Darum gehts
- Migros Ostschweiz schliesst drei Restaurants und einen Take-away bis 2028
- Nachfrage sinkt, Investitionen nötig, Fokus auf Take-away-Verpflegung
- Migros betreibt künftig 30 Restaurants und 14 Take-aways in der Region
Migros-Restaurants sind Kult. Doch die Gastro-Welt hat sich verändert. Immer mehr Kundinnen und Kunden greifen lieber zu Sandwiches, Salaten oder warmen Snacks direkt im Supermarkt – statt sich klassisch im Restaurant zu verpflegen. Deshalb baut die Migros Ostschweiz jetzt ihr Gastro-Angebot um – und zieht bei mehreren Standorten den Stecker. Die Regionalgenossenschaft schliesst drei Migros-Restaurants und einen Take-away, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet.
Betroffen sind die Migros-Restaurants in Romanshorn TG, Weinfelden TG und Schaffhausen sowie der Take-away in Rorschach SG. Die Nachfrage sei dort seit Jahren rückläufig, gleichzeitig wären teilweise hohe Investitionen nötig, begründet die Migros Ostschweiz den Entscheid.
Schon im Oktober ist Schluss
Die Schliessungen erfolgen schrittweise. Das Restaurant in Romanshorn macht bereits im Oktober dieses Jahres dicht. Jenes in Weinfelden und der Take-away in Rorschach folgen im Mai 2027. Das Restaurant in Schaffhausen Vorstadt bleibt noch bis Frühjahr 2028 geöffnet. Erst vor wenigen Tagen hatte die Migros bereits ihr Restaurant in Altstätten SG geschlossen.
Statt auf klassische Gastronomie setzt die Detailhändlerin künftig stärker auf Verpflegung zum Mitnehmen. Die betroffenen Filialen werden modernisiert. Produkte für den Sofortkonsum bekommen deutlich mehr Platz. So will der orange Riese den veränderten Essgewohnheiten der Kundschaft Rechnung tragen. Kündigungen gibts keine. Die Migros verspricht, allen Betroffenen alternative Stellen in der Region anzubieten. Nach den Schliessungen betreibt die Migros Ostschweiz noch 30 Restaurants und 14 Take-aways.
Schliessungen auch in Bern
Schon 2025 ist die Migros Aare in Sachen Restaurants über die Bücher gegangen. Drei Schliessungen von Migros-Restaurants alleine in der Agglomeration Bern sorgten für Aufsehen. Betroffen sind die Lokale in Belp, Bethlehem und Freudenberg. Im Zuge der Fachmarkt-Veräusserung im MParc in Wankdorf wird auch dort das Migros-Restaurant zugehen. In diesem Gebäudekomplex hatte einst Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler (1888–1962) sein Berner Büro.
Hinter McDonald's ist die Migros die zweitgrösste Beizerin des Landes. Neben den klassischen Migros-Restaurants betreibt der orange Riese verschiedene Lokale, auch national präsente Ketten wie Molino. Immer wieder versucht die Migros auch neue Konzepte aus. Das geht aber längst nicht immer gut. So haben die Migros Zürich und ihre Tochter Ospena das Pizza-Konzept «Amo e lino» bereits wieder beerdigt. Nach nur zwei Jahren war Schluss. Ein Jahr länger hielt das Vorzeigeprojekt «Bridge» an der Europaallee in Zürich. Im Herbst 2024 verkaufte die Migros Zürich den Luxus-Tempel.