Darum gehts
- Nestlé stellt nach 16 Jahren den Kapseltee Special.T ein
- Letzte Produkte voraussichtlich bis Februar 2027 erhältlich
- Technische Probleme und veränderte Teerituale führten zum Verkaufsrückgang des Systems
Der letzte Schluck ist fast getrunken: Nach 16 Jahren streicht Nestlé seinen Kapseltee Special.T endgültig aus dem Sortiment. Wie der Lebensmittelgigant aus Vevey VD am Donnerstag per Kunden-Newsletter mitteilte, werden die Teekapseln nur noch verkauft, solange der Vorrat reicht.
Lange wird das nicht mehr sein. Nestlé schätzt, dass die letzten Produkte bis Ende Februar 2027 verschwunden sind. Der Tee auf Knopfdruck ist bei der Kundschaft offenbar aus der Mode gekommen. «Im Laufe der Zeit haben sich die Rituale rund um die Teezubereitung zu Hause verändert», begründet der Lebensmittelmulti den Schritt. Der Konzern habe sein Portfolio überarbeitet und Prioritäten neu gesetzt – mit dem Ergebnis, Special.T einzustellen.
Der Kundenservice bleibt vorerst bestehen, allerdings ebenfalls mit unsicherem Ablaufdatum: Auch hier nennt der Konzern voraussichtlich Ende Februar 2027 als Schlussstrich.
Maschinen verschwinden, System strauchelt
Die Maschinen konnten über Mikrochip den Tee erkennen und ihn je nach Sorte automatisch bei der passenden Wassertemperatur und Infusionszeit kochen. Zum Verkaufsstart kosteten sie rund 129 Franken, online verkaufte sie Nestlé aber oft stark vergünstigt. Neue Special.T-Maschinen gibt es auf der offiziellen Website auch nicht mehr zu kaufen. Wer noch ein gebrauchtes Gerät sucht, wird auf Plattformen wie Ricardo für 15 bis 30 Franken fündig – eine Investition, die sich wegen des Kapsel-Stopps kaum mehr lohnt.
Überraschend kommt das Aus nicht, denn das System kämpfte seit Jahren mit Problemen. Neben Berichten über technische Mängel schwand auch die Präsenz im Handel: Die Kapseln flogen aus den Regalen der Schweizer Supermärkte. 2021 zog Nestlé die Reissleine und stellte den Verkauf komplett auf den eigenen Onlineshop um. Zudem schuf sich der Multi mit einem Teekapsel-System direkt für die Nespresso-Maschine im eigenen Haus Konkurrenz. Trotzdem ist der eine oder andere Teetrinker sicher traurig über das Ende einer Ära.