Todkranker Besitzer kämpft verzweifelt um «faire Lösung» – diese will auch der Bundesrat
Jetzt nimmt Rösti Stellung zum Geister-Raststätten-Streit

Der krebskranke Unternehmer Heinz Peter Moravcik (85) will seine Geister-Raststätte endlich loswerden – und fordert 1,3 Millionen Franken vom Astra. Dieses bietet aber maximal 800'000 Franken. Jetzt äussert sich Bundesrat Rösti dazu. Er spricht von einem guten Angebot.
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Die Geister-Raststätte am Walensee steht seit 2003 leer.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Albert Rösti nimmt in einem persönlichen Brief Stellung im Streit um Geister-Raststätte am Walensee
  • Der krebskranke Besitzer fordert 1,3 Millionen Franken, das Astra bietet höchstens 800'000 Franken
  • Bundesrat Rösti hält an dieser Linie fest, Inhaber zeigt sich enttäuscht
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Um die Geister-Raststätte an der A3 am Walensee ist ein Drama entbrannt, das kein Ende zu nehmen scheint. Seit 2003 ist der markante Betonbau in Obstalden GL geschlossen. Und seither verkommt das Gebäude zum Schandfleck der idyllischen Landschaft: bröckelnder Beton, zerschlagene Fenster, überwucherte Parkplätze und viel Graffiti.

In einem der berühmtesten Lost Places des Landes finden derzeit zwar Aufräumarbeiten statt, wie die «Südostschweiz» berichtet. So wurden zuletzt Deckenverkleidungen, Möbelreste und Sperrgut aus dem Innern zu Schutthaufen auf dem Parkplatz zusammengetragen. Arbeiter entfernten Glasreste an den zerborstenen Fenstern und ersetzten sie durch Kunststoff-Platten. Die Türen im oberen Bereich sind inzwischen mit Holzplatten verriegelt.

Rösti schreibt Brief an Vertreter von todkrankem Besitzer

Dabei handelt es sich um Sicherungsarbeiten, die das Bundesamt für Strassen (Astra) regelmässig an der Raststätte durchführt. Denn: «Strassenabschnitte müssen wiederholt von herabfallenden Gebäudeteilen gesäubert werden», erklärte ein Astra-Sprecher schon letzten Dezember gegenüber Blick. Für das Bundesamt ist das ein mühseliger Mehraufwand. Denn: Das Astra ist schon seit Jahren in einen Streit mit dem schwer kranken Raststätten-Besitzer Heinz Peter Moravcik (85) verwickelt. Jetzt ist der Clinch um ein Kapitel reicher: Bundesrat Albert Rösti (58) hat sich zur Situation geäussert – in einem persönlichen Brief.

Der Grund für die Auseinandersetzung zwischen dem österreichischen Unternehmer und dem Astra: Moravcik möchte die Liegenschaft, die er 2013 mit grossen Zukunftsplänen im Gepäck erworben hat, endlich an das Bundesamt verkaufen. Denn aus seiner Sicht sind die Behörden daran schuld, dass er seine Pläne nie verwirklichen konnte.

Das Astra hat durchaus Interesse am Grundstück an idealer Lage direkt am See. Doch beim Kaufpreis kommen die Parteien einfach nicht auf einen grünen Zweig. Moravcik forderte zuerst 1,5 Millionen Franken – 800'000 Franken für die Liegenschaft und 700'000 Franken für entgangenen Gewinn und entstandene Kosten. Vor gut einem Monat reduzierte er den Preis auf 1,3 Millionen Franken. Auch das ist dem Astra deutlich zu viel, es bietet maximal 800'000 Franken.

Rösti: Astra hat gutes Angebot unterbreitet

Im Schreiben, das Blick vorliegt, hält der SVP-Mann an der Linie des ihm unterstellten Astra fest: Er bedauere die entstandene Situation rund um die ehemalige Raststätte, schreibt er. Aber: «Eine Übernahme der Liegenschaft durch den Bund ist nur zum Marktwert möglich.» Das Astra habe dem Besitzer «ein gutes Angebot unterbreitet». Zudem sei es verpflichtet, «mit den ihm anvertrauten Steuergeldern haushälterisch umzugehen». Damit ist eben der Maximalbetrag von 800'000 Franken gemeint. Man sei bemüht, gemeinsam eine «faire Lösung für alle Beteiligten» zu finden.

Dem Schreiben vorausgegangen ist eine Mail von Moravciks Vertreter. Dort bittet er Rösti, einzugreifen: Man sei überzeugt, dass «eine direkte Intervention» des Bundesrats zu einer «raschen Beendigung dieses langanhaltenden Konflikts» führen würde. Und: «Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich der Sache persönlich annehmen.» 

Das hat Rösti nun getan. Aber nicht so, wie es sich der Raststätten-Besitzer gewünscht hat: «Ich habe gehofft, dass sich Herr Rösti der Sache mehr annimmt», sagt Moravcik zu Blick. Die Argumentation, dass das Astra die Raststätte lediglich zum Marktwert erwerben will, könne er nachvollziehen. «Eine faire Entschädigung ist das aber nicht!», stellt er klar. Er hält weiterhin an seinem Angebot von 1,3 Millionen Franken fest. Das sei sein letztes Wort. Und die Verhandlungen sind damit wieder zurück auf null. 

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