Antwort auf Zwangsverwaltung
Nestlé trotzt Putin – und hält an Russland-Geschäft fest

Der Lebensmittelmulti Nestlé macht in Russland weiter. Trotz staatlicher Zwangsverwaltung will der Schweizer Konzern seine Geschäftstätigkeit dort fortsetzen. Der Umsatz in Russland beträgt bis zu 1,7 Milliarden Franken.
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Nach einem Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin (73) stehen Nestlés Russland-Geschäfte unter Zwangsverwaltung.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nestlé trotzt russischer Zwangsverwaltung und setzt Geschäft in Russland fort
  • Anteile gingen an L.E.V Management, jedoch keine Verstaatlichung oder Eigentümerwechsel
  • Nestlé-Geschäfte in Russland jährlich bis zu 1,7 Milliarden Franken wert
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé reagiert auf das Präsidialdekret von Kreml-Chef Wladimir Putin (73). Erst am Freitag liess dieser die Anteile an Nestlé Russia und Nestlé Kuban unter staatliche Zwangsverwaltung stellen. Doch die russische Sparte des Mega-Konzerns mit Sitz in Vevey VD versichert nun, dass sie weitermachen will wie bisher.

In einer Mitteilung halten die russischen Tochterfirmen des Lebensmittelmultis fest: «Die Nestlé-Unternehmensgruppe in Russland führt ihre Geschäftstätigkeit in vollem Umfang fort und versichert, alle Verpflichtungen gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitenden uneingeschränkt zu erfüllen.»

Keine Verstaatlichung

Die Übertragung der Anteile an die vorläufige Geschäftsführung der – auch in Russland fast unbekannten – L.E.V. Management AG sei weder eine Verstaatlichung noch ein Eigentümerwechsel, betont der Konzern erneut. Nestlé wolle mit der Management-Firma zusammenarbeiten, um die Effizienz sogar noch zu steigern.

Die Putin-Regierung griff am Freitag die Schweiz frontal an. Sie sei ein «unfreundliches Land», so Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag. Für Russland stehen Konzerne aus Ländern, welche die Ukraine militärisch unterstützen, jetzt vermehrt im Visier. Auch die russische Sparte des französischen Detailhändlers Auchan kam am Donnerstag unter Zwangsverwaltung.

Droht die Enteignung?

Für Nestlé beginnt damit ein ungewisses Kapitel in Russland. Ob der Schritt bereits der Anfang einer kalten Enteignung ist, bleibt weiterhin unklar. Fakt ist: Für den Riesen aus Vevey steht viel auf dem Spiel. Der Konzern macht in Russland Geschäfte im Wert von bis zu 1,7 Milliarden Franken und stellt vor Ort vor allem Kaffee und Babynahrung her. Das sind immerhin rund 2 Prozent des weltweiten Nestlé-Umsatzes von fast 90 Milliarden Franken.

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