Darum gehts
- Johnson & Johnson plant Krebs in zehn Jahren zu eliminieren
- Studie: LED-Licht mit Zinnoxid-Nanopartikeln zerstört bis zu 92 Prozent der Hautkrebszellen
- Schweizer Start-up testet Tablette gegen Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten in Zürich
Joaquin Duato (64) hat grosse Pläne: «In den nächsten zehn Jahren wollen wir versuchen, Krebs zu eliminieren», erklärte der Chef des US-amerikanischen Pharmariesen Johnson & Johnson letzte Woche. Er tat dies während eines Anlasses des «Wall Street Journal» in London.
«Wir machen bereits bedeutende Fortschritte bei bestimmten Krebsarten», ergänzte der Manager. Als Beispiel nannte er die Behandlung des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks, bei der die Lebenserwartung um zehn Jahre gesteigert werden konnte.
Pharma-Boss ist begeistert
Weiter sagte er auf dem Gipfeltreffen: «Wir verfügen mittlerweile über Therapien, die das körpereigene Immunsystem nutzen, um den Krebs anzugreifen.» Bereits todgeweihte Hospizpatienten seien dank dieser Therapien seit mehr als fünf Jahren in Remission. «Das ist spektakulär.»
Nichts als Marketingsprech eines Pharma-Bosses oder steckt dahinter eine echte Entwicklung? Tatsächlich hat sich bei Krebstherapien in den vergangenen Jahren einiges getan. Blick stellt drei vielversprechende Ansätze aus Forschung und Wirtschaft vor.
LED-Licht zerstört Tumorzellen
Wissenschaftler der University of Texas haben eine verheissungsvolle Methode entwickelt, um Tumorzellen zu zerstören. Die Methode setzt auf zwei Hauptkomponenten: ganz normales LED-Licht und mikroskopisch kleine Zinnoxid-Flocken. Das LED-Licht dringt bei der Behandlung tief in das Körpergewebe ein und erhitzt dort gezielt die zuvor eingebrachten Zinnoxid-Nanopartikel.
In Tests führte dies zu einer Erwärmung um fast 19 Grad Celsius, was ausreichte, um die Tumorzellen durch Hitze abzutöten, während umliegendes gesundes Gewebe unbeschädigt blieb. In Labortests brauchten die Forscher nur 30 Minuten, um bis zu 92 Prozent der untersuchten Hautkrebszellen und rund 50 Prozent der vorhandenen Darmkrebszellen zu zerstören.
DNA-Test sagt Erfolg von Krebsbehandlungen voraus
Am nationalen Krebsforschungszentrum von Spanien (Cnio) hat ein Forscherteam einen Biomarker-Test entwickelt, mit dem präzise prognostiziert werden kann, ob Krebspatienten gegen bestimmte bei der Chemotherapie verabreichte Wirkstoffe resistent sind. Der Test trägt also dazu bei, dass die Behandlung individueller und zielführender – ohne unnötiges Leiden – durchgeführt werden kann.
Tablette soll Krebstherapie verbessern
Das Schweizer Start-up Enzian Pharmaceutics testet am Universitätsspital in Zürich eine neue Tablette, die Krebsmedikamente gleichmässiger ins Blut liefern soll. Durch die gleichmässigere Abgabe sollen üble Nebenwirkungen wie Herzprobleme und Leberschäden verhindert werden. Bis zur Marktreife dauert es aber noch.