Über 100 Arbeitsplätze bedroht
Ostschweizer Autozulieferer vor dem Aus

Schock in Niederbüren SG: Der Aluminium-Druckguss-Spezialist Aluwag hat Insolvenz angemeldet. Nach fast 55 Jahren ist Schluss. Über 100 Mitarbeitende bangen um ihre Jobs. Die Ostschweizer Branche steht erneut vor einem schweren Rückschlag.
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Aluminium-Druckgussspezialist Aluwag aus Niederbüren SG ist insolvent.
Foto: Google Maps Screenshot

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Aluwag aus Niederbüren SG meldet Konkurs, über 100 Stellen betroffen
  • Firma lieferte Aluminium-Bauteile für Mercedes-AMG, letzte Investitionen im August getätigt
  • Schweizer Autoindustrie leidet: Nachfragerückgang, hohe Kosten, Konkurrenz aus China
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Noch ein Schweizer Autozulieferer muss büssen! Gegen das St. Galler Traditionsunternehmen Aluwag wurde eine vorläufige Konkursanzeige eröffnet, wie «20 Minuten» zuerst berichtete. Die Information geht aus dem Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) vom Donnerstag hervor. Für die über 100 Mitarbeiter ist das ein harter Schlag – und für die Ostschweizer Autozulieferbranche bereits das zweite Desaster binnen einer Woche.

Dabei schien bei dem Aluminium-Druckgussspezialisten aus Niederbüren SG bis vor Kurzem noch alles nach Plan zu laufen: Erst Ende August verkündete die 1971 gegründete Firma stolz die Erweiterung ihres Maschinenparks um ein neues Fräs-Center. Und im Mai brüstete man sich noch mit einem echten Prestige-Erfolg: Im damals neu präsentierten Mercedes-AMG GT 4-Door Coupé steckt ein wichtiges Aluminiumdruckguss-Bauteil von Aluwag.

Noch ist wenig bekannt

Was ist schiefgelaufen? Auf Anfrage von Blick hüllt sich die Firmenleitung in Schweigen. Wie es mit dem Betrieb, den Kunden und den Angestellten weitergeht, steht vorerst in den Sternen. Über die Art des Konkurses, das genaue Verfahren und die Fristen für Gläubiger wird das Konkursamt erst zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Die Pleite reiht sich ein in ein düsteres Gesamtbild: Die gesamte Automobilindustrie steckt in der tiefsten Krise seit Jahren – und die fordert nun auch in der Schweiz rigoros ihre Opfer.

Das endgültige Aus nach 80 Jahren

Erst vor wenigen Tagen traf es einen weiteren Ostschweizer Branchen-Player: Nach mehr als 80 Jahren wurde das endgültige Aus der Wagner AG aus Waldstatt AR verkündet. Mit dem Ende des Familienunternehmens verschwinden auf einen Schlag 71 Arbeitsplätze.

Das Unternehmen befand sich bereits seit Ende Juni in einer provisorischen, stillen Nachlassstundung. Hinter den Kulissen wurde fieberhaft nach einem Retter gesucht, während Produktion und Lieferungen vorerst weiterliefen. Doch die Hoffnung zerschlug sich: Es wurde keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden, wie die Firma mitteilen musste.

Immerhin: Was bei Aluwag noch völlig ungewiss ist, steht bei Wagner zumindest in Grundzügen fest. Für möglichst viele Angestellte sollen nun neue Stellen bei Partnerfirmen und Unternehmen in der Region gefunden werden. Ein Konsultationsverfahren läuft bereits.

Ein toxischer Krisen-Cocktail

Die Gründe für das Drama bei der Wagner AG – und stellvertretend für die ganze Branche – stehen auch fest: Der fundamentale Umbruch der Autoindustrie, die Folgen der Corona-Pandemie und hartnäckige Lieferkettenprobleme trafen voll auf die Energiekrise im Gefolge des Ukraine-Kriegs.

Die Konsequenz: Die Nachfrage brach ein, während die Hersteller auf massiven Überkapazitäten sitzen blieben und der Preisdruck stetig stieg. Vor allem die billigere Konkurrenz aus China setzt dem hiesigen Betrieb extrem zu. Die ohnehin hohen Schweizer Preise für Energie und Personal sowie der anhaltend starke Franken wurden für den Traditionsbetrieb zur zusätzlichen Last. Ob das für Aluwag auch so gilt, bleibt noch offen.

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