihnachtsgeschäft im November und Dezember um 50 Prozent eingebrochen», sagte er. Für die Bäckerei seien das existenzielle Einbussen.

Auch das Bundesgericht in Lausanne VD hat sich schon mit den negativen Auswirkungen von Baustellen beschäftigen müssen. Die Betreiber vom Zopf-Beck in Zürich haben die Stadt wegen der Folgen einer Baustelle vor ihrer Bäckerei an der Universitätsstrasse verklagt. 27'000 Kundinnen und Kunden sollen sie deswegen verloren haben. Von der Stadt wollten die Betreiber deshalb 170'000 Franken. 2025 hat das Bundesgericht die Klage abgewiesen.

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