Darum gehts
Kaum ein Tag, an dem nicht neue Namen in den Epstein-Dokumenten auftauchen! Selbst der WEF-Chef und das norwegische Königshaus geraten in Bedrängnis, auch wenn eine Nennung des Namens überhaupt nichts über mögliche Straftaten aussagt.
Eine, die über das Treiben des 2019 verstorbenen Jeffrey Epstein (†66) genauestens Bescheid weiss, ist seine ehemalige Komplizin Ghislaine Maxwell (64). Heute muss sie sich vom Gefängnis aus dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses stellen. Wir sagen, welche brisanten Fragen – auch zu Donald Trump (79) – gestellt werden und wie Maxwell darauf reagieren dürfte.
Wozu wird Ghislaine Maxwell heute befragt?
Die ehemalige Epstein-Komplizin wird sich brisanten Fragen zu den Missbrauchsvorwürfen stellen müssen. Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna (49) aus Kalifornien hat im Voraus veröffentlicht, welche Fragen er ihr stellen wird.
Wer sind die vier Mittäter und die 25 Männer, die Minderjährige sexuell missbraucht haben?
Haben Sie oder Herr Epstein für Präsident Trump jemals den Zugang zu minderjährigen Mädchen arrangiert, ermöglicht oder gewährt?
Nennen Sie alle ausländischen Regierungen oder Geheimdienste, mit denen Herr Epstein Informationen ausgetauscht hat.
Die Befragung findet per Videoschaltung und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Was wird Maxwell verraten?
Sie ist zu keiner Aussage verpflichtet. Im «Fifth Amendment» der Verfassung heisst es, dass niemand gezwungen werden dürfe, gegen sich selbst auszusagen. Ihre Anwälte haben angekündigt, dass sie zwar eine Erklärung abgeben, aber nicht auf die Fragen eingehen werde. In dieser Erklärung könnte sie sich von Epstein abgrenzen und sagen, dass vieles unter dem Einfluss Epsteins passiert ist.
Welche Rolle spielte sie bei Epstein?
Die britisch-französische Geschäftsfrau war im Juli 2019 im US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen worden – ein Jahr nach der Verhaftung von Jeffrey Epstein. Bei Epstein hatte sie drei Aufgaben:
Sie veranstaltete die berüchtigten Partys und organisierte junge Frauen dazu.
Ihr Status als Tochter des Medienmagnaten Robert Maxwell (1923–1991) und ihre internationalen Beziehungen machten sie zur Brücke zwischen Epstein und der Elite aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Sie überwachte Opfer und Mitarbeiter und verschleierte die Strukturen von Epsteins Sex-Imperium.
Maxwell ist wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Warum packt sie nicht aus und sichert sich eine Straferleichterung?
Mit weiteren Aussagen würde sie sich möglicherweise selber noch mehr belasten – so stark, dass eine Hafterleichterung weder aus juristischen noch aus politischen Gründen möglich wäre. Wenn Maxwell singt, droht ihr zudem grosse Gefahr: Sie könnte aus dem Weg geräumt werden. Schon bei Epsteins mysteriösem Tod im Gefängnis gingen die Gerüchte, dass es sich nicht um einen Suizid gehandelt, sondern jemand die Finger im Spiel gehabt habe.
Warum ist sie für die Weltelite so gefährlich?
Maxwell ist der Schlüssel zu vielen hochbrisanten Informationen. Sie weiss darüber Bescheid, welche Prominenten sich wie an Epsteins Sex-Maschinerie beteiligt haben. Der Fall ist von einer derart grossen Tragweite, dass es weltweit schon personelle Konsequenzen gegeben hat, bevor überhaupt irgendetwas bewiesen werden konnte.
Der britische Prinz Andrew (65) hat seine königlichen Titel verloren.
Morgan McSweeney (48), der Stabschef des britischen Premierministers Keir Starmer (63), ist zurückgetreten.
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) muss um ihren Königinnen-Titel zittern.
Die norwegische Botschafterin in Jordanien und im Irak, Mona Juul (58), ist zurückgetreten.
Das WEF hat gegen seinen Chef Børge Brende (60) eine Untersuchung eingeleitet.
Der ehemalige französische Minister Jack Lang (86) ist als Präsident des Institut du monde arabe zurückgetreten.
Woher stammen eigentlich die vielen Dokumente?
Zu Epstein sollen rund sechs Millionen Dateien veröffentlicht werden. Bisher sind über die Hälfte einsehbar. Es sind nicht Unterlagen, die Epstein alle selber gesammelt hat. Vielmehr stammen die Informationen aus vier Hauptkanälen: Zivilklagen der Opfer, Ermittlungen, Zeugenaussagen unter Eid sowie aus Leaks.