Darum gehts
- Børge Brende feierte 2018 Geburtstag mit Jeffrey Epstein in New York
- Epstein schickte E-Mail mit «53 Kerzen», Steve Bannon war Gast
- Zürcher Kanzlei untersucht Brendes Kontakte, rechtlich nicht justiziabel
Børge Brende (60) steht enorm unter Druck: Den CEO und Präsidenten des World Economic Forums (WEF) belasten seine Verbindungen zum verstorbenen US-Geschäftsmann und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019). Dokumente aus den Epstein-Files zeigen: Brende traf sich zwischen 2018 und 2019 mehrmals mit Epstein, tauschte sich mit ihm in lockeren SMS-Nachrichten und E-Mails aus. Die Nachrichten sind in einem freundschaftlichen Ton gehalten, der WEF-Chef nannte Epstein «mein Freund» und einen «brillanten Gastgeber». Jetzt ist neu bekannt: Brende feierte sogar seinen Geburtstag mit dem verurteilten US-Unternehmer, wie CH Media berichtet.
Konkret: Epstein lud den WEF-Chef am 25. September 2018 zu sich in seine Wohnung in New York ein – am Tag des 53. Geburtstags von Brende. Vor dem gemeinsamen Essen hatte Epstein dem Jubilar bereits eine E-Mail mit «53 Kerzen» geschickt. Bei der Feier mit dabei war Steve Bannon (72), Ex-Stratege von Donald Trump (79) und Vordenker der MAGA-Bewegung – wie bereits bei einem vorherigen Treffen im Frühjahr 2018. Auch Michael Wolff (72), Bestseller-Autor und PR-Berater von Epstein, war als Gast vor Ort.
Zusätzlich brisant: Brende besuchte Epstein ein letztes Mal im Juli 2019 – nur 20 Tag vor der Verhaftung des US-Geschäftsmanns, wie CH Media berichtet. Der WEF-Chef war wohl einer der letzten Prominenten, die bei Epstein zu Hause waren.
Zürcher Kanzlei untersucht Brendes Epstein-Kontakte
Noch im letzten November hatte Brende in der norwegischen Zeitung «Aftenposten» beteuert, «ich habe mit Jeffrey Epstein nichts zu tun». Mittlerweile hat der WEF-Chef aber Fehler eingeräumt. In einem Schreiben an den WEF-Stiftungsrat bezeichnete er die Treffen rückblickend als falsch. Gleichzeitig beharrt der Norweger darauf, über Epsteins Vergangenheit und seine kriminellen Aktivitäten nichts gewusst zu haben.
Das WEF lässt die Affäre durch die Zürcher Kanzlei Homburger untersuchen. Justiziabel sind Brendes Kontakte zu Epstein nicht. Vielmehr geht es in der Untersuchung darum, ob sich der WEF-Chef illoyal gegenüber seinem Arbeitgeber verhalten hat. Und auch darum, ob Brende das WEF über seine Epstein-Verbindungen aufgeklärt hat. In seiner Erklärung an den Stiftungsrat schrieb der Norweger, er habe 2019 «die Führung des Forums» informiert. Gemeint ist Klaus Schwab (87). Doch dieser widerspricht scharf. Er sei nie informiert worden – weder schriftlich noch mündlich, sagte Schwab zu Blick.