Darum gehts
- Migros gewinnt mit 7,6 Punkten Moneyland-Studie, Coop auf Rang zwei
- Romandie und Deutschschweiz bewerten Händler unterschiedlich, grosse regionale Unterschiede
- 1500 Teilnehmende, höchste Bewertungen: 7,6 Punkte, keine «Sehr gut»-Noten
Die Schweiz hat im Beliebtheitswettbewerb der Detailhändler gesprochen: Die Migros schnappt sich die Krone, der ewige Rivale Coop muss sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Doch der wahre Befund der neuen Moneyland-Studie lautet: Die Schweizerinnen und Schweizer sind mit den grossen Playern des Detailhandels zufrieden, aber auch streng. Kein einziger Händler hat es über ein «Gut» hinaus geschafft. Und: Es gibt grosse Unterschiede zwischen den Bewertungen aus der Romandie und der Deutschschweiz.
Für die Studie befragte das Forschungsinstitut Ipsos 1500 Menschen in der Deutsch- und der Westschweiz, wie zufrieden sie mit den Detailhändlern sind. Die höchsten Auszeichnungen der Skala – ab 8 Punkten gäbe es die Bewertung «sehr gut» und ab 9 Punkten «ausgezeichnet» – hat keiner der Detailhändler erreicht.
Die Migros belegt mit einem Gesamtwert von 7,6 Punkten den ersten Rang und erreicht die Note «Gut». Damit liegt sie knapp vor dem grossen Rivalen Coop mit 7,4 Punkten. Dieser muss sich den zweiten Rang teilen – mit der Migros-Tochter Digitec Galaxus. Unbeliebt: Für den Möbel-Discounter Lipo und das Kaufhaus Loeb reichte es mit je 5,9 und 5,8 Punkten nur für die Note «Genügend».
Der Röstigraben spaltet
Die Studie hat auch untersucht, wie sich die Detailhändler im regionalen Vergleich behaupten. Der orange Riese ist sowohl in der Deutschschweiz als auch in der Westschweiz an der Spitze. Bei anderen Händlern gibt es aber regionale Unterschiede. Der deutsche Drogerie-Riese Müller ist in der Deutschschweiz viel beliebter als in der Romandie: In der Deutschschweiz hat er 7,2 Punkte erzielt, in der Westschweiz nur 6,4 Punkte. Der französische Sportartikelhändler Decathlon schneidet aber ennet des Röstigrabens deutlich besser ab: In der Romandie wird er mit 7,2 Punkten bewertet, in der Deutschschweiz mit 6,8 Punkten.
Die grösste Differenz bei den Bewertungen in den zwei Sprachregionen verzeichnet der Buchhändler Orell Füssli: In der Deutschschweiz erzielt er mit 7,2 Punkten die Note «Gut», in der Romandie ist er an zweitletzter Stelle mit 5,6 Punkten und der Note «Genügend».
Männer sind kritischer als Frauen
Zudem auffällig: Männer stehen den Detailhändlern insgesamt kritischer gegenüber als Frauen. Weibliche Befragte vergaben fast allen Händlern mehr Punkte als die männlichen Teilnehmer – mit einer Ausnahme. Denner hat von beiden Geschlechtern jeweils 7,1 Punkte erhalten.