Darum gehts
- On gewinnt Streit um Schweizerkreuz-Nutzung trotz Produktion in Asien
- Swissness-Regeln gelockert: Schweizerkreuz erlaubt bei Entwicklung in der Schweiz
- Mindestens 60 % der Herstellungskosten bisher Bedingung für Swissness-Label
Der Zürcher Schuhhersteller On produziert in Asien – und doch tragen viele seiner Produkte das Schweizerkreuz. Das passt nicht allen: Seit Jahren schwelt deshalb ein heftiger Streit zwischen On und der Vereinigung Swiss Enforcement, welche die Swissness-Regeln durchsetzt. Die Aufseher sind überzeugt: On darf das Schweizerkreuz auf seinen Schuhen nicht verwenden! Bisher galt: Bei Industrieprodukten müssen 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen.
Jetzt kommt die Wende! Der Laufschuhhersteller hat sich im Streit durchgesetzt. Künftig dürfen Firmen ihre Produkte mit dem Schweizerkreuz kennzeichnen – auch wenn sie nicht in der Schweiz produziert, sondern nur hier entwickelt wurden, wie die NZZ berichtet. Damit ändert das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum seine Praxis – und legt klare Bedingungen fest, wann Firmen das Schweizerkreuz künftig nutzen dürfen.
So muss das Kreuz etwa im Zusammenhang mit Begriffen wie «Swiss Engineering» stehen. Und es muss strikten Vorgaben entsprechen, wo es auf dem Produkt platziert ist und wie gross es ist. Für On ist das ein Durchbruch. Das Unternehmen hatte sich vehement gewehrt – und zuletzt mit juristischen Schritten gedroht. Der Konflikt eskalierte zuletzt international, unter anderem in China. Jetzt ist eine Klage vom Tisch.
«Zeitgemässes Verständnis von Swissness»
On begrüsst die Änderung. Sie sei Ausdruck eines zeitgemässen Verständnisses von Swissness und trage der Realität moderner Schweizer Wertschöpfung Rechnung, heisst es am Hauptsitz in Zürich. Die Lockerung hat aber weit über On hinaus Signalwirkung: Dutzende Firmen entwickeln ihre Produkte in der Schweiz, lassen sie dann aber günstig in Asien produzieren. Taucht das Schweizerkreuz nun auf deutlich mehr Artikeln auf?