Darum gehts
- UBS senkt Mieten im Oerlikon One um bis zu 500 Franken
- Von 124 Wohnungen im Turm stehen weiterhin mehrere Einheiten leer
- Über 260 Millionen Franken in Umbau investiert, Wert aktuell darunter
Im ehemaligen Swissôtel zeigt sich, wie schnell sich ein Prestigeprojekt in ein Problemobjekt verwandeln kann. Der markante Turm direkt beim Bahnhof Zürich-Oerlikon sollte nach der Pandemie unter dem Namen Oerlikon One neu durchstarten – als edles Wohn- und Hotelgebäude mit internationalem Anspruch. Bloss: Viele der Luxuswohnungen sind ein Ladenhüter. Ende Februar standen 20 der total 124 Wohnungen seit einem halben Jahr leer. Jetzt greift die Eigentümerin UBS zur Preiskorrektur, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Demnach hat die Grossbank bei mehreren Wohnungen im Oerlikon One die Mieten um bis zu 500 Franken gesenkt. Eine 71-Quadratmeter-Wohnung im 18. Stock etwa kostet nicht mehr 3420 Franken, sondern neu 2900 Franken. Auch weitere Einheiten mit gleichem Grundriss sind laut dem Bericht nun spürbar günstiger ausgeschrieben.
Credit Suisse investierte grosse Summe in Umbau
Vor den Senkungen galt im Haus eine klare Strategie: hoch einsteigen, Premium positionieren und die Lage neben dem Bahnhof Zürich-Oerlikon als Trumpf ausspielen. Nun zeigt sich jedoch: Der Markt spielt nicht mit. Besonders die Vermietung der kleineren «Classic-Apartments», die eigentlich das Rückgrat des Projekts bilden sollten, verläuft schleppend. Bei den «Townhouses» in den obersten Etagen senkt die UBS die Mieten nicht. Dort sind weiterhin 7000 Franken im Monat fällig – und trotzdem stehen mehrere der exklusiven Wohnungen leer.
Das ehemalige Swissôtel hat eine lange Vorgeschichte. Die Corona-Pandemie zwang das damals mit 85 Metern höchste Hotel der Schweiz in die Knie. 270 Angestellte verloren den Job. Anfang 2021 beschloss die damalige Eigentümerin Credit Suisse, das Swissôtel zum Wohnturm zu machen. Sie investierte massiv in den Umbau. Jetzt ist das Projekt Oerlikon One ein weiteres prägnantes Beispiel, dass teure Zürcher Luxuswohnungen derzeit einen schweren Stand auf dem Mietmarkt haben.
Teuerste Wohnung Zürichs ist jetzt billiger
Das zeigt sich wenige Schritte weiter im Projekt «Living Eleven». Dort stehen zahlreiche Neubauwohnungen im oberen Preissegment ebenfalls leer. Ein 2,5-Zimmer-Loft kostet über 5500 Franken im Monat, einzelne grössere Einheiten noch deutlich mehr. Auch hier wird deutlich: Luxuriöse Neubauten sind selbst in gefragten Stadtteilen von Zürich kein Selbstläufer mehr.
Auch die exklusivsten Adressen der Schweizer Wirtschaftsmetropole finden nicht sofort betuchte Mieter. So kostet die teuerste Wohnung Zürichs seit kurzem 4100 Franken weniger. Das Penthouse direkt am Bellevue ist seit Dezember 2025 nicht vermietet. Die 267-Quadratmeter-Wohnung kostet nun «nur» noch 19'850 Franken pro Monat – zuzüglich Nebenkosten von 1460 Franken. Und letztes Jahr geisterte eine edle Wohnung im historischen «Weissen Schloss» direkt am Zürichsee über viele Monate durch die Immobilienportale. Mehrere Büroflächen sind im prächtigen Bau aus dem 19. Jahrhundert weiterhin nicht vermietet.