Samt Diner auf dem Dach
Geister-Raststätte am Walensee soll Tesla-Ladestation werden

Die seit 2003 verlassene Raststätte an der A3 bei Obstalden GL könnte bald zum Tesla-Hotspot werden. Fans fordern dort Supercharger und ein US-Style-Diner mit Blick auf den Walensee. Es gibt aber ein grosses Problem mit der Zufahrt auf die Autobahn.
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Die Raststätte an der A3 am Walensee steht seit 2003 leer.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tesla soll Supercharger bei leerstehender Raststätte an der A3 in Obstalden bauen
  • Seit 2003 geschlossen, schwierig zugänglich, Pläne wegen Sicherheitsbedenken unsicher
  • Besitzer fordert 1,3 Millionen CHF, Astra bietet nur 800'000 CHF
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Es kommt Bewegung in die leidige Sache rund um die Geister-Raststätte an der A3 in Obstalden GL. Der markante Betonbau direkt am Walensee ist seit 2003 geschlossen, steht leer – und zerfällt. Doch jetzt wird er plötzlich heiss als neuer Standort eines Superchargers von Tesla gehandelt!

Der US-Autobauer ruft seine Fans seit 2022 dazu auf, neue Standorte für Stromtankstellen zu melden – und setzt deren Ideen auch immer wieder um. Die stark ramponierte A3-Raststätte steht dabei aktuell auf Platz 2, mit fast 3000 Stimmen. Hinter der Stadt Bornova in der Türkei.

Auf den Visualisierungen, die auf X kursieren, ist zu sehen, was sich Tesla-Fahrer wünschen: ein Dutzend Ladestationen direkt an der Autobahn. Dazu ein Tesla-Diner, also ein Burgerrestaurant im US-Style, auf dem Dach der Raststätte – mit bestem Blick auf den Walensee und die Churfirsten. Dieses wäre natürlich auch für Nicht-Tesla-Fahrer geöffnet. Und würde kulinarisch anknüpfen an Zeiten, als Autofahrer von weither zur Raststätte gefahren sind, um dort Poulet im Körbli zu essen.

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Mehrere Projekte haben sich zerschlagen

Dumm nur: Das Projekt ist wohl kaum realisierbar. Denn das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Parkplatz der Raststätte 2017 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Zu kurz ist der Streifen zum Einspuren, zu gross der Verkehr auf der viel befahrenen A3. Mit dem Auto kommt man seither nicht mehr zum Gebäude. Nur noch zu Fuss über einen Wanderweg oder mit dem Velo.

Was sagt das Astra zu den neusten Plänen? «Wir haben das Voting der Tesla-Community mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen», sagt ein Sprecher zu Blick. Denn der Sachverhalt sei klar: «Eine Wiederinbetriebnahme der ehemaligen Raststätte wäre mit erheblichen rechtlichen, verkehrssicherheitsrelevanten und baulichen Hürden verbunden», heisst es. 

Die heutige Situation entspreche nicht den Anforderungen an eine «sichere und normkonforme Erschliessung» über die A3. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine künftige Nutzung überhaupt möglich wäre, müsste geprüft werden. «Nach heutigem Kenntnisstand schätzen wir dies jedoch als sehr anspruchsvoll ein», so der Sprecher weiter.

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Wiedereröffnung der Raststätte platzt. Der heutige Besitzer Heinz Peter Moravcik (86) kaufte sie 2013 für 800'000 Franken, weil er sich in den Flecken am Walensee verliebt hatte. Er wollte der seit 2003 geschlossenen Raststätte neues Leben einhauchen. «Mein Traum war es, wieder Gäste zu bewirten. Ich wollte eine kleine, gemütliche Raststätte betreiben», sagte er zu Blick.

Moravcik reichte ein Baugesuch für den Umbau und die Erweiterung der Liegenschaft ein. Doch die Gemeinde lehnte es ab. Später wollte er selbst in die ehemaligen Gästezimmer im oberen Stock einziehen. Und dafür die nötigsten Renovationen vornehmen. Geklappt hat auch das nicht.

Besitzer will 1,3 Millionen Franken

Mittlerweile will der schwer krebskranke Österreicher nur noch eines: dass ihm das Astra die Geister-Raststätte abkauft und er «eine faire Entschädigung» erhält, wie er es nennt. Das Astra hat durchaus Interesse am Grundstück an idealer Lage direkt am See. Doch beim Kaufpreis kommen die Parteien einfach nicht auf einen grünen Zweig. Moravcik forderte zuerst 1,5 Millionen Franken – 800'000 Franken für die Liegenschaft und 700'000 Franken für entgangenen Gewinn und entstandene Kosten. Anfang Jahr reduzierte er den Preis auf 1,3 Millionen Franken. Auch das ist dem Astra deutlich zu viel, es bietet maximal 800'000 Franken. Übernimmt jetzt Tesla?

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