Darum gehts
- Grosse Schweizer Telekomunternehmen kündigten Preiserhöhungen an
- Kleine Anbieter wie Spusu und Teleboy sind deutlich beliebter
- Riesen wie Swisscom, Sunrise und Salt verzeichnen schwache Trustpilot-Werte von weniger als 2 Sternen
Dieses Jahr drehten gleich mehrere Schweizer Telekom-Riesen an der Preisschraube: Den Anfang machte Marktführer Swisscom im April. Kurz darauf zogen sowohl Sunrise mit den Nebenmarken Yallo und Lebara als auch Salt nach. Ende Juli erhielten dann Kundinnen und Kunden der Swisscom-Tochter Wingo und der Migros die Nachricht, dass ihr Handy-Abo bald teurer wird.
Jetzt zeigt eine neue Auswertung des Schweizer Vergleichsportals handyabo.com: Die Preisanpassungen lassen die Kundschaft nicht kalt. Im Gegenteil: Ausgerechnet die Anbieter, die jüngst Erhöhungen ankündigten, schneiden bei der Kundenzufriedenheit schlechter ab.
Kleine Anbieter sind Spitzenreiter
Das Vergleichsportal hat für alle 24 Schweizer Mobilfunkanbieter einen sogenannten «Peer Score» berechnet. Dafür wertete das Portal sämtliche Google- und Trustpilot-Bewertungen, die bis zum 8. Juli 2026 abgegeben wurden, aus. Daraus ergab sich schliesslich eine Gesamtnote von 1 bis 10.
Die Ergebnisse zeigen: Swisscom, Salt und Sunrise, die drei grössten Anbieter im Land, liegen trotz Marktführerschaft und hoher Werbeausgaben nur im Mittelfeld. Besonders tief fielen die Bewertungen auf Trustpilot aus: Stand 8. Juli kamen die drei Telekom-Riesen nur auf 1,6, 1,2 und 1,4 von 5 Sternen.
Die kleineren Anbieter haben derweil die zufriedensten Kunden. Den ersten Platz sahnt der Internet-, TV- und Mobilfunkanbieter Teleboy mit 9,3 von 10 Punkten ab. Der Billiganbieter Spusu landet auf Platz 2, gefolgt von der Mobilezone-Tochter Digital Republic.
Yallo, Lebara und GoMo am unbeliebtesten
Gar nicht zufrieden sind laut Auswertung die Kunden der Sunrise-Töchter Yallo und Lebara. Auch sie müssen seit dem 1. August für ihr Handy-Abo tiefer in die Tasche greifen. Der Billiganbieter Yallo bildet mit einer Gesamtnote von 2,6 das Schlusslicht. Ob die Nebenmarken im diesjährigen Ranking deshalb so stark einbüssen? «Wir sehen auch, dass die im Markt vorgenommenen Preisanpassungen einen gewissen Einfluss auf die Wahrnehmung einzelner Kundinnen und Kunden haben können», sagt ein Sunrise-Sprecher zu Blick. Doch weiter: «Netz-, Produkte- und Service-Qualität sowie zusätzliche Kundenvorteile sind für die Kundenzufriedenheit aber ebenso ausschlaggebend.»
Auch Salt-Ableger GoMo schneidet mit der Note 3,2 ungenügend ab. Bewertungen auf Google und Trustpilot «bilden einzelne Erfahrungen ab und sind nicht ohne weiteres auf alle Kundinnen und Kunden übertragbar», betont eine Salt-Sprecherin gegenüber Blick. Und weiter: «Bei GoMo ist zudem zu berücksichtigen, dass es sich um eine rein digitale Marke ohne eigene Shops handelt. Eine Auswertung, die teilweise auf Filialbewertungen basiert, ist daher nur bedingt aussagekräftig», so die Sprecherin. Sowohl Salt als auch Sunrise verweisen auf andere Vergleiche, bei denen ihre Anbieter besser abschneiden.
Moritz Schmid, Experte beim Vergleichsdienst handyabo.com, betont: «Höhere Preise bedeuten keineswegs glücklichere Kunden.» Das Preis-Leistungs-Verhältnis habe sich diesen Sommer entkoppelt. «Der Peer Score macht transparent, dass gerade kleinere Anbieter oft den flexibleren und persönlicheren Service bieten, meist zu einem Bruchteil des Preises.»