Darum gehts
- Iran-Krieg: über 2000 Schadensfälle und Kosten von 3 Millionen Franken bei Axa
- Reiseversicherer verzeichnete bis zu 300 Anfragen pro Tag im März
- Bisher wurden Schadensfälle in Höhe von einer Million Franken beglichen
Seit über einem Monat tobt der Krieg in der Golfregion. Viele Touristen haben abenteuerliche Reisen für ihre Heimkehr hinter sich. Vor allem in den ersten beiden Wochen nach Ausbruch des Konflikts liefen die Telefone bei der Reiseversicherung der Axa heiss. «Wir hatten in den ersten beiden Wochen bis zu 300 zusätzliche Anfragen pro Tag», schreibt die Axa auf Anfrage von Blick.
Zum Beispiel von einer Familie, die Freunde in Dubai besucht hatte und am 28. Februar – dem Tag des Kriegsausbruchs – nach Hause fliegen wollte. Der Rückflug gelang erst im März aus Muskat im Oman. Die Familie musste Geld für den Transfer in den Oman, zusätzliche Hotelübernachtungen und die neuen Rückflüge auslegen. Mehrkosten, die die Reiseversicherung übernommen hat.
Schäden von über drei Millionen Franken
Inzwischen hat sich die Lage aus touristischer Sicht dahingehend entspannt, dass der Nahe Osten als Feriendestination im Moment nicht mehr infrage kommt. Trotzdem erreichen die Axa im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg noch immer 50 bis 60 Anfragen pro Tag. Zum Beispiel wegen Rückflügen aus Asien.
Nicht aus jeder Anfrage wird auch eine Schadensmeldung. Der Reiseversicherer rechnet insgesamt mit über 2000 Schadensfällen wegen des Kriegs im Nahen Osten. Und Kosten von über drei Millionen Franken. Daure der Krieg länger oder breite sich der Konflikt aus, könnten die Kosten für die Axa weiter steigen. Beglichen wurden bis jetzt Schadensfälle in Höhe von rund einer Million Franken.
Der Iran-Krieg hat zu einer kurzfristigen Nachfrage bei Reiseversicherungen geführt. Die Axa schreibt von «einer Zunahme von 20 bis 25 Prozent in den ersten beiden Märzwochen». Inzwischen habe sich die Nachfrage wieder normalisiert. Das mag auch damit tun haben, dass für Reisen in den Nahen Osten seit Kriegsausbruch keine Reiseversicherungen mehr abgeschlossen werden können.
Grundsätzlich übernimmt eine Reiseversicherung – zum Beispiel bei einer Annullation – nur die effektiven Kosten, auf denen der Kunde nach einer Stornierung sitzenbleibt. Deshalb seien der Reiseveranstalter und die Fluggesellschaft die ersten Anlaufstellen für die finanzielle Rückerstattung einer nicht angetretenen Reise, so die Axa.